Mysteriöser Fund im Wyker Watt

Militär oder Maschine? - Mädchen entdecken Metallplaketten

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13. August 2011, 11:21 Uhr

Wyk | Muscheln und besonders schöne Steine haben Romy und Mia Chrzescinski und Inna Petersen schon oft im Föhrer Watt gefunden, aber die mysteriösen Metallplaketten, die die beiden sechs und neun Jahre alten Hamburgerinnen und die achtjährige Insulanerin aus Borgsum jetzt vor dem Wyker Südstrand entdeckten, schienen den drei Mädchen doch etwas besonderes zu sein. Aber was? Sie brachten die Plaketten, auf denen eine Zahlenkombination sowie die Inschriften "35 Forces Data" und "NGR Programm Atlanta US" standen, zu Horst Hückstädt, und für den Wyker, der mit den Familien der Kinder befreundet ist, war die Sache gleich klar: "Das muss die Erkennungsmarke eines amerikanischen Soldaten sein". Stammt sie noch aus dem zweiten Weltkrieg, wurde sie erst in jüngerer Zeit, womöglich von einem Deserteur, ins Meer geworfen? Der Phantasie der kleinen Finderinnen waren keine Grenzen gesetzt und sie warteten voller Spannung auf die Aufklärung des Rätsels.

Doch die lässt auf sich warten. Eine Anfrage Hückstädts bei der US-Botschaft ergab, dass die Plaketten zwar aussahen wie die "Dog Tags" (Hundemarken) der US-Soldaten, diese aber ganz andere Inschriften haben. Der Fund müsse von irgendeiner Maschine stammen, wurde Hückstädt mitgeteilt.

Eine Recherche im Internet ergab, dass es in Österreich eine Firma namens NGR gibt, die Maschinen zum Kunststoff-Recycling herstellt und eine Niederlassung in Atlanta hat. Ein Volltreffer? Leider nein. "Die Marken haben nichts mit unserer Firma zu tun", teilte die Pressesprecherin der Firma, Daniela Lehner, dem Insel-Boten mit, der sich inzwischen an der Suche nach der Herkunft der Marken beteiligte.

Hückstädt bekam derweil von der US-Botschaft einen weiteren Tipp: Bei den vermeintlichen "Hundemarken" müsse es sich um Identifikationsmarken für Geräte handeln, die im Rahmen des EU-Projektes "Cliwat - Climate and Water" bei seismischen Messungen auf Föhr verwendet wurden. Doch auch diese Spur lief ins Leere. "Von uns stammen diese Markierungen nicht", bedauert Dr. Helga Wiederhold vom Leibniz-Institut für angewandte Geophysik in Hannover, die dieses Messprogramm leitet.

Wird sich die Herkunft ihres Fundes jemals aufklären lassen? Die drei Mädchen sind gespannt. Sollte ein Leser des Insel-Boten weiterhelfen können, kann er sich unter

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