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Besonderes Jubiläum : Noch einmal Schulluft schnuppern

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

60 Jahre nach der Abitur-Prüfung trafen sich sechs ehemalige Schüler auf Föhr und schwelgten in Erinnerungen.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Die Ausgabe von Schulzeugnissen ist für die Empfänger stets mit Spannung und Aufregung verbunden. So ging es jetzt auch sechs Abiturientinnen und Abiturienten in der Eilun-Feer-Skuul. Allerdings hat es damit eine besondere Bewandnis: Die Bescheinigungen der Reife datierten aus dem Jahr 1956 und ihre Empfänger waren aus Anlass des 60. Abi-Jahrestages zum Klassentreffen nach Föhr gekommen. Zwar hatten sie mit dem Schulgebäude am Rebbelstieg nie etwas zu tun gehabt, doch wollten sie noch einmal Schulluft schnuppern und hatten sich dazu mit Carl Wögens, dem Leiter der Eilun-Feer-Skuul, verabredet.

Im Archiv schlummerten noch die Zeugnisse, die den Besuchern präsentiert wurden. „Sie haben Glück, dass die Zeugnisse noch vorhanden sind, und nicht einem Wassereinbruch zum Opfer gefallen sind“, informierte Wögens seine Gäste. Die verglichen ihre Noten, und einer der ehemaligen Abiturienten musste feststellen, dass er lediglich in Religion eine gute Zensur gehabt hat. Er habe es aber dennoch geschafft, Pharmazie zu studieren und das Ganze mit Auszeichnung abzuschließen, erinnerte er sich.

Organisiert hatte dieses Klassentreffen Karl-Friedrich Wentorp, der heute in St.-Peter-Ording lebt und in der Abiturientenklasse der einzige externe Schüler gewesen ist. Mit ihm hatten damals acht weitere Schüler des mathematischen Zuges das Abitur abgelegt, die im Carl-Hunnius-Internat sowie im Haus Heyden untergebracht waren. Sechs dieser Schüler der Jahrgänge 1934 bis 1937 leben noch.

Dagmar Tanuschev, geborene Wittdrock, war das einzige Mädchen der Klasse, die ganz offensichtlich ihre Mitschüler heute noch fest in der Hand hat. „Dagmar ist die Beste gewesen und ließ die Bedürftigen abschreiben“, erinnerte sich Karl-Friedrich Wentorp. Dagmar Tanuschev hat ihre gesamte Gymnasialzeit in Wyk verbracht, und sie kann noch viel aus dieser Zeit nach dem Krieg erzählen. „Wir waren damals sehr abgehärtet und liefen bis weit in den Herbst hinein barfuß“, berichtet sie und betont, dass sie damals aber auch eine gute Zeit gehabt haben. Ihre ehemaligen Klassenkameraden erzählten unter anderem davon, dass damals das Internat eigene Kartoffeläcker und einen Fischkutter besaß, der auch wirklich zum Fischen genutzt wurde.

Dagmar Tanuschev erinnert sich auch noch gut an den „Murmel-Chor“ und dessen Auftritte bei verschiedenen Gelegenheiten. Dieser Name sei von der Musiklehrerin Fräulein Schröder abgeleitet worden. „Sie war klein und rund – also eine richtige Murmel.“ Sie weiß auch noch, dass in der Sexta rund 80 Mädchen und Jungen, darunter viele Flüchtlingskinder, eingeschult worden sind. Davon haben knapp 20 Schüler das Abitur erreicht. Viele der Kinder gingen nach der Mittleren Reife ab und außerdem hatten auch viele Flüchtlingskinder im Laufe der Jahre die Insel wieder verlassen, begründet Dagmar Tanuschev den Schülerschwund.

Neben der O1M, der die Teilnehmer des Treffens angehörten, gab es noch einen sprachlichen Zweig. Alle Bemühungen, zu den Schülern der Parallelklasse Kontakt aufzunehmen, sind gescheitert, berichten die sechs Ehemaligen, die sich 30 Jahre nach dem Abitur in Norderstedt erstmals wieder getroffen haben. Seither kommen sie alle zwei Jahre zusammen, wobei die Treffen an den Wohnorten der Organisatoren stattfinden. So waren sie unter anderem einmal auf Zypern, aber auch in Stuttgart Trier und Berlin.

Spannend war es für die Besucher auch, gemeinsam mit Carl Wögens alte Bilder zu studieren und die einzelnen Lehrer zu identifizieren. Dabei stellte sich auch heraus, dass der Leiter der Eilun-Feer-Skuul in seiner Jugendzeit mit einer ganzen Reihe von Lehrkräften zu tun hatte, die auch schon seine Gäste unterrichteten.

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