Kinder-uni : Mit viel Spaß im Urlaub lernen

Bei einer Wattwanderung erfahren die Kinder Wissenswertes über das vielfältige Leben im Weltnaturerbe.
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Bei einer Wattwanderung erfahren die Kinder Wissenswertes über das vielfältige Leben im Weltnaturerbe.

Im Juli und August wird es auf der Insel wieder viele kleine Forscher geben: Zum fünften Mal lockt die Nachwuchs-Hochschule in diesem Jahr mit spannenden Vorlesungen und Exkursionen ins Watt.

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20. Juni 2014, 08:00 Uhr

Wie war das Leben auf Föhr, als die Insel noch geteilt war und man mit einem Fuß in Dänemark und dem anderen in Deutschland stehen konnte? Welche Bedeutung haben Seile in der Landwirtschaft und der Seefahrt? Niemand kann über eine Region so gut von dem Leben vergangener Zeiten oder von neuesten Entwicklungen erzählen, wie die Insulaner. Auch auf Föhr gibt es viele Frauen und Männer, die zahlreiche Geschichten und Sagen sowie viel Wissenswertes über Föhr zu erzählen haben. Dieses Wissen geben sie mit Freude im Rahmen der Kinder-Uni in den Ferienmonaten Juli und August weiter und berichten beispielsweise über das Wattenmeer als Lebensraum zahlreicher Tiere und Pflanzen oder die edlen Föhrer Trachten.

Im Juli und August wird es auf der Insel wieder viele kleine Forscher geben, lockt die Nachwuchs-Hochschule bereits zum fünften Mal mit einem vielfältigen Programm, das sich auf die Themen Weltnaturerbe Wattenmeer, Natur und Tiere, Kunst, Kultur und Geschichte sowie das Leben und Arbeiten auf der Insel konzentriert.

Die Föhrer Kinder-Uni bietet neben Vorträgen mit echten Universitäts-Professoren zahlreiche Expedition an, bei denen Einheimische ihr Wissen zu spannenden Themen kindgerecht und vor allem anschaulich vermitteln. „Wir bieten den Kindern ein qualitativ sehr hochwertiges Programm“, betont Sandra Lessau von der Föhr Tourismus GmbH, so werde ihnen ermöglicht, das Lernen als ein Erlebnis und puren Spaß zu empfinden. „Das ist Familienurlaub mit höchstem Komfort.“

Und wer hat als Kind nicht schon einmal davon geträumt, auf einem alten Segelboot mitzufahren und die Knotentechniken von den Skippern zu erlernen? Oder auf einer Nachtwanderung mit Fackeln am Strand den spannenden Geschichten über die Friesen und den Walfang zu lauschen? Bei der Kinder-Uni werden Kinderträume wahr und die Kleinen zu großen Entdeckern. Sie erfahren, warum Grabsteine sprechen können, woher eigentlich das Trinkwasser der Insel kommt, wie es klingt, friesisch zu sprechen und vieles mehr. Ob Brote backen und probieren, Seeluft schnuppern oder den Farbwechsel von Garnelen bestaunen: alle Sinne werden angesprochen und somit ganzheitliches Lernen gefördert.

Schließlich werden die Bedürfnisse der Kinder ernst genommen, die bei den Veranstaltungen im Vordergrund stehen. Weshalb die Erwachsenen zwar teilweise bei den Expeditionen dabei sein dürfen, in den Vorlesungen jedoch „Zutritt verboten“ für sie gilt.

Stammgast bei der Föhrer Kinder-Uni ist der Kieler Professor Mojib Latif. Auch in diesem Jahr hält der Klimaforscher eine Vorlesung in Wyk. Am Freitag, 18. Juli, um 15 Uhr geht er der Frage „Wie entstehen Wetterleuchten, Hochwasser, Tornados und Hurrikane“ nach. Seine und alle anderen Vorlesungen finden im Kurgartensaal statt.

So auch die des Rechtsmediziners Professor Klaus Püschel, seit 1992 Direktor am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Der nimmt die jungen Studenten am Mittwoch, 2. Juli um 15 Uhr mit an einen Tatort und verrät, was Fingerabdrücke, Blutspuren und die Verletzungen des Opfers über einen Verdächtigen aussagen und wie die Kriminalisten bei ihren Untersuchungen vorgehen.

Schließlich berichtet die Historikerin und Schriftstellerin Dr. Karin de la Roi-Frey am Mittwoch, 30. Juli, um 11 Uhr von den schweren Jugendjahren der Inselkinder, als Schiffsjungen, Hütemädchen und Dienstjungen. Ihre Arbeitskraft wurde in den „Kartoffelferien“ gebraucht und gleich nach der Schulzeit mussten Mädchen „in Stellung“ gehen, um ihre Familie mit zu versorgen.

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