Südstrand Wyk : Neue Ideen für die ehemalige Kurverwaltung

Schon bald  'Zentrum für nachhaltige Entwicklung'?  Für die ehemalige Südstrand-Kurverwaltung gibt es neue Konzepte.  Foto: len
Schon bald "Zentrum für nachhaltige Entwicklung"? Für die ehemalige Südstrand-Kurverwaltung gibt es neue Konzepte. Foto: len

Einige Tränen wurden dem Wyker Umweltzentrum nachgeweint, als es vor ein paar Jahren dicht gemacht wurde. Nun könnte in der ehemaligen Kurverwaltung am Südstrand eine Nachfolge-Einrichtung entstehen.

shz.de von
28. Oktober 2009, 10:31 Uhr

Wyk | In exponierter Lage am Wyker Südstrand steht seit etwa 30 Jahren das Gebäude der Kurverwaltung, in dem unter anderem der frühere Kurdirektor Erwin Krewenka sein Büro mit traumhaftem Blick auf das Wattenmeer eingerichtet hatte. Inzwischen gibt es in dem Gebäude noch die Wattwerkstatt der Schutzstation Wattenmeer, Räume für die Selbsthilfeorganisation "Brücke", das Café und einige Wohnungen, aber keine Kurverwaltung mehr. Das Gebäude selbst ist nicht mehr im besten Zustand. Es besteht, so Christian Stemmer vom Liegenschaftsbetrieb des Amtes, Sanierungsbedarf, denn die Fassade, die Wärmedämmung, sanitäre Anlagen, Fenster und Türen und einiges mehr entsprechen nicht mehr den Anforderungen.

So lag es nahe, im Rahmen des Infrastruktur-Entwicklungsprogrammes über die Umnutzung der ehemaligen Kurverwaltung nachzudenken. Ein "Zentrum für nachhaltige Entwicklung" wird angestrebt und im Rahmen des Projektes "Aktiv Region" konnte die finanzielle Förderung einer Machbarkeitsstudie erreicht werden.
Urlauber der Insel ansprechen

Beim Auftakt-Workshop unter Moderation von Peter Hübner, Mitarbeiter des Büros "Project M", konnten die potenziellen zukünftigen Nutzer des Zentrums ihre Wünsche formulieren. Wyks Bürgermeister Heinz Lorenzen verwies zu Beginn darauf, dass sich das Gebäude an diesem Standort anbiete, die Themenbereiche Wattenmeer, Klimaschutz, Anstieg des Meeresspiegels und regenerative Energien zu verknüpfen und die Urlauber auf der Insel anzusprechen.

Außerdem sollen das Nationalpark-Infozentrum sowie die Einrichtung der Schutzstation Wattenmeer die Attraktivität des Standortes unterstreichen. Walter Stubenrauch vom Nationalpark-Zentrum, Christof Götze von der Schutzstation sowie Café-Betreiber Lücke standen dabei vor der eher ungewohnten Situation, ihren Wünschen freien Raum lassen zu können. Annemarie Lübcke, die bei der Veranstaltung die "Aktiv Region" sowie den BUND vertrat, machte klar, dass der BUND in Zukunft in der geplanten Mehrgenerationen-Einrichtung unterkomme und deshalb auf Räume am Südstrand verzichte.

"Legen Sie sich nicht zu früh Scheuklappen an", forderte Peter Hübner die künftigen Nutzer auf. "Abstriche von den Vorstellungen können immer noch vorgenommen werden". Ausführlich wurde im Verlauf des Workshops der Raumbedarf für das Nationalpark-Infozentrum diskutiert. Deutlich wurde dabei dass Stubenrauch und Götze bereits im Vorweg die Zusammenarbeit am Südstrand diskutiert haben und eine gemeinsame Nutzung der Einrichtungen, unter anderem der Wattwerkstatt, keine Probleme bereiten würde.
Verlegung der Ausstellungen

Zwar sei von der Lage her, so Walter Stubenrauch, das Amtsgebäude am Hafen optimal. Andererseits schrecke der offizielle Charakter dieses Gebäudes aber Besucher ab. Es habe sich auch gezeigt, so Stubenrauch, dass die Tagestouristen nur etwa zehn Prozent der Besucher ausmachten. Unter diesem Gesichtspunkt sei eine Verlegung der Ausstellungen an den Südstrand durchaus denkbar. Armin Korok, der Chef der Föhrer Tourismus GmbH, erinnerte an die veränderte Situation bei den Zielgruppen. "Die Best-Ager werden in Zukunft massiv beworben". Unter diesem Gesichtspunkt müsse das Ausstellungskonzept auch auf deren Interessen ausgerichtet werden.

Nachdem nun die Wünsche der Nutzer ermittelt sind, wird von "Project M" ein Grobkonzept mit Kostenschätzung erarbeitet. Bereits im Dezember und Januar sind weitere Workshops geplant. Im Februar, das kündigte Peter Hübner an, könnte die abschließende Studie vorgestellt werden. Wenn dann alle konzeptionellen Grundlagen und die Finanzierung auf sicheren Beinen stehen, könnte - so die Hoffnung aller Beteiligten - zum Ende des kommenden Jahres mit dem Umbau des Gebäudes begonnen werden.

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