Fusion auf Amrum? : Neuer Vorstoß für Insel-Kommune

(Sonnen)-Untergangsstimmung oder Aufbruch zu neuen Ufern? Die Frage einer Gemeindefusion wird kontrovers diskutiert. Foto: Oelers
(Sonnen)-Untergangsstimmung oder Aufbruch zu neuen Ufern? Die Frage einer Gemeindefusion wird kontrovers diskutiert. Foto: Oelers

Sollen Wittdün, Nebel und Norddorf zur Gemeinde Amrum verschmelzen? Die Wittdüner SPD-Fraktion regt eine neue Debatte darüber an. Insulaner begrüßen den Vorschlag.

shz.de von
11. Januar 2012, 08:44 Uhr

Amrum | Schon oft wurde über einen Zusammenschluss der drei selbstständigen Amrumer Kommunen Wittdün, Nebel und Norddorf zu einer Gemeinde Amrum - kontrovers - diskutiert. Nun hat sich der SPD-Ortsverein Amrum entschlossen, einen neuen Anlauf zu wagen und einen entsprechenden Antrag in die Gemeindevertretung eingebracht. Diese hatte bereits 2007 einstimmig beschlossen, die Gründung einer Gemeinde Amrum anzustreben und entsprechende Initiativen zu fördern. "Zu dieser Aussage stehen wir immer noch und unterstützen den Antrag der SPD-Fraktion", erklärte Jungclaus.
"Es wird immer schwieriger, Bürger zu finden, die in ihrer Freizeit Aufgaben in der Kommunalpolitik übernehmen wollen. Viele mussten im Laufe der Jahre feststellen, dass es nicht mit der Teilnahme an Sitzungen getan ist". Die Flut an Änderungen im Kommunalrecht und neue Trends erforderten Aufmerksamkeit. Viel Arbeit für die 29 ehrenamtlichen Politiker auf Amrum.
Zustimmung der Amrumer Bürger
Die SPD-Fraktion bezieht sich in ihrem Antrag auf einen offenen Brief, in dem der frühere Amrumer Amtsvorsteher Peter Martinen im Janaur 2011 die Bildung einer Gemeinde Amrum erneut angeregt hatte. Dieser Vorschlag treffe bei vielen Amrumer Bürgern auf deutliche Zustimmung, zeigen sich die Antragsteller überzeugt.
Eine Überzeugung, die auch Jürgen Jungclaus aufgrund verschiedener Gespräche mit Insulanern teilt. Eine wertfreie Betrachtung sei unumgänglich, wolle man sich nicht in der Kleingliedrigkeit der einzelnen Gemeinden auf Amrum verlieren, so Jungclaus. "Dieses Thema darf nicht schon vor der ersten Diskussion an bestehenden Befindlichkeiten scheitern", fordert der Wittdüner Bürgermeister, ein Für und Wider über die 29 Kommunalpolitiker hinaus ergebnisorientiert zu betrachten.
"Die Zeit für eine Gemeinde Amrum ist reif"
"Eine Gemeinde Amrum liegt im Interesse aller Einwohner. Die Zeit dafür ist reif", sind die Wittdüner Sozialdemokraten überzeugt. Die Finanznot im Land zwinge auch die Insel zum Kostensparen, zur Bündelung aller Mittel und Kräfte, denn dreigeteilt bekomme Amrum nichts auf die Reihe. Das mit "Project M" erarbeitete gesamtinsulare Infrastrukturprogramm lasse sich nur gemeinsam verwirklichen.
Außerdem könne auf der Insel nur dann auch künftig eine einheitliche Kurabgabe erhoben werden, wenn die erforderliche Kalkulationsgrundlage auf den zusammengefassten Kosten und Erlösen aller drei Gemeinden basiere. Sonst drohten künftig in Nebel und Norddorf deutliche Einnahmeverluste, so die SPD.
Amt Föhr-Amrum soll eingebunden werden
"Diesen Erkenntnissen kann sich die Gemeindevertretung Wittdün nicht länger verschließen und muss endlich den ersten Schritt tun", machen die Antragsteller Druck. Sie wollen in einen eventuellen Fusionsprozess das Amt Föhr-Amrum als neutralen Berater einbinden.
Die Gemeindevertretung Wittdün beschloss einstimmig, die Amtsdirektorin aufzufordern, die Bürger der Insel zu einer Informationsveranstaltung einzuladen, bei der Kosten sowie Vor- und Nachteile einer Gemeindefusion neutral aufgezeigt werden sollen. Außerdem soll hier den Insulanern die Gelegenheit gegeben werden, sich zur möglichen Bildung einer Gemeinde Amrum zu äußern. Die Gemeindevertretungen in Nebel und Norddorf werden von den Wittdüner Kommunalpolitikern gebeten, sich diesem Beschluss anzuschließen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen