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Günstiger Wohnraum : Nächste Runde am Kortdeelsweg

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Reihen- statt Einzelhäuser? Wyker Politiker diskutieren Pläne und Vergaberichtlinien für den zweiten Bauabschnitt.

von
erstellt am 05.Mai.2017 | 12:15 Uhr

Vor der zweiten Vergaberunde sind sich Wyks Politiker einig: Im Neubaugebiet am Kortdeelsweg sollen möglichst viele Bauherren zum Zuge kommen. Unterdessen folgte der Finanzausschuss einstimmig den Empfehlungen des Bauausschusses, der in seiner jüngsten Sitzung der verdichteten Bauweise Priorität eingeräumt und angeregt hatte, die Parzellierung der Grundstücke noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Diese sind teilweise so klein, dass sie für größere Familien schlicht ungeeignet sind.

Zuvor waren im Bauausschuss auch die Vergabekriterien noch einmal diskutiert worden. Selbstkritisch war man sich quer durch die Parteien einig, dass längst nicht alles in der ersten Grundstücks-Verteilungsrunde rund gelaufen ist. Abgelehnte Bewerber glaubten, sie hätten berücksichtigt werden müssen, für die Prüfung von möglichen Härtefällen gab es kein Konzept und der Fragebogen, Voraussetzung für die Punkte- und damit für die Grundstücksverteilung, war in der Formulierung nicht immer eindeutig. Geht es nach dem Bauausschuss, sollen diese Kinderkrankheiten bis zu den Sommerferien Geschichte sein; dann sollen weitere Grundstücke in dem Neubaugebiet vergeben werden.

Ob dann auch freistehende Einfamilienhäuser im Pool sein werden, ist derzeit nicht sicher. Diese werden im Ausschuss mehrheitlich als für den Einzelnen zwar wünschenswert, in der Sache aber eher hinderlich angesehen. Ziel sollte sein, betonte die Bauausschuss-Vorsitzende Dr. Silke Ofterdinger-Daegel (KG), Doppel- oder Reihenhäuser über die Punktevergabe attraktiver zu machen und so besonders zu fördern. Ausnutzungsmöglichkeiten sollten ebenso noch einmal auf den Prüfstand, wie die Verkaufsgrundstücke. Die waren seinerzeit ausgewiesen worden, um eine bestimmte Summe zu refinanzieren. Hier gelte es, den aktuellen Stand zu ermitteln, so die Vorsitzende, „wir sollten nachschauen, ob wir überhaupt weitere Grundstücke verkaufen müssen“.

Dass allein die Punktevergabe als Steuerungsinstrument ausreiche, um die Bewerber für Doppel- oder Reihenhäuser zu begeistern, bezweifelte Till Müller (Bündnis 90/Die Grünen). Alles richte sich nach Angebot und Nachfrage, so der Fraktionssprecher. Und die Nachfrage sei derart groß, dass einige Bewerber in Runde eins nicht zum Zug gekommen seien. Dies sei der richtige Ansatz: „Man muss die Leute in die verdichtete Bauweise treiben, indem man die Vorgaben entsprechend gestaltet.“ Zustimmung erntete Müller von Annemarie Linneweber (SPD), die ebenfalls vorschlug, ausschließlich Grundstücke für Doppel- oder Reihenhäuser anzubieten. „Entweder die Leute nehmen es, oder ihre Not ist nicht so groß.“

Probleme ganz anderer Art sah Linnewebers Parteikollege Holger Frädrich, ebenfalls ein Befürworter der verdichteten Bauweise. Frädrich regte an, etwa die Außengestaltung nicht den Bauherren zu überlassen, sondern vorzugeben. Das sei in anderen Gemeinden nicht anders: Die Häuser würden geplant und die Preise festgelegt. Die Interessenten könnten sich dann dafür entscheiden oder nicht. „Wenn man vier Leute dazu bringen soll, sich zusammenzusetzen und sich auf ein Haus mit vier Reihen zu einigen, wird das sehr schwierig.“

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