konzert auf amrum : Nachdenklich und besinnlich

Zogen das Publikum in ihren Bann: Die Künstlerin und ihr Pianist Stefan Kling.
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Zogen das Publikum in ihren Bann: Die Künstlerin und ihr Pianist Stefan Kling.

Katja Ebstein hatte in das Norddorfer Gemeindehaus geladen und fand neben unterhaltsamen auch viele mahnende Worte.

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04. Januar 2015, 09:00 Uhr

Katja Ebstein hatte zum Konzert geladen und kaum ein Platz im Norddorfer Gemeindehaus blieb unbesetzt. Mit ihrem Programm „Es fällt ein Stern herunter“ präsentierte die Berlinerin und Wahl-Amrumerin einen Abend mit Liedern, Gedichten und Geschichten. Stefan Kling begleitete die Künstlerin am Klavier und spielte einleitend ein Potpourri aus Weihnachtsliedern.

Mit leichter Verzögerung begrüßte die Sängerin ihre Zuschauer. Und nutzte die Gelegenheit, mit Bill Ramsey einen Kollegen im Publikum zu begrüßen, der sich einen Platz in der ersten Reihe gesichert hatte. „Wir möchten Sie einfach mitnehmen in die gute alte Kinderzeit zur Advents- und Weihnachtszeit“, ließ Katja Ebstein ihre Fans schließlich nicht länger warten und sang ein Lied des Helgoländers James Krüss.

Kleine Geschichten aus ihrer selbst erlebten Weihnachtszeit und Geschichten namhafter Autoren spielten in Berlin, und so entführte sie das Publikum in die Hinterhöfe und Gassen der Hauptstadt. Ironisch, kritisch und zum Nachdenken anregend nahm Katja Ebstein die Zeit rund um das Fest der Liebe jedoch auch aufs Korn. Ob scharfzüngig, politisch oder poetisch: Mit Texten und Liedern von Peter Schütt, Georg Kreisler, Erich Kästner, Loriot und vielen anderen begeisterte die Sängerin ihr Publikum.

Die zudem mit vielen Worten am „Zeitgedanken“ der Zuschauer rüttelte. Den Kindern werde heute aus Zeitmangel weniger vorgelesen, und das Gemeinsame bleibe zu oft auf der Strecke.

Auch Krieg, Hunger und Elend rief sie den Besuchern trotz der besinnlichen Zeit immer wieder ins Gedächtnis. Mit ihrer grandiosen Stimme und einer schauspielerisch-mitreißenden Mimik und Gestik faszinierte Katja Ebstein ihre Zuschauer, ob a cappella oder begleitet von Stefan Kling. Die Lieder vom Heiligen St. Martin und Weihnachtsmäusen sowie ein zeitgenössisches „Stille Nacht, Heilige Nacht“ rundeten ihr weihnachtliches Programm ab.

Bill Ramsey, der gerade zum zweiten Mal Urlaub auf Amrum machte, freute sich über die Gelegenheit, seine Kollegin live erleben zu können. Ramsey, der in den 1960-er Jahren mit Hits wie „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ oder die „Zuckerpuppe aus der Bauchtanztruppe“ bekannt geworden war, und Katja Ebstein tauschten nach dem Konzert Erinnerungen und Erfahrungen aus.

Und Parallelen gibt es einige, denn beide Künstler kamen über den deutschen Schlager zu ihrem heutigen Musikstil. So ist Bill Ramsey schon seit vielen Jahren als Jazz-Musiker aktiv, unter anderem mit dem Glenn-Miller-Orchestra. Zumindest an diesem Abend blieb das Gemeinsame also nicht auf der Strecke.

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