Wyk : Nach 50 Jahren noch wie neu

Wollen auf ein globales Problem hinweisen: Julie Pieper, FTG-Mitarbeiterin Ann-Kathrin Meyerhof, Angela Ottmann (mit uralter Spülmittelflasche), Michael Funcke-Bartz und Hannah Knye (v. li.).
Wollen auf ein globales Problem hinweisen: Julie Pieper, FTG-Mitarbeiterin Ann-Kathrin Meyerhof, Angela Ottmann (mit uralter Spülmittelflasche), Michael Funcke-Bartz und Hannah Knye (v. li.).

Ausstellung im Reedereigebäude: Plastikmüll hält sich lange und verschmutzt die Meere weltweit.

shz.de von
08. Oktober 2018, 18:04 Uhr

Die Problematik der zunehmenden Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll muss wohl niemandem erklärt werden, doch sie bekommt eine gewichtigere Dimension, wenn sie durch Bilder anschaulich gemacht wird. Dies ist der Fall bei der Fotoausstellung „Strand – Gut?“, die zur Zeit im Ausstellungsraum des Reedereigebäudes am Wyker Hafen zu sehen ist. Michael Funcke-Bartz aus Erkrath ist ein leidenschaftlicher Fotograf und als Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) unter anderem viel in Afrika unterwegs, wo er erschreckende Bilder von der Vermüllung mitbrachte. Seinen Aufnahmen hat er auch erklärende Worte beigefügt, die in aller Deutlichkeit die Gefahren des Plastikmülls vor Augen führen.

Seine Beschäftigung mit Plastikmüll brachte ihn in Kontakt mit dem Föhrer Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der das Projekt „Plastikfrei wird Trend“ vorantreibt. Da auch die Föhr Tourismus GmbH (FTG) und die Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) in diesem Projekt Netzwerkpartner sind, waren genau die richtigen Protagonisten vereint, diese Ausstellung auf die Beine zu stellen, die bis zum Sonntag, 20. Oktober, täglich zwischen 8 und 17 Uhr besucht werden kann.

Mit seinen Fotos zeigt Funcke-Bartz Müll und dessen Auswirkungen unter verschiedensten Gesichtspunkten, so zum Beispiel Luftballons, die aus den unterschiedlichsten Anlässen aufgestiegen sind und deren Hüllen als traurige Reste in den Meeren schwimmen. Zu dieser Ausstellung hatte der Nieblumer Fotograf Peter Hering das eindrucksvolle Bild eines in Plastik verhedderten Austernfischers beigesteuert. Er habe vergeblich versucht, diesen Vogel zu befreien, berichtet Hering, doch das Tier sei kurz danach verendet.

Auch die insularen Bemühungen, den Plastikmüll zu bekämpfen, hat Michael Funcke-Bartz am Beispiel der Strandmüllboxen, die der BUND an verschiedenen Strandabschnitten aufgestellt hat, festgehalten.

Für den BUND berichtete Angela Ottmann von Aktionen zur Plastikvermeidung. Als Bespiel der Langlebigkeit dieses Materials hatte sie eine bei einer Strandreinigung gefundene Plastikflasche mitgebracht – eine Spülmittelflasche aus den 1960-er Jahren. Weiter berichtete sie von den Bemühungen, Ferienwohnungen plastikfrei zu gestalten. Auf Föhr seien inzwischen 225 Unterkünfte ausgezeichnet, und es sei geplant, dieses Projekt auf die schleswig-holsteinische Westküste auszudehnen, berichtete sie. „Europa ist Verpackungsweltmeister, und dagegen muss etwas unternommen werden“, so Angela Ottmann.

Zur Ausstellungseröffnung waren auch Julie Pieper, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) beim BUND absolviert, sowie Hannah Knye aus Sorsum in Niedersachsen gekommen. Hannah hatte sich in der Jahresarbeit ihrer Waldorfschule mit dem Strandmüll befasst und Spenden für die Schutzstation Wattenmeer gesammelt (wir berichteten).

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