Föhr und Amrum in Corona-Zeiten : Nach negativen Erfahrungen an Himmelfahrt: Chaos am Fähranleger vermeiden

Avatar_shz von 29. Mai 2020, 17:47 Uhr

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Aufgebrachte Passagiere, die keinen Abstand halten: So soll es in Zukunft bei der Abfahrt der Fähren nicht mehr aussehen.

Aufgebrachte Passagiere, die keinen Abstand halten: So soll es in Zukunft bei der Abfahrt der Fähren nicht mehr aussehen.

Wyker Dampfschiffs-Reederei geht mit einem verbesserten Konzept in das Pfingstwochenende.

Amrum/Föhr | Wie bereits am vergangenen Wochenende werden auch über die Pfingsttage viele Gäste auf Föhr und Amrum erwartet. Nachdem die Polizei am Freitagvormittag noch eine entspannte Situation vermeldet hatte, füllte sich der Fährhafen in Dagebüll im Laufe des Tages zunehmend. Und auch auf den Inseln sind die Pfingsturlauber längst nicht mehr zu übersehen. Probleme in Wittdün Dass die Generalprobe am Himmelfahrts-Wochenende im Großen und Ganzen gut verlaufen sei, hatten die Verantwortlichen konstatiert (Nach erfolgreicher Generalprobe an Himmelfahrt auf Gästeansturm gut vorbereitet). Dies sieht auch Frederik Erdmann, Sprecher der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR), so, der allerdings einen Schönheitsfehler einräumen muss, denn bei zwei Abfahrten ab Amrum hatte es Probleme gegeben. So mussten am Himmelfahrts-Sonntag nicht nur Fahrgäste der 15.20-Uhr-Fähre, sondern auch zirka 150 Rückreisende, die das 12.05-Uhr-Schiff nehmen wollten, abgewiesen werden, weil die Kapazitätsgrenze auf der Fähre von 450 Personen erreicht war. Ein Problem, das es auf Föhr – mit mehr Abfahrten – nicht gebe, so Erdmann. ie sich herausstellte, war die Logistik, wie in so einer Situation zu verfahren ist, nicht ausreichend. Während des Passagierandrangs wurden Abstandsregeln und auch Mund- und Nasenschutz vielfach nicht eingehalten beziehungsweise getragen und es spielten sich unschöne Szenen ab.   Konzept überarbeitet Insbesondere auch angesichts des Pfingstwochenendes haben die Versorgungsbetriebe Amrum und die Reederei nun die Geschehnisse vom Himmelsfahrtwochenende ausgewertet und ihr Hygiene- und Personenleitkonzept überarbeitet, um besser gegen zu hohes Passagieraufkommen zu bestimmten Abfahrtszeiten gewappnet zu sein. So wurden die Bereiche Fahrgast-Kapazitäten, Leitung der Verkehrsströme und Information optimiert. Zusätzliches Schiff eingeplant „Die ‚Rüm Hart‘ wird mit WDR-Personal am Pfingstwochenende mitlaufen“, nennt Erdmann den aus seiner Sicht wichtigsten Punkt. Das Schiff soll von Sonnabend bis Montag außerhalb des Fahrplanes vorwiegend für die Strecke Wittdün – Dagebüll für den Fall bereitstehen, dass mehr als 450 Personen die Reise aufs Festland zu einer bestimmten Abfahrtszeit antreten wollen. Unter Einhaltung der Hygieneregeln kann die „Rüm Hart“ inklusive des Sonnendecks maximal 150 Fahrgäste befördern. Die Abfahrt wird je nach Bedarf kurz vor oder nach der normalen Abfahrtszeit der Fähre stattfinden. Da das Schiff nicht in den Fahrplan eingetaktet ist, kann es bei Kapazitäts-Engpässen auf Föhr auch hier eingesetzt werden. Die ‚Rüm Hart‘ wird mit WDR-Personal am Pfingstwochenende mitlaufen.  Absperrgitter, Markierungen und Security Zudem sollen die Passagierströme der an- und abfahrenden Fähren künftig strikt mit Absperrgittern getrennt werden. Für die abfahrenden Passagiere wird der Wartebereich auf den kompletten Fußgängerweg an der Ostseite des Fähranlegers erweitert. Hierzu werden deutliche Markierungen sowohl für den Wartebereich wie auch für die Einhaltung des Mindestabstands angebracht. Die Bushaltestellen werden entsprechend angepasst. Der Zugang zum Seiteneinstieg wird mit einer Kette versehen und durch Personal geöffnet. Die Kontrolleure am Eingangsbereich zum Seiteneinstieg werden Funkkontakt zur Schiffsbesatzung haben und immer nur so viel Passagieren den Zugang ermöglichen, dass das Einhalten der Abstandsregeln möglich ist. Ist abzusehen, dass die Kapazitätsgrenze erreicht wird, kann der Zugang zum Seiteneinstieg rechtzeitig unterbunden werden. Die Leitung der Passagierströme wird durch Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma unterstützt. Infos über kritische Abfahrtszeiten Rechtzeitig zum Pfingstwochenende hat die WDR zudem in einem Flyer auf vermeintlich kritische Abfahrzeiten von Amrum und Föhr hingewiesen und die Fahrgäste gebeten, nach Möglichkeit frühere oder spätere Schiffe auszuwählen. Davon betroffen sind an Sonnabenden und Sonntagen sowie am Pfingstmontag voraussichtlich folgende Überfahrten: Ab Wyk nach Dagebüll  10.50, 11.50 und 13.50 Uhr, ab Wittdün nach Dagebüll 9.30, 12.05 und 15.20 Uhr. Die Flyer können auf der Homepage der Reederei heruntergeladen werden und wurden über die lokalen Tourismusorganisationen an die Vermieter verteilt. Und da besonders Bahnreisende, die ihre Anschlusszüge erreichen müssen, betroffen sind, hat die WDR 1000 der Info-Blätter drucken lassen. Diese werden seit Donnerstag bei der Fahrkartenkontrolle in Dagebüll an jene Gäste verteilt, die mit dem Zug anreisen. Alternativ besteht für Amrumer Gäste auch die Möglichkeit, zweimal täglich mit dem „Adler Express“ aufs Festland (Nordstrand) zu reisen. Abfahrt ab Wittdün ist um 12.50 und 18.05 Uhr. Aktuelle Informationen auf der Homepage der Reederei Adler-Schiffe. Handlungsbedarf auch im normalen Betrieb Es geht aber nicht nur um die Wochenenden und die damit verbundenen kritischen Abfahrtszeiten. Auch für den normalen Betrieb besteht noch Handlungsbedarf. Bisher gibt es keine zufriedenstellende Lösung, die Passagier- und Fahrradströme so zu lenken, dass die Schiffe stressfrei betreten und verlassen werden können. Auch diese Situation soll kurzfristig verbessert werden....

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