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Insel-Bote

26. September 2017 | 02:21 Uhr

Jazz goes Föhr : Nach 20 Jahren neue Chefs

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Wolfgang Philipp und Almut Höncher übergeben „ihr“ Jazz-Festival an die Wyker Tourismus GmbH. Die künstlerische Leitung haben künftig zwei Musiker aus Nordrhein-Westfalen.

von
erstellt am 03.Aug.2017 | 12:13 Uhr

In diesem Jahr sind die jazzenden Brüder Julian und Roman Wasserfuhr zum dritten Mal bei Jazz goes Föhr aufgetreten. In Zukunft werden sie wohl jedes Jahr auf die Insel kommen, denn die beiden Jungs aus Nordrhein-Westfalen haben die künstlerische Leitung des Wyker Jazz-Festivals übernommen.

Seit 1997 war Festival-Begründer Wolfgang Philipp der Intendant der Konzertreihe, hat Jazz goes Föhr zusammen mit seiner Frau Verena und dem Ehepaar Almut und Gert Höncher organisiert – alles ehrenamtlich und mit enormem Zeitaufwand. Nach 20 Jahren war für die Ehepaare Philipp und Höncher die Zeit zum Aufhören gekommen, in der Festivalwoche konnte dann die schon seit einigen Monaten angedachte Nachfolge-Lösung in trockene Tücher gebracht werden. Für die Auswahl der Musiker und künstlerische Qualität sind künftig die Wasserfuhrs zuständig, für das Organisatorische die Wyk auf Föhr Tourismus GmbH (WTG), deren Chef Kurt Weil seit jeher ein bekennender Jazz-goes-Föhr-Fan ist.

„Jazz goes Föhr ist eine kulturelle Nische, aber eine gute Nische und für Gäste ein Reiseanlass. Dieses Festival darf man nicht einfach einschlafen lassen“, war es für Weil eine Ehrensache, in die Bresche zu springen als das bisherige Team ankündigte, aufzuhören. Gemeinsam mit WTG-Veranstaltungsleiter Georg Miler wird Weil künftig die Organisation der Jazz-Woche übernehmen. Mit der inhaltlichen Planung des 2018-er Festivals solle nun zügig begonnen werden, kündigt Kurt Weil an. „Wir werden uns mit den Wasserfuhrs schon bald treffen und die Eckpunkte festlegen.“

„Und wir können uns nächstes Jahr bei den Konzerten ganz entspannt zurücklehnen und ausschließlich auf die Musik konzentrieren“, freuen sich Wolfgang Philipp und Almut Höncher darauf, dass die Arbeit dann andere machen. Beide beteuern, dass sie an ihrem letzten Jazz-goes-Föhr-Abend kein bisschen wehmütig gewesen seien, eher erleichtert. Denn die Organisation der Jazz-Woche war für Musikschulleiterin Höncher und ihren inzwischen pensionierten Vorgänger Philipp längst ein Full-Time-Job geworden.

Dabei hatte alles ganz klein begonnen. Für ein Konzert hatte Wolfgang Philipp den Jazztrompeter Benny Bailey 1996 engagiert. Ein Auftritt, der auf Wunsch und mit Unterstützung eines Föhrers, der dieses Konzert verpasst hatte, im nächsten Jahr wiederholt wurde. Und da wurde die Idee geboren, auf Föhr ein Jazz-Festival zu etablieren. „Wir haben damals mit ein, zwei Tagen angefangen – und mit einem viel größeren Team“, erinnert sich Höncher. Während das Team immer mehr schrumpfte – nicht zuletzt weil Leute aufs Festland zogen – wurde das Festival immer größer und dauert inzwischen ganze fünf Tage.

Fünf Tage, die monatelang akribisch vorbereitet wurden und in der Festival-Woche den vollen Einsatz der Familien Philipp und Höncher, von Mitgliedern des Musikschul-Fördervereins und dem Technik-Team verlangten. Da musste das Programm zusammengestellt werden, Wolfgang Philipp musste aus Anfragen aus der ganzen Welt die richtigen Musiker auswählen. Da musste das Programmheft gestaltet werden (Verena Philipp), Plakate mussten auf der Insel verteilt (Gert Höcher), Quartiere gebucht, die Musiker abgeholt, betüddelt und beköstigt werden. „Anfangs sind wir mit denen noch essen gegangen, aber das ging ziemlich ins Geld“, hat Almut Höncher dann irgendwann auch diesen Part übernommen und stand in der Festival-Woche jeden Nachmittag in der Küche, um die Musiker zu bekochen. Ehemann Gert steuerte dann immer die bei den Künstlern längst legendären Bratheringe bei, „nach dänischem Rezept“.

„So persönlich wie unsere Vorgänger werden wir das nicht mehr stemmen können“, sieht Kurt Weil den Übergang des Festivals von den Ehrenamtlern auf sein Profi-Team mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

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