Föhr und amrum im Jahr 2014 : Neubau vor der Fertigstellung abgerissen

Der Bauherr hielt sich nicht an die Vorgaben: Ein nagelneues Einfamilienhaus fiel dem Bagger zum Opfer.
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Der Bauherr hielt sich nicht an die Vorgaben: Ein nagelneues Einfamilienhaus fiel dem Bagger zum Opfer.

Stadt setzte ein wichtiges Signal gegen die Missachtung des Baurechts – der zweite Teil unseres Jahresrückblicks.

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06. Januar 2015, 20:00 Uhr

Juli: Zu einen tragischen Unfall kam es vor der Alten Meierei in Oevenum. Drei Autos stießen zusammen, ein 56-jähriger Föhrer verstarb noch an der Unfallstelle. Den Schülern des 12. und 13. Jahrgangs der Eilun-Feer-Skuul wurde eine besondere Ehre zuteil: Für ihre Übersetzung des Hörspiels „Das Schiff Esperanza“ ins Friesische wurden sie mit dem Christian-Feddersen-Preis ausgezeichnet. Im Wyker Friesenmuseum wurde eine eigens gezüchtete Rosensorte auf den Namen „Föhr“ getauft. Taufpatin war Friede Springer. Nach vielen Verzögerungen konnte die Norddorfer Feuerwehr das Richtfest für ihr neues Gerätehaus feiern. Das Museum Kunst der Westküste beging ein kleines Jubiläum und lud zum Dorffest anlässlich des fünften Geburtstages ein. Der Bauherr auf dem Gelände des ehemaligen Gästehauses „Rothraut“ hielt sich nicht an die vorgegebenen Sicherheitsabstände und trug die Konsequenzen: Ein nagelneues Einfamilienhaus fiel dem Abrissbagger zum Opfer.

August: Beim 16. Wyker Stadtlauf wurde erstmals die magische 500-Marke geknackt. Ebenfalls einen Rekord gab es bei „Föhr on Fire“: Rund 15  000 Besucher, so schätzten die Veranstalter, wollten sich das Feuerwerk über der Nordsee nicht entgehen lassen. Die Bauarbeiten an der Nieblumer St.-Johannis-Kirche gingen in die nächste Runde. Die Handwerker legten ihr Augenmerk auf den zirka 30 Meter hohen Kirchturm. Die Radtour des Insel-Boten, „Föhrer fahren Fahrrad“, wurde zehn Jahre alt. Bei der Jubiläumsveranstaltung mussten die Radler zwar Wind und Wetter trotzen, der Spaßfaktor war trotzdem groß. Auf Amrum und dem vorgelagerten Kniepsand wurden an 170 Stellen Notfallschilder aufgestellt, die den Rettungskräften nun eine schnellere Personensuche erlauben.

September: Maritimes Kulturgut stattete Föhr einen Besuch ab. Mit dem Eisbrecher „Wal“ machte eines der letzten Dampfschiffe unter deutscher Flagge im Wyker Hafen fest. Nach langem Hin und Her fiel die Entscheidung gegen die Wyker Weihnachtsbeleuchtung, nachdem die Pact-Initiative gescheitert war. 20 Jahre Betreuungsverein Föhr-Amrum. Gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Astrid Damerow und Landrat Dieter Harrsen wurde bei einer Schiffstour auf der „Hauke Haien“ gefeiert. Einen Großeinsatz löste eine Jugendgruppe aus, die bei einbrechender Dunkelheit und aufziehendem Nebel zu einer Wattwanderung aufgebrochen war. Glücklicherweise überstanden alle Kinder das lebensgefährliche Abenteuer unverletzt.

Oktober: Sie war die letzte ihrer Art und begeisterte noch einmal Einheimische und Gäste: Die Seefahrer-Woche „Kurs Föhr“ überzeugte in der fünften Auflage bei bestem Wetter mit tollen Veranstaltungen. Vor 70 Jahren wurde die niederländische Gemeinde Putten von der Wehrmacht zerstört und die wehrfähige Bevölkerung deportiert. Eine Wyker Delegation gedachte vor Ort der Toten. Ein Schwelbrand in der Wyker Hafenstraße rief die Feuerwehr auf den Plan. Verletzte gab es in dem Mehrfamilienhaus zum Glück nicht. Der erste Herbststurm fegte über Föhr und Amrum. Während in Wyk lediglich das Hafengebiet unter Wasser stand, waren an dem Strandabschnitt vor dem Landschulheim „Ban Horn“ auf Amrum erneut Sandverluste zu beklagen. In Wittdün hatten Handy-Besitzer über das D1-Netz Empfangsprobleme. Grund: Das Mobilfunkunternehmen überarbeitete die Antennenanlage und stattete diese mit dem LTE-Standard aus. Was passiert mit der Eilun-Feer-Skuul? Im Schulausschuss wurde diskutiert, ob ein Neubau einer teuren Sanierung vorzuziehen sei.

November: Der Hochwasserschutz auf der Wittdüner Wattseite genügt den Anforderungen nicht mehr. Einen Deichbau um jeden Preis aber lehnten die Gemeindevertretungen ab. Sie sprachen sich einstimmig gegen eine vom Land favorisierte Planvariante aus, die eine Überflutungsfläche zwischen Steenodde und dem Seezeichenhafen vorsah. Die evangelische Kirchengemeinde St. Nicolai konnte sich über ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk freuen. Die Stiftung Denkmalschutz bezuschusst die Bauarbeiten am Boldixumer Kirchturm mit 20  000 Euro. Lange passierte nichts, nun kam wieder Leben in das Hotelprojekt am Wyker Südstrand. Investor Wolfgang Müller stellte vor dem Bauausschuss seine Pläne vor. Das Wyker Friesenmuseum nahm an einem Qualifizierungs-Projekt teil und gehört nun zu den ersten zertifizierten Museen des Landes. Mit knapper Mehrheit stimmten Wyks Stadtvertreter für den Bau einer Kartbahn auf dem Gelände neben dem Flugplatz. Bei einer gemeinsamen Sitzung beschlossen alle Föhrer Kommunen die Gründung eines Tourismus-Zweckverbandes.

Dezember: Nach dreijähriger Abstinenz wurde auf Amrum die neue Sporthalle in Betrieb genommen. Ebenfalls auf Amrum fiel mit Verspätung der Startschuss für ein neues Internetzeitalter. Das Breitbandnetz in Wittdün und Norddorf wurde fertiggestellt. Die Gründung der neuen Tourismus GmbH wurde um zwei Monate verschoben. Das Finanzamt hatte entschieden, dass das ausgearbeitete Finanzierungsmodell mit hohen Steuerzahlungen verbunden sei. Die Wyker Stadtvertretung fasste den Satzungsbeschluss für das Neubaugebiet am Kortdeelsweg. Im Frühjahr sollen die Erschließungsarbeiten beginnen. Die Sanierung der St.-Johannis-Kirche wurde von der Stiftung Denkmalschutz mit weiteren 12  000 Euro unterstützt.

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