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Insel-Bote

19. August 2017 | 17:06 Uhr

Rollentausch : Neuer Schiedsmann im Amt

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Nach 20 Jahren übergibt Magnus Pedersen den Stab an seinen Stellvertreter und rückt an dessen Stelle.

„Schlichten statt Richten“ lautet das Motto von Schiedsfrauen und Schiedsmännern, die ehrenamtlich und unter Aufsicht des zuständigen Amtsgerichtes tätig werden. Sie stellen eine vorgerichtliche Instanz dar, um typischerweise nachbarschaftliche Streitigkeiten und leichtere strafrechtliche Angelegenheiten zu schlichten, damit diese gar nicht erst vor Gericht ausgetragen werden. Typische Beispiele sind Probleme mit Grenzbäumen, Heckenhöhen, oder Beleidigungen.

Als Schiedsmann für Föhr-Land arbeitet Magnus Pedersen schon seit zwanzig Jahren in diesem Sinne und er schwärmt von einer „richtig schönen Schlichtung“. Er ist aber auch ein wenig stolz, wenn er es schafft, dass sich die Kontrahenten in einem sogenannten Tür- und Angelfall wieder die Hand geben und sich vertragen. Nun hat der Oldsumer Magnus Pedersen einen Schritt zurück gemacht und seinen bisherigen Stellvertreter Dieter Paape aus Oevenum in die erste Reihe geschickt. Paape hat inzwischen alle notwendigen Fortbildungen besucht und war in der Regel in die aktuellen Fälle eingebunden. Mit anderen Worten: Die beiden haben ihren Posten getauscht.

„Wir wollen anderen helfen und zu einem beidseitig akzeptierbaren Kompromiss finden, bei dem jeder sein Gesicht wahrt“, sind sich die beiden Schiedsmänner einig. Sind sie erfolgreich, wird das rechtsverbindliche Ergebnis in einem Protokoll festgehalten. Falls es zu keiner Einigung kommt, wird eine Erfolglosigkeitsbescheinigung ausgestellt, die dann dem Gericht vorgelegt werden kann. Landet die Streitigkeit dort, wird es auf jeden Fall teurer. Schon der Hinweis auf die zu erwartenden Kosten lässt so manchen Streithahn ruhiger werden, denn ein Schlichtungsverfahren kostet nur um die 50 Euro.

Vorgesetzte der Schiedsmänner und Schiedsfrauen ist die Direktion des jeweiligen Amtsgerichtes. Diese berät auch bei Bedarf und erhält Rückmeldungen im Rahmen von regelmäßigen Dienstbesprechungen. „Die Mitarbeiter im Amtsgericht Niebüll sind sehr zuvorkommend und hilfsbereit“, bestätigen Magnus Pedersen und Dieter Paape und fügen hinzu, dass es auf Föhr-Land weniger Streitigkeiten zu schlichten gibt als in Wyk. Insgesamt sind die beiden durchschnittlich sechsmal im Jahr gefordert, dürfen unter bestimmten Umständen aber auch Anträge ablehnen. Im Erfolgsfall gibt es eine kleine Prämie, anderenfalls lediglich eine Auslagenerstattung für diese ehrenamtliche Tätigkeit, die aber als dienstsiegelführende Behörde gilt und die der Verschwiegenheitspflicht unterliegt; diese gilt sogar für einen dem Schlichtungsverfahren folgenden Prozess.

Wie kommt man an den zuständigen Schiedsmann beziehungsweise an die zuständige Schiedsfrau? Man kann sich einerseits an das Amt beziehungsweise das Amtsgericht wenden oder die Polizei oder das Amtsgericht verweist vor der Aufnahme der weiteren Bearbeitung auf die Möglichkeit eines Schiedsverfahrens.

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