breitbandversorgung in der finale phase : Norddorfer hadern mit Sendemast

In Wittdün wurden die Horizontalbohrungen zum Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen.
In Wittdün wurden die Horizontalbohrungen zum Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen.

Derzeit gilt es auf Amrum, die Standorte für die Richtfunkstrecken festzulegen. In Wittdün wird der Mast auf dem Gelände des Wasser- und Schifffahrtsamtes stehen. In Norddorf ist die Situation schwieriger: Hier sucht man noch nach dem geeigneten Platz.

Avatar_shz von
28. März 2014, 08:00 Uhr

Im Herbst letzten Jahres stellten Bautrupps in Norddorf und Wittdün mit Horizontalbohrungen, durch die Leerrohre für Glasfaserkabel verlegt wurden, die Weichen für die Breitbandversorgung in den bis heute unterversorgten Gemeinden Amrums. Wie sich der weitere Verlauf der Arbeiten seitens der Lünecom darstellt, wollten wir von dem Geschäftsführer Norbert Hill erfahren. Sein Unternehmen setzt ein Projekt um, das die beteiligten Gemeinden der Ämter Pellworm und Föhr-Amrum mit der nötigen Infrastruktur für eine zeitgemäße Internetverbindung auf den Inseln und Halligen ausstattet.

Nachdem im Mai 2013 der Strartschuss auf Pellworm und kurz darauf auch auf Föhr fiel, laufen auf beiden Inseln die Breitbandnetze bereits. Auch in den beteiligten Gemeinden auf Amrum sieht Hill den Zeitplan, bis zum Frühsommer den Regelbetrieb aufnehmen zu können, noch als realistisch an.

„Wir sind in einer Phase, in der es gilt, die Standorte für die Richtfunkstrecken, die zwischen dem Funkturm in Wyk und jeweils Norddorf und Wittdün benötigt werden, festzulegen“, erklärt der Geschäftsführer. Dafür gab es einen Ortstermin Ende Februar auf Amrum. Die im vergangenen Jahr mit den Gemeindevertretungen ausgesuchten Standorte wurden dabei geprüft.

In Wittdün sollte der Mast mit den zwei Richtfunkantennen, die 60 Zentimeter im Durchmesser haben, am Bauhof der Amrum-Touristik stehen, für Norddorf waren die Standorte an der Spielscheune und auf dem Dach des „Hüttmanns-Eck“ in der Auswahl. „Für den störungsfreien Betrieb ist es unerlässlich, dass die Line-of-sight gegeben ist“, verdeutlicht Hill – zwischen den Antennen in Wittdün und Wyk sowie Norddorf und Wyk darf der Richtstrahl nicht durch topografische Gegebenheiten und andere Ereignisse unterbrochen werden. Zudem muss der Aufstellungsort so stabil sein, dass es selbst bei starkem Wind nicht zum Aufschaukeln der Antennen kommt.

Der Standort Wittdün konnte zwar festgelegt werden, rückte aber vom Bauhof auf das Gelände des Wasser- und Schifffahrtsamtes. Nachdem Überprüfungen ergeben hatten, dass der ein- und auslaufende Tonnenleger „Amrumbank“ bei aufgestelltem Bordkran den Richtfunkstrahl durchfahren könnte, erläuterte Wittdüns Gemeindevertreter Christian Klüßendorf auf der jüngsten Sitzung.

In Norddorf ist die Situation dagegen schwieriger. „Wir wollen auf Amrum keine Windräder, um das Landschaftsbild nicht zu stören, da wollen wir sicher auch keinen 15 Meter hohen Mast für die Breitbandversorgung zulassen“, verdeutlicht Norddorfs Bürgermeister die Entschlossenheit der Gemeindevertretung. Aber auch der Standort auf dem Hoteldach ist nicht gesichert, da der Nachweis zur Eignung der Gebäudestatik fehlt. Bis zum 1. April aber, dann tagen die Norddorfer Gemeindevertreter, muss eine Entscheidung her, um den Fertigstellungstermin nicht zu gefährden. Und auch Norbert Hill hätte diese Baustelle gern abgeschlossen, glaubt aber nach wie vor an eine Lösung, die dem vertraglichen Umfang entspricht.

„Wenn es allerdings in Norddorf keine kurzfristige Lösung für einen Antennen- und Einspeisepunkt gibt, muss zur Wahrung der gesetzten Termine das Projekt in Norddorf von dem in Wittdün abkoppelt und die Anlage in Wittdün vorerst allein fertiggestellt werden“, verdeutlicht der Unternehmer. Sobald die Einspeisepunkte fertig und die letzten Tiefbauarbeiten abgeschlossen sind, wird die Glasfaser in die Leerrohre eingeblasen. Die Multifunktionsgehäuse, in denen die Übergabe zur Kupferleitung der Telekom stattfindet, werden zum Schutz der umfangreichen Technik erst kurz vor der Inbetriebnahme aufgebaut. Am Wyker Fernsehturm sind die Infrastrukturen für Amrum bereits montiert und bedürfen nur noch einer Feinausrichtung, sobald die Antennen aufgebaut sind.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen