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In Süderende : Neuer Glanz für alte Bilder

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die St.-Laurentii-Gemeinde will historische Gemälde restaurieren lassen. Dafür werden Spender gesucht.

shz.de von
erstellt am 29.Jun.2016 | 12:30 Uhr

Die historischen Gemälde der St. Laurentii-Kirche in Süderende sind restaurierungsbedürftig. Nicht nur der Zahn der Zeit sondern auch die damit verbundenen Umwelteinflüsse nagen an Kunstwerken. Die Kirchengemeinde hat nun Erhaltungsarbeiten geplant. Eine Bestandsaufnahme zur Festlegung der erforderlichen Restaurierungsmaßnahmen ist bereits gemeinsam mit der Midlumer Restauratorin Birgit Hölzer erfolgt. Der Beginn der Arbeiten ist für das zweite Halbjahr 2016 vorgesehen.

Bei den restaurierungsbedürftigen Gemälden handelt es sich unter anderem um Werke von Föhrer Künstlern, die über die Insel hinaus bekannt geworden sind. Das bekannteste der drei Bilder ist ein Aquarell von Oluf Braren, ein Christus-Portrait aus den 1820-er Jahren. Vor einigen Jahren stiftete es ein Gemeindemitglied der Kirche. Es kann heute im Norderquerschiff besichtigt werden.

Oluf Braren, am 25. Februar 1787 in Oldsum geboren, entstammte einer Bauern- und Schmiedefamilie. Er war seit seinem 19. Lebensjahr Dorfschullehrer, zunächst auf Sylt und anschließend auf seiner Geburtsinsel Föhr. Seine zweite Begabung entdeckte er im Zeichnen und in der Malerei, die er kontinuierlich weiterentwickelte. Im Alter von 52 Jahren, am 22. März 1839, verstarb Oluf Baren. Zu Lebzeiten wurde er als Künstler nicht geschätzt, obwohl er vielleicht der ursprünglichste und typischste der nordfriesischen Maler gewesen ist. Erst im 20. Jahrhundert wurden seine Werke als die „großartigsten Leistungen der bekannt gewordenen Laienmalerei“ gewürdigt. Noch heute befinden sich Gemälde Brarens im Privatbesitz und in Museen, unter anderem im Friesenmuseum in Wyk.

Ein weiteres Gemälde, das heute an der Südseite des Chorraums hängt, stammt ebenfalls von einem Föhrer. Es ist das Bild „Jesus bei Maria und Martha“ von Namen Peter Matthiesen. Matthiesen, am 18. Juli 1799 in Hedehusum geboren, hat dieses Werk, wie aus dem kirchlichen Inventarverzeichnis von 1871 zu entnehmen ist, um 1840 gemalt und 1869 der Kirche geschenkt. Während seiner Utersumer Schulzeit wurde sein Lehrer Oluf Baren auf die zeichnerische Begabung des jungen Matthiesen aufmerksam und riet ihm zu einer künstlerischen Ausbildung. Matthiesen folgte diesem Rat und besuchte die Malschule von Wilhelm Tischbein, dem Hofmaler des Herzogs von Oldenburg, in Eutin, und Freund Goethes. 1819 besuchte Baren seinen ehemaligen Schüler und Tischbein in Eutin. Daraus ergab sich eine künstlerische Verbindung, die durch die Impulse aus der Werkstatt von Tischbein Einfluss auf die Malweise von Braren und Matthiesen nahm. Namen Peter Matthiesens künstlerischer Nachlass ist klein und umfasst nur etwa zehn Bilder.

Dringende Erhaltungsarbeit ist auch bei dem an der nördlichen Chorraumwand hängenden Ölgemälde, bezeichnet mit „Jens Kirkerup allhier 25jähriger Prediger“, notwendig. Es ist ein Brustbild des Pastors mit kurzer, weißer Perücke, dessen rechte Hand ein Buch hält. Jens Kirkerup stammte gemäß den Geschlechterreihen St. Laurentii-Föhr von Lorenz Braren (1886 – 1953) aus Kopenhagen und war zunächst von 1757 bis 1764 Diakon und anschließend von 1763 bis 1782 Pastor in Süderende.

Die aufwändigen Restaurierungsarbeiten sind mit einem nicht unerheblichen finanziellen Aufwand für die Kirchengemeinde verbunden, der nicht ohne weiteres zu stemmen ist. Trotzdem sind sowohl Pastor Dirk Jeß als auch der Kirchengemeinderat und viele kunstinteressierte Gemeindemitglieder der Überzeugung, dass das Föhringer Kulturgut erhalten bleiben muss. Sie hoffen nun auf Spenden, die auf das Konto der Kirchengemeinde mit dem Zweck „Gemälderestaurierung“ überwiesen werden können. Eine Spendenquittung kann auf Wunsch ausgestellt werden. Weitere Informationen gibt es im Kirchenbüro, ✆  04683/350 oder per E-Mail unter der Adresse st.laurentii-foehr@t-online.de.

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