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gospel-workshop : Mitreißender Swing im Gotteshaus

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Ein Abschlusskonzert in der St.-Nicolai-Kirche bildete den Höhepunkt eines dreitägigen musikalischen Lehrgangs unter professioneller Leitung. Als Dozentin konnte die dänische Musikerin Hanne Rømer gewonnen werden.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 20:06 Uhr

„Es ist zwar noch nicht perfekt, aber es swingt“, resümierte Hanne Rømer vor Beginn des Abschlusskonzertes des Gospelchor-Workshops in der Boldixumer St.-Nicolai-Kirche. Zum zweiten Mal nach 2009 hatte der von Andrea Arfsten geleitete Wyker Chor „Unföhrgetable“ zu einem Gospel-Lehrgang auf die Insel eingeladen.

Bereits vor vier Jahren hatte die dänische Musikerin aus ihrer Begeisterung keinen Hehl gemacht und angekündigt, jederzeit für eine Neuauflage bereit zu sein. So brauchte Andrea Arfsten nicht viel Überredungskunst, um Hanne Rømer auch in diesem Jahr für die Leitung zu gewinnen. Die Saxophonistin leitet in Esbjerg den Chor „Round About Vocals“, unterrichtet Saxophon und Gesang an der Hoptrup Efterskole und leitet seit vielen Jahren Workshops für Big-Bands und Chöre.

Mehr als 80 Sänger fanden sich im Wyker Ruf-Hotel ein und erhofften sich von Rømer neue Erkenntnisse in Sachen christliches Liedgut. Neben den „Unföhrgetables“ waren die befreundeten Chöre „Soul and More“ aus Escheburg, „Pink Pepper“ aus Lautenbach im Schwarzwald und eine Abordnung des „Special Chores“ aus Tellingstedt mit von der Partie. Drei schwierige Stücke standen auf dem Programm, für deren Einstudierung bis zum Auftritt in der St.-Nicolai-Kirche lediglich 24 Stunden Zeit blieben. Keine einfache Aufgabe für vier Laienchöre. „Bei diesen Workshops ist es wichtig, gleich am Anfang zu spüren, wo die Chöre stehen und wie weit sie kommen können“, erklärte Hanne Rømer ihre Arbeit in einer Pause. Es sei wichtig, zu fordern, aber nicht zu überfordern. Am Ende müsse die Perfektion stehen, die dem „Swingen“ aber nicht im Wege stehen dürfe.

Und der Weg bis zur Perfektion war steinig, wie Andrea Arfsten berichtete. Auch wenn es von Vorteil gewesen sei, dass fast alle Teilnehmer die Dozentin von deren erstem Besuch auf der Insel her gekannt und gewusst hätten, wie sie arbeitet. „Der Schwierigkeitsgrad war diesmal höher, die Lieder, die wir einstudierten, hatten es in sich.“ Aus den Reihen des Föhrer Chores sei der Vorschlag gekommen, „He’s Got The Whole World“ in einer dramatischen Moll-Version und „The House Of The Lord“ vorzutragen, Letzteres sehr schnell und anspruchsvoll in den Tonsprüngen. „An beide Lieder hätten wir uns ohne Hanne Rømer wohl nicht rangetraut.“

Dass sich die Arbeit gelohnt hatte, davon konnte sich das Publikum in dem gut besuchten Gotteshaus beim Abschlusskonzert überzeugten. Zunächst sang jede der vier Gruppen drei Stücke aus dem eigenen Repertoire, wobei das breite Spektrum, das Gospelchöre abdecken können, hörbar wurde. Dann wurde es eng auf der Bühne, denn zum großen Finale des Abends nahmen alle 80 Sängerinnen und Sänger Aufstellung.

Zur Einstimmung spielte der Gast aus Dänemark auf dem Saxophon mit „God Bless The Child“ ein Solo mit Klavierbegleitung, bevor die Sänger in Aktion traten. „Blessed Be The Name Of The Lord“ von Clarence Eggleton und die gewünschten „House of the Lord“ von Vivian Glade und „He’s Got The Whole World“ in einer Bearbeitung von Joakim Areniu waren die drei Titel, die von dem Gesamtchor begeisternd vorgetragen wurden. 80 Stimmen hatten unter der Leitung von Hanne Rømer zu einer eindrucksvollen Einheit gefunden, und der von der Leiterin angesprochene „Swing“ war bis in den letzten Winkel der St. Nicolai-Kirche zu spüren. Ein begeistertes Publikum feierte die Akteure mit rhythmischem Applaus, die nach dem Konzert im Ruf-Hotel fleißig weiterimprovisierten, mit Schlager, Pop- und Rockmusik.

Wie vor vier Jahren können sich alle Beteiligten auch nach dem zweiten Workshop eine Wiederauflage vorstellen – allerdings unter anderen Vorzeichen. „Wir wollen sie auch einmal ganz für uns haben“, kündigt Andrea Arfsten Überlegungen an, Hanne Rømer nur für den Föhrer Chor zu engagieren und Stimmbildungsarbeit oder Interpretation zu vertiefen. Ein Projekt, das weniger Vorbereitungszeit in Anspruch nähme und auf dass die begeisterten Sänger nicht noch einmal vier Jahre warten müssten.

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