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Auf Föhr : Nospa zieht sich aus der Fläche zurück

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Bei der Nord-Ostsee-Sparkasse stehen Umstrukturierungen an. In Nieblum gibt es künftig nur noch eine SB-Filiale. Die Zweigstelle am Wyker Südstrand wird geschlossen. Die Mitarbeiter sollen aber ihre Arbeitsplätze behalten.

Das Kundenverhalten ändert sich und die technische Revolution macht auch vor der Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) nicht halt. Online-Banking, Apps und die Nutzung von SB-Filialen nehmen zu und das Geldinstitut reagiert auf die Veränderungen mit einer weitreichenden Umstrukturierung.

Anders als Amrum, wo einzig die Wittdüner Zweigstelle durch einen Filialleiter aufgewertet werden soll, ist Föhr von dieser Entwicklung betroffen. So sieht das Konzept vor, die Wyker Filiale künftig als eine von 19 Regional-Direktionen zu führen, mit dem Ziel, auch auf der Insel das komplette Angebot vorhalten zu können. Für Wyk bedeutet dies nur rudimentäre Änderungen, so der Regionalleiter Privatkunden für Föhr und Amrum, Andreas Veith, denn hier ist man aufgrund der Insellage ohnehin fast vollständig ausgestattet.

Weitreichende Auswirkungen hat das Konzept allerdings für die mit zwei Mitarbeiterinnen besetzte Zweigstelle in Nieblum, die in eine SB-Filiale umgewandelt wird, und die am Wyker Südstrand (eine Mitarbeiterin), die geschlossen werden soll. Beide seien über das Jahr gesehen nicht hoch frequentiert, so die Begründung des Nospa-Pressesprechers Burkhard Lauritzen, eine Situation, die nicht wirtschaftlich sei und eine Unterforderung der Mitarbeiter bedeute. Die nicht um ihren Arbeitsplatz bangen müssen, wie sie auf einer Personalversammlung am Mittwoch von dem Nospa-Vorstandsvorsitzenden Thomas Menke erfuhren. Sie werden künftig das bisher siebenköpfige Team in der Großen Straße verstärken. „Damit konzentriert sich die gesamte Kompetenz in Wyk“, verweist Veith auf qualifizierte Kundenbetreuer, Finanzberater und Service-Berater.

Betroffen äußert sich dagegen der Wyker Seniorenbeirat und dessen Vorsitzender Volker Kahl. Den älteren Insulanern und Touristen werde mit dem Wegfall der Filiale am Südstrand die Erledigung ihrer Geldgeschäfte erschwert, so Kahl. „Ein Schritt in die falsche Richtung, der ohne Rücksicht auf die Belange der Senioren erfolgt“, appelliert der Vorsitzende deshalb an Thomas Menke, die Situation noch einmal zu überdenken. Eine Situation, von der auch Andreas Veith hofft, dasss sie nicht endgültig ist. Wie Heiko Runge, Regionalleiter Firmenkunden, hofft auch er auf eine Alternative am Südstrand und eine gute Lösung.

Wenig begeistert zeigt sich auch Nieblums Bürgermeister Friedrich Riewerts, der kurzfristig von der Nospa informiert wurde. Wichtig für Nieblum sei die Infrastruktur, Einwohner wie Gäste legten großen Wert auf ein reges Geschäftsleben, zu dem die Bank nun einmal gehöre. Schade auch vor dem Hintergrund, dass die Filiale vor rund einem Jahr in einer viermonatigen Umbau- und Modernisierungsphase den aktuellen Bedürfnissen angepasst worden war. Ein Umbau, der deutlich zeige, so hatte Andreas Veith seinerzeit betont, dass das Geldinstitut langfristig am Standort Nieblum präsent bleibe. Der enttäuschte Friedrich Riewerts tröstet sich damit, „dass wenigstens ein SB-Schalter im Ort bleibt, an dem die Leute ihre Geldgeschäfte erledigen können“. Tröstlich auch, dass Nieblum nach Aussagen der Bank nicht zu den ersten Filialen gehören soll, die umgewandelt werden. Denn wann die Änderungen auf Föhr umgesetzt werden, ist derzeit offen. Die Planung sieht vor, dass das gesamte Projekt bis Ende des kommenden Jahres abgeschlossen ist.

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erstellt am 16.Mai.2014 | 08:00 Uhr

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