Vorbereitungen in vollem Gang: : Nachwuchs feiert fünf Jahrzehnte

Erfolgreich: Schlauch- und Zielwurfpokal sowie andere kleine Trophäen gingen im vergangenen Jahr beim Inselpokal nach Oldsum.
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Erfolgreich: Schlauch- und Zielwurfpokal sowie andere kleine Trophäen gingen im vergangenen Jahr beim Inselpokal nach Oldsum.

Die jungen Blaujacken der Feuerwehr Oldsum-Süderende feiern in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Jubiläumsfest ist im Juni geplant.

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11. März 2018, 08:30 Uhr

Am heutigen Sonnabend feiert die Jugendfeuerwehr Oldsum-Süderende nicht nur ihr alljährliches Stiftungsfest, sondern gleichzeitig ihr 50-jähriges Bestehen. Am 2. Juni soll das Jubiläumsfest gefeiert werden – die Vorbereitungen laufen bereits.

„Wir haben uns entschieden, in Süderende zu feiern. Aus dem einfachen Grund, weil dort ein Spielplatz ist“, so der Wehrführer Jan Brodersen. „Wir haben im Moment sehr viele junge Kinder, für die wird der offizielle Teil mit Kommers schnell langweilig.“ Geplant sind außerdem zwei große Festzelte und die Gründungsmitglieder werden eingeladen.

Am 12. Februar 1968 gründeten 21 Schuljungen die Jugendfeuerwehr Langdorf. Zum ersten Jugendwart wurde Julius Sönnichsen gewählt. Damit zählt die Jugendwehr Oldsum-Süderende zu einer der jüngsten auf der Insel: „Julius Momme war der erste, der sich für eine Jugendwehr eingesetzt hat. Die vorherige Führung legte, warum auch immer, keinen großen Wert darauf“, schildert der Wehrführer. Im Protokollbuch ist zu lesen, dass die Eltern zwar einverstanden waren, aber vermuteten, dass die Jugendwehr nicht von langer Dauer sein würde. Das Jubiläum in diesem Jahr zeugt vom Gegenteil.

Erk Riewerts aus Oldsum ist eines der Gründungsmitglieder. Die Großmutter nähte für den damals Zehnjährigen einen Kittel aus blauem Stoff, sodass alle einheitlich aussahen. „Mein Vater war damals Gerätewart und sorgte dafür, dass wir einen eigenen Anhänger und eine 400-Liter-Motorspritze bekamen. Das war ein DKW-Zweizylinder luftgekühlter Zweitaktmotor“, erinnert sich Riewerts genau. „Geübt wurde außerdem mit Hanfschläuchen. Die gibt es heute gar nicht mehr.“ Neben Übungen an den Geräten wurde auch das Marschieren gelernt. „Das Jugendwehrtreffen mit dem Wettspritzen an der Meere war immer ein Höhepunkt“, erzählt der heute 60-Jährige, „und 1972 trauten wir uns zum ersten Mal erfolgreich an die Leistungsspange heran.“ Zu den alljährlichen Höhepunkten zählte natürlich auch der Jugendfeuerwehrball: „Da hatten wir immer richtig viel Spaß. Musik wurde von Ocke „Tuut“ Hinrichsen und seiner Kapelle gemacht, das war richtig feierlich“, so Riewerts.

Mit derzeit 24 Mitgliedern hat die Jugendfeuerwehr Oldsum-Süderende keine Nachwuchsprobleme. Die Kinder werden von Jugendwart Frederik Ketelsen durch Übungen an den Löschgeräten an die Aufgaben der Erwachsenen herangeführt und sind damit gewappnet für die „große“ Feuerwehr – das kostet Zeit: „Hobbys und andere Sachen müssen dann schon mal verschoben oder abgesagt werden“, überlegt Frederik Ketelsen, „aber die Arbeit bringt mir Spaß. Was bei uns super funktioniert ist der Zusammenhalt, nur das Abbauen und Aufräumen sowie Zuhören klappt nicht immer so gut, aber das ist ja ganz normal.“ Stellvertretender Jugendwart ist Wögen Nickelsen. Olaf Jensen unterstützt vor allem bei der Arbeit mit den „ganz Kleinen“. Mit großem Eifer beteiligen sich die Jugendlichen an Wettbewerben mit anderen Jugendwehren und haben dabei schon einige Sieger-Pokale errungen.

„Früher waren die Jugendwarte sehr lange im Amt“, sagt Jan Daniels und blättert durch die Aufzeichnungen, „Johann Martensen war zum Beispiel 15 Jahre, von 1973 bis 1988, Jugendwart. Heute sind sie nicht mehr so lange im Amt.“ Aber darin sieht Daniels auch einen Vorteil: „Die Jugendwarte sind dann jünger und haben einen besseren Draht zu den Kleinen.“ Die Jugendarbeit, betont der Schriftführer, sei wichtig, da dem Nachwuchs die Grundkenntnisse der Feuerwehr beigebracht werden, „und wir sind natürlich glücklich über jeden ausgebildeten Jungfeuerwehrmann, der in die aktive Wehr übertritt.“ Vor allem das sich aufeinander Verlassen würde in der Jugendwehr gefördert, „das kommt dann besonders bei den Wettkämpfen und später bei Einsätzen zum Tragen.“

Heute, Sonnabend, um 14 Uhr, treten die jungen Blauröcke zum dörflichen Umzug an. Mit dem Jugendfeuerwehrball, der stets am zweiten Sonnabend im März gefeiert wird, beginnt die Übungs-Saison bis August. Montags bereiten sich die Jungfeuerwehrmänner dann jede Woche wieder auf die Wettkämpfe vor.

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