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Konzert in St. Laurentii: : Musikalisch bis nach Nordamerika

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Folk-Baltica kommt auch in diesem Jahr wieder nach Föhr. Akteure loben die tolle Stimmung auf der Insel.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2017 | 12:30 Uhr

Die Folk-Baltica kommt auch dieses Jahr wieder nach Föhr. Dabei ist Keike Faltings, im letzten Jahr Hauskünstlerin des Festivals, nicht mehr dabei. „Aber die Stimmung war so toll, wir haben uns voll in die Insel verliebt“, sagt die Geschäftsführerin Juliana Christiansen. Also wird es am kommenden Sonntag, 14. Mai, gleich an Tag zwei dieses lebendigen und außergewöhnlichen Festivals, in der Süderender St.-Laurentii-Kirche wieder ein Folk-Konzert geben. Das dänische Quartett Svøbsk singt und spielt gemeinsam mit Matthias Branschke, einem Berliner Dudelsackspieler, der diese Instrumente sogar selbst baut, unter der heiligen Kuppel.

Auch diese beiden von rechts und links der Grenze passen gut zum diesjährigen Leitthema „Die große Reise“. „Wir wollen neun Tage lang mit der Musik als Pass und gemeinsame Sprache eine Tour machen, musikalisch von der Ostsee rüber nach Nordamerika“, so Christiansen. „Die ursprüngliche Idee war die große Immigrationswelle im 19. Jahrhundert“, sagt Harald Haugaard, der künstlerische Leiter. „Aber da spiegelt sich natürlich auch die Welle von heute in die andere Richtung.“ Haugaard, selbst ein exzellenter und weit über die Grenzen hinaus bekannter Geiger und Komponist, ist mitgereist nach Föhr und findet, dass gerade zu solch einer „alten“ Auswandererinsel das diesjährige Thema hervorragend passt.

Das einzige Inselkonzert der Folk-Baltica spielt also auf Föhr. „Kirchen sind ein wunderbarer Ort für die Musik, die wir spielen. Noch im 17. Jahrhundert lagen Folk- und Barockmusik sehr nah beieinander. Und St. Laurentii hat einen ganz geheimen Zauber“, findet Haugaard.

„Ich will einen Pass, wo nur Erdenbewohner drinsteht“, singt die diesjährige Hauskünstlerin Dota Kehr, eine 37-jährige Berliner Liedermacherin, die Grenzen und Grenzenlosigkeit zum Thema ihres letztjährigen Albums machte und ihr Eröffnungskonzert gemeinsam mit Dwight Lamb, einem 83-jährigen Spielmann aus Nordjütland, dessen Vorfahren Amerika-Immigranten waren, und zig anderen Künstler am 17. Mai in Sønderborg gibt. Haugaard wird es leiten und freut sich riesig. Überhaupt – das Engagement des 42-jährigen Dänen hat ihm und „seinem“ Festival rundum Bewunderung eingebracht. 2005 gestartet und ursprünglich auf die Ostsee-Anrainer begrenzt gedacht, hat es sich weit darüber hinaus entwickelt und wurde bereits von fünf auf neun Tage verlängert. Diese Mischung aus Folk-, Welt-, Volks- und Crossover-Musik mit Künstlern, die manchmal am Abend ihrer Auftritte einfach so gemeinsam weiterspielen, sich über die Töne kennenlernen und irgendwie auch immer voneinander lernen und Traditionen weiterentwickeln – diese Mischung kommt an. „Das ist das Wichtige, dass die Kunst uns immer nachdenken und reflektieren lässt“, sagt Haugaard.

Mit Künstlern von der Nord- und Ostsee, aus Grönland, Kanada, Großbritannien und den USA geht die Folk-Baltica zwischen Föhr und Bad Oldesloe, Aabenraa und Büdelsdorf in teils ganz ungewöhnliche Spielstätten. Oft in Kirchen, aber auch in die Yachtwerft von Robbe & Berking, eine Wagenhalle für Busse, ins Schifffahrtsmuseum in Flensburg und dort auch in die Kirche der Diako, wo das Konzert über die Hausanlage in alle Zimmer des Krankenhauses übertragen werden wird.

Die Wyker Dampfschiffs-Reederei, die – als Unterstützer des Konzerts auf Föhr – im vergangenen Jahr noch das 50-köpfige Jugendensemble kostenfrei beförderte, hat es dieses Jahr etwas überschaubarer: Matthias Branschke und die vier von Svøbsk kommen nur mit vier Autos, voll mit ihrem Equipment. Um 12 Uhr, nach dem Gottesdienst am 14. Mai, geht es in der St.-Laurentii-Kirche los. Karten an der Tageskasse und im Vorverkauf in der Geschäftsstelle des Insel-Boten.

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