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DRK Amrum : Mitgliederschwund ist bedenklich

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Der DRK-Ortsverein sucht Wege, junge Leute für das Ehrenamt zu begeistern.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 08:02 Uhr

Amrum | Dass die Besetzung des Vorstandes erste Voraussetzung dafür sei, dass der Amrumer Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes auch in Zukunft bestehen und handeln könne, betonte die Vorsitzende Eike Paulsen auf der Jahresversammlung. Dies zu gewährleisten, müsse insbesondere bei den jüngeren Insulanern die Bereitschaft, Mitglied im Ortsverein zu werden, wachsen.

Der Trend sei gegenläufig und es würden mehr Mitgliederabgänge als -zugänge verzeichnet, bezifferte Paulsen die derzeitige Mitgliederzahl auf 135 Personen. "Auch ich werde in zwei Jahren in die zweite Reihe treten wollen", betonte die engagierte Vorsitzende, dass Mitglieder für die Vorstandsarbeit händeringend gesucht werden.

Kandidaten wurden auch an diesem Tag gesucht: Zur Nachfolgerin der scheidenden Schriftführerin Brunhilde Jessen wurde Sabine Moritzen gewählt und auch die stellvertretende Vorsitzende Erika Jürgensen steht nicht mehr zur Verfügung. Der Posten bleibt vorerst unbesetzt, ein Kandidat wird noch gesucht.

Jürgen Jungclaus betonte die Bedeutung der Einrichtung für die Insel Amrum, in der Sozialstation, örtliches Seniorenheim und Pflegestation des DRK-Kreisverbandes unter einem Dach vereint seien. "Ich würde es begrüßen, wenn aus jeder Familie mindestens eine Person Mitglied des Ortsvereins wäre", so Wittdüns Bürgermeister, um somit vor dem Hintergrund des demografischen Wandels den Fortbestand der Sozialstation zu sichern.

Lobende Worte, denen sich Nebels Bürgermeister Bernd Dell-Missier anschloss. Gemeinschaftliche Gefüge funktionierten nur, wenn genug Leute bereit seien, ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen. "Ich werde nicht müde, dem DRK-Ortsverein meine Anerkennung zu zollen", rief Dell-Missier dazu auf, nicht den Mut zu verlieren.

Dem Kassenbericht war zu entnehmen, dass trotz der guten Auslastung des ambulanten Pflegedienstes der Sozialstation auf die finanzielle Unterstützung durch die Amrumer Gemeinden nicht verzichtet werden kann. Zu viele Ausgaben stehen den Einnahmen, Spenden und Überschüssen aus Basaren und Veranstaltungen gegenüber.

Wie Pflegedienstleiter Uwe Bührle in seinem Bericht zur Sozialstation darstellte, seien im vergangenen Jahr zwar mehr Patienten betreut worden, doch seien die bezahlten Zeiten fernab jeder Realität. So läge die vorgegebene Zeit für einen Patienten bei fünf Minuten, der tatsächliche Aufwand allerdings betrage bis zu 30 Minuten.

Dass Kirsten Schüler-Seifert im vergangenen Jahr ihr 20-jähriges Dienstjubiläum begehen konnte, verkündete Bührle. Er selbst sei seit einem knappen Jahr auf Amrum beschäftigt und habe in dieser Zeit bereits neun Begleitungen von Sterbenden erleben dürfen - äußerst emonionelle Momente inmitten der Familien. "Das ist kein Vergleich zum Sterben in Krankenhäusern auf dem Festland."

Die Tätigkeitsberichte für 2011 und 2012 der Jugendgruppen verlas Erika Jürgensen stellvertretend für den Jugendwart Wolfgang Schulte, dessen Bilanz für 2012 insgesamt positiv ausfiel. Allerdings hätten die Abgänge der Altersstufen acht bis elf und zwölf bis 16 die Zugänge übertroffen. Derzeit gehören zwölf Jungen und Mädchen dem Jugendrotkreuz auf Amrum an.

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