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Landjugend Schleswig-Holstein : Neugründung auf Amrum

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Viele Besucher vom Festland kamen zur Premieren-Sitzung. Mit Föhr und Pellworm gibt es nun drei Inselgruppen im Kreisverband.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2017 | 12:30 Uhr

Oke Martinen fragte seine Freunde, die wiederum fragten ihre Freunde, und am Ende gründeten 25 junge Leute zwischen 13 und 30 Jahren auf Amrum eine Gruppe der Landjugend Schleswig-Holstein.

Martinen, der einmal den elterlichen Hof in Süddorf übernehmen wird und ab September nach Rendsburg zur Landwirtschaftsschule geht, lernte die Landjugend Schleswig-Holstein schon während seines zweiten Ausbildungsjahres in Rendsburg kennen und kam auch in seinem dritten Lehrjahr in Münster schnell in Kontakt mit den Mitgliedern der dortigen Gruppe. In einen fremden Ort zu kommen und gleich junge Leute kennenzulernen, die Scheunenfeste, Stoppelfeten, Trecker-Trecks und Stock-Car-Rennen veranstalten und alle vier Jahre einen zweitägigen gemeinnützigen Arbeitseinsatz auf die Beine stellten – das hatte was.

Ein bestehendes Netzwerk nutzen zu können, anderorts schnell Kontakt zu finden, Spaß zu haben und eigene Freizeitaktivitäten für Jugendliche zu organisieren, das macht auch für andere Amrumer Sinn, war Oke Martinen überzeugt und ergriff die Initiative.

Zur Gründung kam Unterstützung vom Kreis- und Landesverband. Björn Richardsen von der Landjugend in Leck und Felix Matz aus Bordelum von der Landjugend Reußenköge vertraten den Kreisjugendverband Nordfriesland und überbrachten eine Holzurkunde. Auch der männliche Vorsitzende der Landjugend Schleswig-Holstein (im Vorstand der Landjugend gibt es eine quotierte Doppelspitze) war persönlich angereist. Tim Blöcker aus Schmalstede nahe Flintbek bei Kiel, der im Hauptberuf Maschinenbauingenieur ist, führte routiniert durch die Versammlung, managte die Vorstandswahlen und klärte alle formalen und finanziellen Fragen.

Gewählt wurden als Vorsitzende Stine Knauer (22) aus Nebel und Oke Martinen (20) aus Süddorf; stellvertretende Vorsitzende sind Stina Böhling (17) aus Norddorf und Martin Gerrets (24) aus Süddorf. Schriftführer ist Bastian Friedrichs (25) aus Nebel, für die Kasse ist André Moltzen (24) aus Süddorf zuständig, Getränkewart ist Nis Motzke (21) aus Süddorf und als Kassenprüfer (jeweils für zwei Jahre) wurden Kai Petersen (30) und Thore Outzen (24), beide aus Süddorf, gewählt.

Nach der Wahl stellten die Gäste vom Festland die Organisation der Landjugend Schleswig-Holstein sowie deren Freizeitaktivitäten und Schulungsangebote vor, und die Amrumer sammelten erste Vorschläge für eigene Aktionen. Diese reichten von der Busfahrt zur Grünen Woche in Berlin und Scheunenfesten über die Teilnahme am Tauziehen auf Föhr, Paintball, Kartfahren und Grillen bis zum Boßeln mit der Landjugend auf den Nachbarinseln.

Amrum ist nun neben Föhr und Pellworm die dritte Insel unter den zwölf Landjugendgruppen im Kreisverband Nordfriesland. Ein eigenes Logo gibt es bereits, das bald auch auf T-Shirts und Pullover gedruckt werden soll, „damit man nicht nur als Gruppe zusammen irgendwo hinfährt, sondern auch so aussieht“.

„Wir machen Freizeitgestaltung von Jugendlichen für Jugendliche“, sagte Tim Blöcker. Die Landjugend Schleswig-Holstein sei mit nun 76 Gruppen und rund 6000 Mitgliedern der größte Jugendverband im ländlichen Raum. Die Mehrheit der Aktiven arbeitet längst nicht mehr nur in „grünen Berufen“. Die Jugendlichen vertreten allgemeine Interessen junger Menschen auf dem Land, sind politisch aber auch im Agrarbereich engagiert und mit dem Bauernverband Schleswig-Holstein gut befreundet.

Die drei Amrumer Bürgermeister waren terminlich verhindert und wurden von der stellvertretenden Nebeler Bürgermeisterin Elke Dethlefsen vertreten. Sie überbrachte Grüße, versprach ideelle Unterstützung und wünschte „viel Erfolg und Freude miteinander“.

Und die hatte die Landjugend an ihrem ersten Amrumer Abend, die bis zum frühen Morgen feierten. Nur den frisch gewählten Vorsitzenden Oke Martinen rief die Pflicht zeitig ins Bett: Auf dem Hof war man noch mitten in der Getreideernte. Als er sich am frühen Morgen auf den Weg zur Arbeit machte, kehrten die gut gelaunten Gäste gerade heim.

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