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Tradition zur Sommersonnenwende : Musikalisches Bonbon im Friesendom

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Singkreis St. Johannis lud mit Gastmusikern zum Mittsommer-Chorkonzert in die Nieblumer Kirche.

Die St.-Johannis-Kirche in Nieblum war voll. So voll, dass die chronischen Zuspätkommer, die selbstbewusst ganz nach vorn marschiert waren, verwundert guckten, um sich schließlich noch irgendwo in die Reihen zu drängen.

Organistin Birgit Wildeman, die das Mittsommerkonzert des Singreises der Kirche gemeinsam mit dem Cellisten Ventseslav Nikolov eröffnet hatte, ließ sich von der entstandenen Unruhe jedoch nicht beeindrucken und stimmte mit ruhigen Klängen auf den Abend ein.

Im Mittelpunkt des Konzertes im Friesendom stand ein „Kyrie eleison“ von Johann Sebastian Bach. Die Sänger wurden bei dem Stück neben Nikolov am Violoncello von Dirk Kelm am Klavier und dessen Frau Angelika Zastrow-Kelm an der Violine begleitet. Die Instrumente ergänzten den Chor hervorragend und es entstand ein stimmungsvoller Klang.

Neben anderen Werken von Bach standen ein weiteres „Kyrie eleison“, diesmal von Willem Dufay, einige schwedische Mittsommernachtslieder sowie Friedenslieder aus dem 20. Jahrhundert auf dem Programm. Zusammen mit seiner Frau an der Violone stimmte Dirk Kelm am Klavier mit einigen fröhlichen Liedern auf den Sommer ein, während Ventseslav Nikolov das Publikum im Mittelteil mit seinem Violoncello begeisterte.

Man kann streiten, ob diesem Mittelteil nicht etwas zu viel Raum gegeben wurde oder mehr fröhliche Stücke passender zur Jahreszeit gewesen wären. Der Nerv des Publikums aber wurde auf jeden Fall getroffen. Dem die dargebotene Mischung derart gut gefiel, dass es die Leistung der Musiker mit langem, teils stehendem Applaus belohnte. Auch Birgit Wildeman zeigte sich mit der Leistung ihrer Schützlinge zufrieden: „Der Singkreis hat den Sinn hinter den Liedern sehr gut rübergebracht. Ich bin dankbar, die intensiven Proben haben sich gelohnt.“ Für Dirk Kelm, dem ehemaligen Lehrer am Föhrer Gymnasium, war es ein willkommenes Wiedersehen mit der alten Heimat: „Es ist immer wieder schön, auf der Insel zu sein und Bekannte zu treffen.“

Für Gespräche mit Freunden war nach dem fast zweistündigen Konzert noch reichlich Zeit: Bei Holunderblütensekt wurde geklönt und gefachsimpelt. Nach und nach verabschiedeten sich dann die Besucher, so dass sich der eben noch sehr volle Friesendom schnell wieder leerte.

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erstellt am 21.Jun.2016 | 08:30 Uhr

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