konzert in wittdün : Musikliebe und Männerfreundschaft

Rockin’ Blues und soulin’ Shuffle:  Rudolf Fromeyer, Jan Molge und Eckhart Feldmann (von links).
Rockin’ Blues und soulin’ Shuffle: Rudolf Fromeyer, Jan Molge und Eckhart Feldmann (von links).

Zum vierten Mal auf Amrum: Die Band „Cab Trouble“ gab in der „Blauen Maus“ zwei tolle Konzerte.

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01. Mai 2015, 10:00 Uhr

Eine einzige Frage reichte, um sich wohl zu fühlen in der Kaffeerunde mit der Band „Cab Trouble“, die in der „Blauen Maus“ spielte. Weil nämlich Eckhart Feldmann und Rudolf Fromeyer auf die Frage nach der Herkunft ihres Bandnamens alles zum Besten gaben, was sie an Musikliebe und 30-jähriger Freundschaft in sich haben, sich ins Wort fielen, strahlten, die Kaffeetassen in den Händen schwenkten, lachten und liebevollst über Instrumente sprachen, die mit jedem Spieljahr besser werden. 30 Jahre schon hat Eckhart Feldmann seine Gitarre. Einmal ließ er sie im Taxi liegen und hatte ein bisschen Ärger, sie wieder aufzutreiben. Taxiärger – Cab Trouble! Daher der Name; seit sechs Jahren gibt es die Band.

Eckhart Feldmann singt auch, genau wie Bassgitarrist Rudolf Fromeyer und Schlagzeuger Jan Molge. „Wir sind die klassische Blues-Besetzung“, sagt Molge. Wir sind hinten rum in die „Blaue Maus“ gegangen, was an sich schon ein guter Start ist für ein Gespräch, eben nicht gleich mit der Tür ins Haus, sondern durch den Garten. Vorbei an Jan von der Weppens Boot, noch aufgedockt unter einer Plane. Mit dem, so erzählt Fromeyer, sei von der Weppen unglaublich weit rumgekommen. Gestern, nach dem ersten Gig und nach Mitternacht habe man mit dem Chef noch zusammengesessen und alte Fotos geschaut und alten Whisky getrunken. Man hört das Knarzen in Fromeyers Stimme und sieht die Nachtfalten in seinem Gesicht. Muss ein toller Abend gewesen sein!

Die drei Männer kommen aus Kiel, Flensburg und von der Schlei. Trotz Jobs und Familie war immer Zeit für Musik. „Das lauteste Wohnzimmer Schleswig-Holsteins“ nennen sie ihren Treffpunkt im Haus von Eckhart Feldmann in Ulsnis. „Wenn wir so viel spielen wie im Moment, dann schaffen wir keine Proben zwischendrin. Dann verlassen wir uns aufeinander, gucken, was der andere so drauf hat, und der Rest ist Inspiration“, sagen sie. Das klappt auch schon mit dem neuen Schlagzeuger Jan Molge, der seit diesem Jahr dabei ist. „Ein Blick reicht.“

Webseite, Facebook, CDs, all das gibts nicht. „Uns gehts nur ums Live-Erlebnis“, sagen sie. „Wir wollen Kontakt aufnehmen mit dem Publikum.“ 25 bis 30 Konzerte geben sie im Jahr. „Cab Troubles“ Musik ist rockin’ Blues und soulin’ Shuffle. Ihr Repertoire fängt beim Blues an, der aus den USA herüberschwappte, sie übernehmen Elemente aus Stücken, die ihnen gefallen, und bauen daraus echten und modernen Groove. Texas Shuffle, Stevie Ray Vaughan, keinen Baumwollpflücker-Blues, keine Tanzmucke. Aber Zappelmusik! „Beim Shuffle zuckt jeder sofort los mit dem Fuß“, sagt Feldmann. Er soll Recht behalten!

Jan von der Weppen hat ein gutes Händchen für Musikertypen, die in seine Kneipe passen. Cab Trouble ist auf Empfehlung eines „Maus“-Gastes eingeführt worden. Jetzt spielen sie zum vierten Mal auf Amrum, gleich zwei Tage hintereinander. Für den zweiten Abend hatten sie sich einen Gast eingeladen: Rocksängerin Suzie Lohmar. „Letztes Jahr noch auf der Bühne in Wacken, jetzt in der Blauen Maus!“, sagt die Kielerin, die in der Band „WIR – Women in Rock“ singt. Mit 15 Jahren die erste Gitarre, immer Musik gemacht nebenbei, auf einem Clubkonzert letztes Jahr die „Cab-Trouble-Herren“ getroffen, verabredet, mal miteinander zu singen. Jetzt also Premiere in der „Maus“. „Waaacken!“, rufen ein paar Zuschauer begeistert, als Suzie die Bühne betritt.

Es wird wieder spät, Mitternacht vorbei, Whisky kommt, erst der Milde aus den Highlands, dann der Rauchige von den Inseln – reden. Alles fließt, alles sehr, sehr schön!

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