Auf Föhr : Nachwuchs dringend gesucht

Ein erfolgreiches Team: Die Mitglieder des DRK Föhr-Land.
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Ein erfolgreiches Team: Die Mitglieder des DRK Föhr-Land.

Trotz Umzugs und wachsender Aufgaben leistet der DRK-Ortsverein Föhr-Land gute Arbeit – allerdings fehlt es an jungen Mitgliedern.

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29. Juli 2015, 20:56 Uhr

Der Flexibilität der Mitarbeiter sei es zu verdanken, betonte Reinhard Hansen, Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Föhr-Land, auf der Jahresversammlung, dass trotz krankheitsbedingten Ausfalls bei den Pflegekräften die Versorgung der Patienten sichergestellt worden war. Bestätigt hatte dies auch der Medizinische Dienst der Krankenkassen. Erschwerend hinzugekommen sei noch der Umzug innerhalb des Gebäudes in die neuen Räume, der zusätzliche Arbeit für alle Beteiligten bedeutet hatte. Hansens Dank richtete sich daher an alle Mitarbeiter und schloss auch die Helfer, die bei den vier Blutspendeterminen im vergangenen Jahr 547 Blutspender versorgt hatten sowie die ehrenamtlichen Hilfskräfte der Demenzgruppe und zahlreiche Einzelunterstützer mit ein.

„Seit 25 Jahren bin ich als Kassenwart tätig“, sagte Claus Petersen in seinem übersichtlichen Kassenbericht, der verdeutlichte, dass sich Einnahmen und Ausgaben in den letzten sechs Jahren mehr als verdoppelt haben. Dahinter verbergen sich viele kleine und auch sehr kräftezehrende Tätigkeiten, so Petersen weiter, der seine Anerkennung zum Ausdruck brachte: „Ich habe sehr großen Respekt vor den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die 365 Tage im Jahr, ob Ostern oder Weihnachten, unterwegs sind, um die Patienten zu versorgen.“ Da sich die Zahl der Mitglieder in den letzten zehn Jahren, meistens aufgrund von Sterbefällen, um 30 Prozent verringert habe, wünschte sich der Kassenwart hier einen Zuwachs. Insbesondere jüngere Mitglieder fehlten.

Nach der Entlastung des Vorstandes war der Tagesordnungspunkt „Wahlen“ nahezu ein Selbstgänger: Als Vorsitzender wurde Reinhard Hansen in seinem Amt bestätigt mit seiner Stellvertreterin Maiken Bohn. Kassenwart bleibt Claus Petersen, neu ins Team gewählt wurde Andrea Jänike-Meyer-Bennecke als Schriftführerin, während als DRK-Arzt weiterhin Dr. Hark Weber zur Seite steht. Für die geleistete Arbeit in 17 Jahren bedankte sich der Vorstand bei Mitarbeiter Ralf Munke, der in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Wie von Claudia Veith, der kommissarischen Leiterin des DRK, zu erfahren war, fänden zwischen 115 und 120 Menschen bei den Pflegekräften kompetente Hilfe in allen Pflegestufen. Auch wer Pflegestufe 0 hat und mit einer nur kleinen Beeinträchtigung zurechtkommen muss, darf sich auf die Hilfe von Fachpersonal verlassen, selbstverständlich auch, wenn der Betreffende zu Hause lebt. „Seit 2015 haben alle Menschen Anspruch auf ein Betreuungsgeld“, klärte Veith auf und fügte hinzu: „das wird jetzt viel genutzt.“ Gerne würde das DRK auch weitere examinierte Kräfte beschäftigen, um das Team zu erweitern.

Neben der Pflege bietet das DRK Patienten und Angehörigen Beratungen und das Angebot „Essen auf Rädern“ an, sowohl ständig als auch vorübergehend. Zweimal wöchentlich trifft sich die Demenzgruppe, die von speziell geschultem Personal betreut wird, in einem eigens dafür gemütlich hergerichteten Raum. Claudia Veith selbst und ihre Kollegin Johanna Schallenberg sind zusätzlich ausgebildete Palliativkräfte, die mit zwei Föhrer Ärzten zusammen auch Menschen in der letzten Phase des Lebens kompetent und würdevoll begleiten. Die Zusammenarbeit mit dem Katharinen-Hospiz in Flensburg ist hierbei sehr eng.

Auch wenn ein großes Maß an Mehrarbeit zu bewältigen gewesen war: Mit dem Umzug innerhalb des Gebäudes der ehemaligen Amtsverwaltung in Midlum seien alle sehr zufrieden, freute sich Veith, zumal es jetzt einen eigenen Mitarbeiterraum gebe, sowie mehr Platz für die Pflegedienstleitung und die Buchhaltung.

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