Schöneberg-Gelände : Neuer Investor will weniger Appartements bauen

Der neue Besitzer will das Hotel so bauen, wie es von seinem Vorgänger geplant wurde.
Der neue Besitzer will das Hotel so bauen, wie es von seinem Vorgänger geplant wurde.

Das Grundstück an der Gmelinstraße hat den Besitzer gewechselt. Die Hotelpläne sollen umgesetzt werden.

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11. Juni 2014, 07:00 Uhr

Völlig neue Entwicklung beim geplanten Hotelprojekt in der Gmelinstraße: Der bisherige Investor, die Bauwo Grundstücks AG aus Hannover, hat das Gelände an einen Privatmann verkauft. Wolfgang Müller, seit 14 Jahren bekennender Föhr-Fan, will das Hotel so wie von seinem Vorgänger geplant umsetzen, aber deutlich weniger Appartements bauen. Außerdem will der Unternehmer aus dem Sauerland für sich selbst ein Einfamilienhaus errichten.

In nichtöffentlicher Sitzung hat die Stadtvertretung bereits grünes Licht für die Erarbeitung von Verträgen mit dem neuen Grundstücksbesitzer gegeben, durch die sicher gestellt werden soll, dass dort die von der Stadt gewünschte Bebauung und Nutzung realisiert wird. Baubeginn soll nach den Plänen des neuen Besitzers nach der Sommersaison 2015, die Fertigstellung zwei Jahre später sein. Damit könnten die Vermieter von Ferienobjekten in der Nachbarschaft die Saison im kommenden Jahr noch planen. „Es ist mir wichtig, die Ressourcen der umliegend Betriebe zu schonen“, so Müller.

Der bisherige Investor habe das Hotel hervorragend geplant, die Baugenehmigung sei erteilt und Einsprüche von Anwohnern wegen des Schallschutzes inzwischen abgewiesen worden. „Das Hotel kann eins zu eins umgesetzt werden“, plant Müller genau wie sein Vorgänger, sobald ein passender Betreiber gefunden ist, ein Vier-Sterne-Plus-Haus mit 300 Betten zu errichten. „Die Insel und ich brauchen eine starke Marke, die das mit Professionalität angeht“, beschreibt der neue Eigentümer die Anforderungen an einen künftigen Hotelbetreiber und kündigt an, alle großen Ketten anzusprechen.

Während also die Hotelpläne so, wie seinerzeit von der Bauwo präsentiert, verwirklicht werden sollen, wird die Ostseite des Grundstücks, auf der ursprünglich neun Häuser mit insgesamt 55 Appartements entstehen sollten, neu überplant. Anders als sein Vorgänger sei er nicht auf den Verkauf von Appartements zur Finanzierung des Hotelbaus angewiesen, sondern wolle lediglich so viele Wohnungen schaffen, wie für einen wirtschaftlichen Betrieb des Hotels notwendig seien, so Müller.

„Ich benötige keine Subventionen sondern erstelle das alles aus Privatmitteln. Das ist die sicherste Situation, auch für die Gemeinde“, meint der Investor. „Ich brauche keine neun Appartementhäuser“, berichtet Müller, dass er lediglich zwei Häuser mit insgesamt 24 Appartements errichten wolle. Diese sollten deutlich kleiner werden, als die von seinem Vorgänger geplanten Wohnungen und auch nicht veräußert werden. Ihre Lage und Ansicht von der Gmelinstraße aus soll sich nicht ändern. „Aber es wird sehr viel Grünfläche neu angepflanzt“ kündigt Müller an.

Für diese Häuser müssen nun neue Pläne gezeichnet und Anträge gestellt werden. Müller will dabei mit den bisherigen Planern zusammenarbeiten. Das allerwichtigste seien jetzt ein Durchführungs- und ein städtebaulicher Vertrag mit der Stadt. „Ich brauche Planungssicherheit“, will Müller „mit Volldampf an die Arbeit gehen“, sobald diese Verträge abgeschlossen sind. Sein Ziel: „Das muss ein Vorzeigeobjekt für die Insel werden.“

Der neue Investor war nach eigenem Bekunden bisher nicht im Hotel- und Immobiliengeschäft tätig. „Ich darf mein Geld mit anderen Dingen auf dieser Erde verdienen“, berichtet Wolfgang Müller, der unter anderem Geschäftsführer einer Ingenieurgesellschaft ist, dass er mehrere Firmen betreibe. Seit 14 Jahren mache seine Familie, anfangs noch mit den beiden inzwischen erwachsenen Kindern, Urlaub auf Föhr. Er habe gelesen, dass es auf dem Grundstück an der Gmelinstraße nicht weitergehe und daraufhin den ursprünglichen Investor angeschrieben und Kontakt mit der Stadt aufgenommen. Nachdem die Wyker Politiker ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit bekundet hätten, habe er das Grundstück dann gekauft, auf dem auch ein Wohnhaus für seine Familie entstehen soll. „Wir wollen hier her ziehen“, kündigt Wolfgang Müller an.

„Es ist gut, dass es auf dem Grundstück weitergeht und ich hoffe und hoffe dass daraus jetzt etwas wird“, kommentiert Bürgermeister Paul Raffelhüschen die neue Entwicklung.

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