Föhr und Amrum : Nach der Saison ist in der Saison

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Auch an diesem Wochenende soll das Strandwetter noch anhalten.
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Auch an diesem Wochenende soll das Strandwetter noch anhalten.

Vor allem Föhrer Vermieter profitieren vom Sommerwetter in den Herbstferien. Nach Amrum kommen viele Tagesausflügler.

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12. Oktober 2018, 22:00 Uhr

Die Herbstferien in Schleswig-Holstein dauern in diesem Jahr drei Wochen, das Wetter ist Mitte Oktober noch spätsommerlich warm – die Sonne strahlt, und mit ihr die Vermieter und Gastronomen auf den Inseln. Vor allem auf Föhr freuen sie sich über einen zusätzlichen Gästetansturm, zu einer Zeit, wo die Saison sonst meistens schon ausklingt.

„Die Friesische Karibik hat ihrem Namen nicht nur im Sommer alle Ehre gemacht, sondern auch jetzt im Herbst. Es läuft gut – nicht nur wettertechnisch“, berichtet Ann-Kathrin Meyerhof von der Marketing-Abteilung der Föhr-Tourismus GmbH (FTG). „Von einigen Vermietern haben wir erfahren, dass dieses Oktoberwochenende das am besten gebuchte Wochenende im ganzen Jahr ist. Das ist schon eine kleine Sensation“, meint sie. „Aufgrund der traumhaften Wetterlage haben wir uns gestern selbst spontan dazu entschieden, ein Herbstshooting zu machen. Und hatten dabei große Mühe, so kurzfristig noch eine Unterkunft zu finden“. Die FTG rechnet an diesem Wochenende zudem mit zahlreichen Tagesausflüglern. Das Wetter spiele der Insel in diesem Jahr einfach in die Karten, die XXL-Ferien in Schleswig-Holstein ebenfalls. „Da können wir locker mit Destinationen in Süd(west)europa mithalten“, sagt Meyerhof und berichtet, dass sich die Marketingaktivitäten der FTG ohnehin schon seit Längerem auf die Vor- und Nachsaison fokussierten. Das trage nun Früchte. Die Verschnaufpause zwischen dem Ende der Sommerferien und dem Beginn der Herbstferien werde immer kleiner. Erst ab November werde es deutlich ruhiger.

Letztendlich wisse die FTG immer erst zu Beginn des Folgejahres, also nach Eingang aller Meldescheine durch die Vermieter, wie die Auslastungszahlen im Vergleich zum Vorjahr waren. „Wir sind jedoch positiv gestimmt, dass wir die Zahlen vor allem im Sommer und Herbst im Vergleich zu 2017 übertreffen werden“, sagt sie

Meyerhof und ihre Kollegen beobachten seit Längerem, dass die Buchungen immer kurzfristiger und wetterabhängiger werden – vor allem in der Nebensaison. Dies sei ein Trend, der deutschlandweit zu beobachten sei. „Der Gast ist außerdem nicht mehr klassisch in Wellness-, Natur-, Aktiv- oder Stadturlauber kategorisierbar, sondern möchte von jedem etwas oder wechselt seine Vorlieben von Urlaub zu Urlaub“, weiß die Marketing-Fachfrau. Er reise auch lieber öfter und dafür kürzer. „Darauf müssen wir uns als Destination einstellen und entsprechende Angebote schnüren.“ Qualität spiele eine große Rolle, ebenso wie der persönliche Kontakt zum Vermieter. „Der Faktor Servicequalität darf nicht vernachlässigt werden“, sagt sie.

„Nach unseren aktuellen Einschätzungen und vorliegenden Zahlen war die erste
Oktoberwoche sehr gut frequentiert“, berichtet auch Amrums Tourismus-Chef Frank Timpe, der allerdings nicht ganz so zufrieden ist, wie seine Föhrer Kollegin. Trotz des tollen Wetters liege die aktuelle Buchungslage auf Amrum noch unter den Vorjahresergebnissen – gerade in den letzten beiden Oktoberwochen seien noch diverse Quartiere frei. „Gerade in Anbetracht des wunderbaren Oktoberwetters würden wir uns über kurzentschlossene Urlaubsgäste sehr freuen“, meint er denn auch.

Bemerkbar mache sich das fast schon sommerliche Wetter auf Amrum aktuell im Tagestourismus. „Spontane Unterkunftsanfragen halten sich zumindest bei uns in der Amrum-Touristik dennoch in Grenzen“, so Timpe, für den das aber nur ein kleiner Wermutstropfen ist: „Mit dem Saisonverlauf 2018 sind wir ansonsten bislang sehr zufrieden.“

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