Kommunalwahl 2018 : Möglicher Rechenfehler: Nachzählung in Nebel?

<p>Die Wahlbeteiligung war auf Amrum insgesamt rückläufig.</p>

Die Wahlbeteiligung war auf Amrum insgesamt rückläufig.

NBB verteidigt seine Vormachtstellung und holt fünf Direktmandate. Von denen allerdings eines noch an die SPD gehen könnte.

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08. Mai 2018, 13:30 Uhr

In allen drei Amrumer Gemeinden war die Wahlbeteiligung deutlich niedriger als noch vor fünf Jahren. Um 12,9 Prozentpunkte lag sie inselweit hinter der von 2013.

In Norddorf, wo die Zahl der Urnengänger am niedrigsten war, sieht Christoph Decker den Grund unter anderem darin, dass viele Insulaner glaubten, nicht nur die Kreiswahl sei auf der Insel auf einen anderen Termin verlegt worden (wir berichteten), sondern auch die Gemeindewahl. Decker holte als Spitzenkandidat die meisten Stimmen für die Wählergemeinschaft Norddorf, nachdem auch hier nur noch eine Liste zur Wahl stand. Ein nötiger Schritt aus Sicht Deckers. Denn selbst, wenn sich junge Leute fänden, die sich engagieren wollen, kapitulierten sie häufig vor den vielen Terminen und dem damit verbundenen Aufwand.

In Nebel, wo die Wahlbeteiligung mit 60,5 Prozent am höchsten war, verteidigte der NBB seine Vormachtstellung und holte fünf Direktmandate. Von denen allerdings eines noch an die SPD gehen könnte. Wahlleiter Jörg Michelsen teilte gestern mit, dass es in Nebel bei der Auszählung einen Rechenfehler gegeben hatte. Sollte sich dies bei einer Nachzählung bestätigen, liefe es darauf hinaus, dass die SPD mit einem zweiten Sitz in der Gemeindevertretung rechnen kann. Für Lothar Herberger, SPD-Spitzenkandidat in Nebel, eine gute Nachricht. Gut sei das Verhältnis der Parteien bisher schon gewesen, nun werde es zudem ausgeglichener. Elke Dethlefsen, NBB-Spitzenkandidatin, zeigte sich gestern dennoch zufrieden mit dem Ergebnis. Wie auch Cornelius Bendixen, der für die CDU mit 263 Stimmen ein Direktmandat holte. Vier Sitze habe die CDU erreicht, so Bendixen, „und wir können auch künftig die Geschicke der Gemeinde mit lenken“.

In Wittdün zeigte sich Heiko Müller, Spitzenkandidat der Wittdüner Wählergemeinschaft, enttäuscht vomWahlverhalten. 284 Bürger hätten gewählt, so Müller, von denen viele nur zwei oder drei Kreuze gemacht hätten. Für Müller bedauerlich, denn dieses Verhalten bedeute wenig Rückhalt für jene, die sich in der Gemeinde engagieren wollen, und sei nicht gut für deren Motivation. Bei der kommenden Wahl will Müller im Vorfeld besser über das Thema Wählergemeinschaften informieren – um mehr Mitglieder zu akquirieren, aber auch, um die Wichtigkeit zu verdeutlichen, zur Wahl zu gehen. Auch wenn im Vorfeld alles klar zu sein scheint.

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