Wyker Nationalparkhalle : Nachbesserung kostet über 100 000 Euro

Bis hier wieder Veranstaltungen stattfinden können, wird es wohl noch einige Zeit dauern.
Bis hier wieder Veranstaltungen stattfinden können, wird es wohl noch einige Zeit dauern.

Der Verkäufer der vom Kreisbaumt still gelegten Halle übernimmt offenbar nicht alles. Die Stadt will nun einen Anwalt prüfen lassen, welche rechtlichen Möglichkeiten sie hat.

von
30. Mai 2015, 17:30 Uhr

Er sei bereit, die vom Kreisbauamt beanstandeten Sicherheitsmängel an der Nationalparkhalle zu beseitigen, hatte Steffen Radtke, einer der beiden bisherigen Besitzer der Halle, beim Besuch in unserer Redaktion am Dienstag angekündigt und dabei von Kosten in Höhe von rund 40  000 Euro gesprochen. Eine Summe die, so wurde am Donnerstag in der Stadtvertretersitzung deutlich, allerdings bei weitem nicht ausreichen wird, soll die Halle für über 700 Besucher fit gemacht werden.

Um die Lüftungsanlage entsprechend aufzurüsten, müssten weitere 100  000 Euro in die Hand genommen werden, hieß es da. Geld, das dann wohl an der Stadt hängen bleiben würde, „denn das macht der Verkäufer nicht“, berichtete Ulrich Herr (CDU) von entsprechenden Gesprächen. Die Halle habe eine Konzession für 450 Besucher, und alles was darüber hinausgehe, sei Angelegenheit des Käufers, behauptete Herr – wenige Minuten, bevor er seine politischen Ämter niederlegte (wir berichteten).

So lautete denn auch ein Eilantrag der CDU-Fraktion, „den Hallenkauf aufrechtzuerhalten, wenn alle baurechtlichen und brandschutztechnischen Auflagen für Veranstaltungen von 450 Personen eingehalten werden“. Doch dafür fand sich in der Stadtvertretung keine Mehrheit. Vielmehr soll zunächst durch einen Anwalt geprüft werden, welche rechtlichen Möglichkeiten Wyk hat, um die funktionstüchtige Halle für Großveranstaltungen zu bekommen, von der man beim Beschluss für den Kauf ausgegangen ist. In mehreren Wortmeldungen wurde deutlich, dass das Gremium seine Zustimmung immer nur für eine 750 Personen fassende Halle gegeben habe, „und wir sollten alles daransetzen, dass sie vom Verkäufer in einen Zustand gesetzt wird, der unseren Vorstellungen entspricht“, forderte Heinz Lorenzen (KG).

„Ohne Prüfung brauchen wir gar nicht weiter zu diskutieren“, meinte Peter Schaper (SPD). „Wir können nur dann eine sinnvolle Entscheidung treffen, wenn wir die Lage richtig einschätzen“, brachte Till Müller (Grüne) die Merheitsmeinung auf den Punkt.

Dazu muss aber wohl zunächst einmal geklärt werden, was die Stadt überhaupt erworben hat. Denn im Kaufvertrag steht an keiner Stelle etwas von Veranstaltungshalle, verkauft wurde danach ein 2335 Quadratmeter großes bebautes Grundstück. Vor Abschluss des Kaufvertrages habe es aber eine Begehung gegeben. „Und da hat der Verkäufer gesagt, dass 750 Stehplätze möglich seien“, so Bürgermeister Paul Raffelhüschen. Für diese Aussage habe er Zeugen, betonte Raffelhüschen. Außerdem werde auch im vom Verkäufer vorgelegten Wertgutachten ausdrücklich von einer Veranstaltungshalle gesprochen.

Letztere Aussage Raffelhüschens steht allerdings im krassen Widerspruch zu dem, was Verkäufer Radtke dem Insel-Boten erzählt hatte. Laut Radtke war es bei dem von ihm in Auftrag gegebenen Gutachten nämlich ausdrücklich nicht um die Nutzungsmöglichkeiten, sondern lediglich um den Wert von Grundstück und Bausubstanz gegangen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen