Krankenhaus Föhr-Amrum : Modernste Diagnose-Möglichkeiten

Sind glücklich mit neuem Gerät: Der ärztliche Direktor Clemens von Reusner, Christian Christiansen vom Förderverein, der technische Leiter Ralf Wauer, Fördervereins-Vorsitzende Sibylle Franz, Geschäftsführer Christian von der Becke und Radiologe Dirk Burchardt.
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Sind glücklich mit neuem Gerät: Der ärztliche Direktor Clemens von Reusner, Christian Christiansen vom Förderverein, der technische Leiter Ralf Wauer, Fördervereins-Vorsitzende Sibylle Franz, Geschäftsführer Christian von der Becke und Radiologe Dirk Burchardt.

Neuer Computertomograph löst nach zehn Jahren den alten ab. Finanzierung durch Förderverein der Inselklinik .

shz.de von
15. Februar 2018, 12:45 Uhr

Die Ära von Wyks erstem, zehn Jahre alten Computertomographen (CT) ist beendet. Gestern wurde ein neues Gerät in der Föhrer Inselklinik feierlich eingeweiht.

Für Sibylle Franz, die Vorsitzende des Krankenhaus-Fördervereins, waren vor allem die bekennenden Worte ihres Vorredners zur Zukunft der Elf-Zimmer-Inselklinik ein Grund zur Freude. Christian von der Becke hatte betont, dass der Standort Föhr in der Gesamtstrategie des Klinikums Nordfriesland weiterhin eine große Rolle spielen wird. „Was den neuen Computertomographen betrifft freue ich mich, dass auch an einem kleinen Standort Mittel und Wege zu finden sind, eine hochwertige und moderne Ausstattung bereitzustellen.“ Ausdrücklich ging sein Dank in Richtung Förderverein, dessen derzeit 1043 Mitglieder das 60 000 Euro teure Gerät komplett bezahlt hatten, während die Inselklinik Software und Wartung übernimmt. „Unser Gesundheitssystem sieht derartige Geräte für ein Haus dieser Größe gar nicht vor. Umso wichtiger ist dieses Engagement.“ „Knapp 900 000 Euro haben wir in den letzten zehn Jahren in diese kleine, aber feine Klinik investiert“, sagte Franz.

Bei dem CT handelt es sich um ein zwei Jahre altes Gebrauchtgerät. „Für uns ist es ein Quantensprung“, sagte Dr. Clemens von Reusner, der ärztliche Direktor der Klinik. „Damit haben wir qualitativ deutlich höherere diagnostische Möglichkeiten.“ Auch Dirk Burchardt, für die Inselklinik zuständiger Radiologe an der Klinik Niebüll, sieht die große Verbesserung: „Besonders im Bereich der Wirbelsäulen- und Schlaganfalldiagnostik sowie bei der Tumornachsorge im Lungen- und Bauchraum.“ Der Experte schätzt, dass sich die Menge von bisher 400 CTs pro Jahr durchaus auf 600 und mehr erhöhen könnte. „Das erspart vielen Patienten auch eine Fahrt aufs Festland“, sagte Burchardt. „Gerade in Bezug auf die Insellage ist eine zügige Diagnostik wichtig und ein CT von besonderer Bedeutung“, betonte von Reusner. „Bei Gefäßaussackungen oder Lungenembolien etwa rettete die zeitnahe Diagnostik mittels CT in den letzten Jahren hier auf den Inseln schon vielen das Leben.“

Das neue Gerät ist ein sogenanntes 16-Zeilen-CT. Die Ordnungszahl benennt die Anzahl der Schichten, die das Gerät bei der Darstellung der Körperstrukturen in der Lage ist zu detektieren. Je größer die Zahl, desto feiner das Raster. Das alte Gerät gehörte zur Klasse der Zwei-Zeiler. „Damit haben wir nun eine wesentlich höhere Auflösung und parallel deutlich geringere Strahlenbelastung pro Untersuchung“, sagt von Reusner mit Blick auf die medizinisch bessere Qualität. Indem Ringtunnel liegen sich Röntgenröhre und Empfänger gegenüber. Innerhalb einer Rotation können nun 16 Schichten abgebildet werden. „Beim alten Gerät lag der Abstand zwischen den Schichten bei fünf Millimetern bis einem Zentimeter“, erklärt Radiologe Burchardt. „Jetzt sind es 0,7 bis 1,5 Millimeter, wir haben also eine viel genauere Darstellung.“

Knapp eine Woche lang wurden die vier medizinisch-technischen Radiologie-Assistenten (MTRA) von der Herstellerfirma auf das Gerät geschult. Die Bedienung erfolgt komplett computergestützt. „Die Öberfläche ist zwar ähnlich zum alten Gerät, aber wir haben viel mehr Einstellungsmöglichkeiten und mehr Berechnungen zu erkennen“, sagt Lars Helwig.

Eine Spezialfirma hatte die tonnenschweren Geräte binnen weniger Tage getauscht.

„Wie schön ist das Leben, wenn man ein CT hat“, zitierte Sibylle Franz aus einem Zeitungsartikel von 2007 den damaligen Chefarzt anlässlich der Einweihung des ersten Geräts. „Solche Rückmeldungen zu bekommen, gehört zur wunderschönen Seite unserer Vereinsarbeit“, sagte die Vorsitzende und warb in dem illustren Kreis gleich um neue Vereinsmitglieder.

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