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Insel-Bote

23. August 2017 | 07:11 Uhr

in Wyk : Neuer Glanz für alte Bilder

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Sponsoring macht’s möglich: Das Friesenmuseum konnte vier Gemälde in die Werkstatt geben.

Im Wyker Carl-Häberlin-Friesenmuseum schlummern seit über 100 Jahren Schätze aller Art, für deren Erhalt bisher wenig Mühe aufgewandt wurde. „Die Bestandspflege können sich eigentlich nur große Museen mit entsprechendem Etat leisten“. Dies stellt Jürgen Ostmann fest, der inzwischen in Wyk ein lieb gewordener Gast geworden ist. Der Kunsthistoriker, der sich als „Hilfskustos der Museen“ sieht, ist im Auftrag der Fielmann AG unterwegs, die seit über 20 Jahren 150 mittlere und kleinere Museen, davon rund 100 in Schleswig-Holstein, unterstützt. Darunter auch das Friesenmuseum, das nicht nur bei Neuerwerbungen, wie zum Beispiel beim Kauf eines Bildes des Berliner Genre- und Bildnismalers Paul Ernst Hildebrandt aus dem Jahr 1908, sondern auch bei der Restaurierung der Bestände unterstützt wird.

Museumsleiterin Jutta Kollbaum-Weber hatte sich vier Bilder aussuchen dürfen, die besonders hilfebedürftig waren. Alle vier Werke stammen aus dem Altbestand des Hauses und wurden von dem Kieler Restaurator Jochen Rosehr in mehrwöchigem Einsatz wieder auf den besten Stand gebracht. Dabei wurden die Bilder von ihm unter anderem sorgfältig vom Schmutz eines ganzen Jahrhunderts befreit, wo nötig erneuert, und auch die Rahmen hat der Fachmann wieder in einen präsentablen Zustand gebracht.

Jürgen Ostmann reiste nun nach Föhr, um diese Werke persönlich zu überbringen. „Wie ich mich freue!“ So lautete der Kommentar von Jutta Kollbaum-Weber, als sie die restaurierten Bilder in Empfang nehmen konnte. Eines davon ist eine Aufsicht auf Föhr eines unbekannten, vermutlich heimwehkranken Föhrer Amerika-Auswanderers. Eine Fotografie dieses Bildes, vor seiner Reise nach Kiel entstanden, zeigt eindrucksvoll, in welch schlechtem Zustand es gewesen ist. „Ein Museum wollte einmal dieses Werk als Leihgabe, hat es dann aber als nicht ausstellungswürdig abgelehnt, berichtet Kollbaum-Weber, mit dem Hinweis auf abgeblätterte Farbstellen. Leider habe man im Friesenmuseum wenig Informationen über die Bestände aus Häberlins Zeiten und wisse auch kaum etwas über dieses Werk. Zwar habe der Restaurator Reste einer Signierung gefunden, die aber nicht lesbar war. Um so mehr freuten sich Kollbaum-Weber und Ostmann auf der Rückseite eine Datierung zu finden, die 1844 als Entstehungsjahr angibt. „Dies dürfte eines der ersten Gemälde sein, auf denen ein Dampfschiff dargestellt ist“, konstatierte der Besucher vom Festland nach genauester Betrachtung des Bildes.

Von Jochen Rosehr überarbeitet wurde auch ein Bild von Julius Stockfleth aus dem Jahr 1925. „Ich verweise auf dieses Bild immer bei Führungen, zeigt es doch den Sandwall, wie ihn sich heute keiner mehr vorstellen kann“, so die Museumsleiterin. Sie verwies weiter auf das dritte restaurierte Werk, das von dem professionellen Dithmarscher Maler Adolf von Horsten stammt. Dieser sei oft während des Sommers auf Föhr gewesen und offensichtlich auch einmal im Winter, handelt es sich bei diesem Bild doch um eine Schneedarstellung. Die begeisterte Jürgen Ostwald ganz besonders, sei doch gerade die künstlerische Darstellung von Schnee besonders anspruchsvoll.

Das vierte Ölgemälde, das wieder in optimalem Zustand erstrahlt, ist die Darstellung eines Seemannes, die Christian Heyden im Jahr 1929 gemalt hat. Der aus Köln stammende Portraitmaler war häufig auf Föhr und mit Carl Häberlin gut bekannt.

Diese Restaurierungsmaßnahme war, wie Jürgen Ostmann ankündigte, erst der Beginn. Die Bemühungen um den Erhalt der Bestände sollen fortgesetzt werden. Dabei wies Ostmann ausdrücklich darauf hin, dass diese Hilfsmaßnahmen mit keinerlei Bedingungen verbunden sind. „Es müssen keine Sponsorenhinweise angebracht werden und falls die Bilder in den Fundus kommen sollten, hat die AG auch kein Problem damit“.


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erstellt am 13.Apr.2016 | 12:30 Uhr

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