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In Norddorf : Neue Attraktion für das Naturzentrum

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Mitarbeiter des Öömrang Ferian finden einen toten Schweinswal am Strand. Das Skelett soll präpariert und dann ausgestellt werden.

shz.de von
erstellt am 28.Sep.2014 | 10:45 Uhr

Im Multimar Wattforum in Tönning ist das Walskelett eines Pottwals die Besucherattraktion. Bald schon soll auch im Norddorfer Naturzentrum des Öömrang Ferian ein Walskelett gezeigt werden – allerdings in anderen Dimensionen. Denn in Tönning wird ein riesiger Blauwal gezeigt, in Norddorf soll ein dagegen wie ein Zwerg wirkender Schweinswal die Ausstellung bereichern.

Der wurde den Mitarbeitern des Naturzentrums quasi vor die Füße gespült. Dem Hinweis eines Gastes folgend, hatten sie das tote Tier am Norddorfer Strand entdeckt. Der Wal wurde dann durch den Amrumer Seehundjäger Kai Michael Prellwitz-Paulsen geborgen und untersucht. Es handelte sich um ein etwa 1,70 Meter langes männliches Tier im Alter von zirka acht Jahren. Über die Todesursache kann nur gemutmaßt werden, der Schweinswal hatte aber eine Kopfwunde. Ob diese ursächlich für den Tod war oder erst später entstand, ist unbekannt.

Die auch in der Nordsee heimischen Gewöhnlichen Schweinswale (Phocoena phocoena) gehören, wie die nah verwandten Delfine, zu den Zahnwalen. Sie sind die kleinsten Zahnwale und werden bis zu 1,90 Meter groß und 50 bis 60 Kilogramm schwer. Sie leben in den Küstengebieten des Nordatlantiks, Nordpazifiks und des Schwarzen Meeres und ernähren sich von Fischen, Krebsen und Tintenfischen. Diese werden während des etwa sechsminütigen Tauchens in bis zu 80 Metern Tiefe gejagt. Die Meeressäger leben meist in kleinen Gruppen mit bis zu acht Tieren, es können aber auch gelegentlich, besonders zur Geburtszeit, größere Gruppen auftreten. Die Tiere werden durchschnittlich zehn Jahre alt und sind ab etwa vier Jahren geschlechtsreif. Die Jungtiere sind bei der Geburt etwa 70 Zentimeter lang und wiegen zirka sechs Kilogramm. Sie werden ungefähr acht Monate gesäugt, fressen aber bereits ab einem Alter von fünf Monaten selbstständig.

Der Bestand der Schweinswale in der Nordsee wird momentan auf etwa 230 000 Tiere geschätzt, doch ersticken jedes Jahr mindestens 7000 Tiere in Fischernetzen. Um diese Tiere zu schützen wurde im Jahr 1999 vor Amrum und Sylt das einzige deutsche Walschutzgebiet ausgewiesen. Untersuchungen ergaben, dass dort auffallend viele Schweinswale leben, das Schutzgebiet somit gerechtfertigt ist. Die Schweinswale werden nicht nur durch Fischernetze bedroht, auch Nahrungsmangel, Wassererwärmung und -verschmutzung sowie der Bau von Windparks können ihren Fortbestand gefährden.

Das Skelett des auf Amrum gefundenen Schweinswals fachgerecht zu präparieren, ist nicht ganz billig. Deshalb hofft der Öömrang Ferian auf Spender, die einen Beitrag dazu leisten wollen, dass die Ausstellung um diese neue Attraktion bereichert werden kann.

Spendenkonto: IBAN DE64 2179 1906 0020 1053 25, Stichwort: „Wal-Spende“, Informationen: www.naturzentrum-amrum.de, oder
✆ 04682/1635.





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