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Schwäbin in Nordfriesland : Nach der Schulzeit was Sinnvolles tun

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Vögel zählen und Büroarbeit: Laura Quickmann absolviert ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Föhrer BUND.

shz.de von
erstellt am 22.Nov.2015 | 11:30 Uhr

„BUND Föhr, guten Tag, hier spricht Laura“. Seit einigen Wochen werden alle, die das Umweltzentrum des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Föhr-Amrum anrufen, von einer neuen Stimme empfangen – die sich nicht gerade norddeutsch anhört. Es ist die Stimme der 19-jährigen Laura Quickmann, die zur Zeit beim BUND auf Föhr ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolviert.

Nachdem vor Jahren das Umweltzentrum am Wyker Sandwall geschlossen wurde, hatte der Föhr-Amrumer Naturschutzverband über eine lange Zeit hinweg keine FÖJ-Mitarbeiterin beschäftigen können. Doch mit dem Einzug in die neuen Räume in der Strandstraße konnte mit neuen Kräften an die Arbeit gegangenen werden und endlich wieder die Möglichkeiten des Freiwilligen Ökologischen Jahres genutzt werden.

Laura Quickmann ist waschechte Schwäbin. Sie stammt aus Ulm, hat im Frühjahr ihr Abitur gemacht und wollte nach der Schulzeit etwas Sinnvolles in der Natur und für deren Schutz machen. „Die Natur liegt mir sehr am Herzen und ich will etwas zu ihrem Erhalt tun“, begründet sie ihre Entscheidung für diesen Einsatz. „Meine Freundinnen und Freunde fanden meine Aktion sehr gut. Erstaunlicherweise haben aber die wenigsten von ihnen bisher etwas vom Freiwilligen Ökologischen Jahr gehört“, berichtet die junge Frau.

Laura bewarb sich zunächst für eine FÖJ-Stelle auf Sylt. Dies kam nicht von ungefähr, denn bereits als einjähriges Kind war sie zum ersten Mal auf dieser nordfriesischen Insel zu Gast. Als Alternative zu Sylt kam Föhr in Frage und hier wurde sie vom BUND mit offenen Armen aufgenommen. Die Schwäbin hat sich auf Anhieb in die Insel verliebt. „Föhr ist eine unglaublich grüne Insel. Auch hier gibt es Wind und Wetter, das nördliche Klima, das ich so gut kenne und gern habe“.

In Wyk wurde Laura Quickmann sofort „mit dem Ernst des Lebens“ bekannt gemacht. Dazu gehören auch die Tätigkeit im Büro und damit auch die Entgegennahme von Telefonanrufen. Doch diese bürokratischen Dinge machen nicht allein den Inhalt ihres Einsatzes aus. Laura zählt auf: Betreuung der Kräuterspirale beim Veranstaltungszentrum, Mitarbeit im Sperrgutbasar, regelmäßiges Spülsaum-Monitoring in der Godelniederung und Kontrolle der Brut- und Rastgebiete in diesem Bereich sowie Vogelzählungen. Dabei kann sie auf das Gelernte bei den FÖJ-Einführungsseminaren in Koppelsberg bei Plön aufbauen und auch auf die Unterstützung durch erfahrene Mitglieder des BUND rechnen.

Die junge Ulmerin hat aber auch auf Föhr eigene Projekt vor. Dazu gehören die Gründung einer Kindergruppe, die sich mit dem Problem des Plastikmülls im Meer befassen soll, Radtouren mit Urlaubern, bei denen die Ver- und Entsorgung auf einer Insel „erforscht“ werd en und schließlich auch vogelkundliche Touren.

Laura Quickmann fühlt sich sichtlich wohl auf Föhr, doch eine Eigenheit der Insulaner hat sie noch nicht so ganz verinnerlicht. „Bei uns zu Hause gilt es als unhöflich, wenn man sich zur Begrüßung keine Hand gibt und hier ist das Händeschütteln verpönt“. Daran wird sie sich aber sicherlich noch gewöhnen, genau so wie die Föhrer an ihren schwäbischen Tonfall. „Das Schwäbische gehört zu mir und ich will dies auch nicht verbergen“.

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