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Konzert in Nieblum : Mystik und Legende im Friesendom

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Träumerische Klänge: Der Münchner Saxofonist Mulo Francel hat dem versunkenen Rungholt ein musikalisches Denkmal gesetzt.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2015 | 12:30 Uhr

Rungholt. Ein mystischer Ort. Versunken wie Atlantis während der zweiten großen Mandränke. Ein Ort, um den sich Legenden ranken. „Mich fasziniert dieser Mythos. Mir diese Angst vorzustellen und mich mit der Geschichte des Ortes auseinanderzusetzen, hat mich immer beeindruckt“, sagte Mulo Francel, begnadeter Saxofonist aus München. Die Geschichte der versunkenen Stadt hat ihn so sehr beschäftigt, dass er ihr sogar ein Lied gewidmet hat. Nun war der mehrfach ausgezeichnete Musiker im Rahmen der Sommerkonzert-Reihe in der Nieblumer St.-Johannis-Kirche zu Gast, um Stücke von „The Sax & The Sea“ zu präsentieren.

Mit seinen ruhigen und teilweise träumerischen Klängen begeisterte er ein aufmerksames Publikum. Begleitet wurde er von Birgit Wildeman, Organistin in St. Johannis, die an der Orgel perfekt das Spiel von Francels Saxofon und dessen Bassklarinette ergänzte.

Ein Stück hinterließ einen besonderen Eindruck: Aufgenommene Walgesänge lieferten zunächst ungewohnte, aber auch besondere Klänge, die dann durch Improvisationen von Wildeman und Francel ergänzt wurden. Die spezielle Herausforderung: Der Saxofonist und die Organistin konnten vorher nicht zusammen proben, sie mussten sich auf ihr Gehör und ihren Instinkt verlassen, was ihnen auch gelang.

Nach einer Stunde voller abwechslungsreicher Klänge war das Konzert viel zu schnell zu Ende und das Publikum verließ größtenteils erfreut den Friesendom. Auch Almut Höncher, Bezirksstellenleiterin der Musikschule auf Föhr und Jazz-Liebhaberin, zeigte sich begeistert: „Es war wunderschön. Sich allein in einen Raum mit dieser Akustik zu stellen, und eine solche Leistung abzuliefern, ist bewundernswert.“

Die Akustik hatte es auch Mulo Francel angetan: „Der Nachhall hier in der Kirche ist besonders. Das viele Holz macht den Klang weich und der Ton lebt länger.“ Das ist auch der Grund, weshalb er den Song „Rungholt“ vor zwei Jahren genau hier aufgenommen hat, im Friesendom.

Und auch Birgit Wildeman freute sich über das gelungene Konzert: „Diese enorme Klangvielfalt, dass sich ein Ton während eines Atemzuges verändert, das hat mich echt fasziniert.“ Und dann fügt sie hinzu: „Auf ein Neues!“ Es wird also eine Neuauflage geben? Das Publikum würde es freuen.

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