Friesenmuseum : Neue Flügel für die alte Mühle

Gemeinschaftsaktion auf dem Museumsgelände: Uwe Lorenzen (re.) bewacht die Montage der neuen Flügel.
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Gemeinschaftsaktion auf dem Museumsgelände: Uwe Lorenzen (re.) bewacht die Montage der neuen Flügel.

Ehrenamtlicher Einsatz: Der Zimmermann Uwe Lorenzen freute sich über eine knifflige Aufgabe.

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19. Januar 2015, 12:15 Uhr

Sie bewegt sich wieder, beziehungsweise könnte es, wenn man sie ließe: Die kleine Bockwindmühle im Garten des Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museums in Wyk erstrahlt wieder in neuem (Flügel)-Glanz. Zu verdanken hat sie ihre Schönheitskur dem Zimmermann Uwe Lorenzen. Für seine Freude, knifflige Aufgaben zu meistern, ist er bekannt, weshalb Museumsleiterin Jutta Kollbaum-Weber sich auch an ihn wandte mit der Fragestellung, ob er eine Möglichkeit sehe, die alten, durchgerotteten Flügel der Mühle zu ersetzen.

„Ich hatte kaum gefragt“, erzählt Weber anerkennend, „da hatte Uwe bereits alles organisiert.“ Mehr als 50 – selbstverständlich ehrenamtliche – Arbeitsstunden hat der findige Zimmerer gebraucht, um die anspruchsvolle Aufgabe zu bewältigen. Immerhin müssen die Mühlenflügel eine bestimmte Wölbung haben und in eine spezielle Welle eingefügt werden.

Helfer fand Uwe Lorenzen in dem Schmied Hans Nissen, der die Welle baute und in seinem Chef Frerk Jensen, der das Eichenholz für die Flügel spendierte und seine Werkstatt zur Verfügung stellte. Mit weiterer Hilfe der beiden musealen Hausmeister Hans-Werner Ganzel und Konstantin Sosnowsky sowie Uwe Ingwersen und Karl-Heinz Pergande vom Vorstand des Museumsvereins konnte das Mühlenprojekt am Sonnabend vollendet werden, indem Mühle und Flügel wieder vereint wurden.

Sowohl Christian Roeloffs als Vorsitzender des Museums-Zweckverbandes als auch Jutta Kollbaum-Weber sind sehr dankbar und froh, dass die alte „Freundin des Windes“ wieder in ganzer Schönheit auf dem Museumsgelände zu bewundern ist.

Die von der Hallig Langeneß stammende Bockwindmühle war 1926 vom Langeneßer Peter Hansen erbaut und zum Mahlen von Brotgetreide verwendet worden. Sie kam 1953 in einer der letzten Aktionen von Dr. Carl Häberlin nach Föhr, bevor der Namensgeber des Friesenmuseums 1954 verstarb. Bockwindmühlen gab es früher auch auf der Insel Föhr in nahezu jedem Dorf. Ihren Namen haben sie von dem drehbaren Bock auf dem der Mühlenkörper sitzt, der von Hand in den Wind gedreht werden musste. Eine umständliche Handhabung, weshalb die Bockwindmühlen im 19. Jahrhundert durch die größeren und effektiveren Holländermühlen abgelöst wurden.

Vor Uwe Lorenzen hatte bereits der Gotinger Hans Rave der Museumsmühle neue Flügel gebaut, die nun allerdings dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen waren. Das Eichenholz halte sicherlich recht lange, so Kollbaum-Weber, die erklärend hinzufügt, dass die kleine Mühle, deren Mahlwerk noch vollständig ist, selbstverständlich voll funktionsfähig sei, man ihre Flügel aber aus Sicherheitsgründen „lahm gelegt“ habe.

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