Landschaftsplan Amrum : Mit Verspätung verabschiedet

Der südlichste Zipfel des Kniepsandes sollte für Gäste erhalten bleiben.
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Der südlichste Zipfel des Kniepsandes sollte für Gäste erhalten bleiben.

Die Entscheidung über den Landschaftsplan Amrums sollte bereits im Mai 2008 fallen. Doch "mangels Masse" musste sie damals verschoben werden. Kurz vor Jahresschluss votierten die Kommunalpolitiker nun für den Plan.

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06. Januar 2009, 12:42 Uhr

Amrum | Als ein Instrument für zukünftige Planungen auf Amrum, soll der durch das Landesrecht geforderte Landschaftsplan Insel Amrum dienen. In ihm werden sämtliche örtliche Erfordernisse und Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege flächendeckend dargestellt. Unter der aktiven Beteiligung der gesellschaftlichen Vertreter der drei Gemeinden sowie der Grundstückseigentümer wird bereits seit September 2006 an dem Landschaftsplan gearbeitet. Das Ziel war, einen für alle Seiten tragfähigen Landschaftsplan zu erstellen. In diesem Regelwerk sind zudem die charakteristischen Funktionen der Gemeinden für den Tourismus und die Einwohner der Inselorte dargelegt. Zudem finden die traditionellen Nutzungen als auch die kulturellen Vorgaben Beachtung.

In einer gemeinsamen Sitzung der drei Amrumer Gemeindevertretungen galt es nun über die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zu beraten und zu entscheiden. Dieser Beschluss hatte eigentlich bereits vor der Kommunalwahl im Mai gefasst werden sollen. Doch hatte wegen der Beschlussunfähigkeit der früheren Nebeler Gemeindevertretung die Entscheidung nicht gefällt werden können und war nun den neuen Inselgremien übertragen worden. Vor dem Hintergrund, dass in Bezug auf die Stellungnahmen zum Landschaftsplan bei den neuen Gemeindevertretern Klärungsbedarf bestand und der Landesentwicklungsplan als übergeordnetes Werk ab 2009 bis 2025 dringend Beachtung finden muss, wurde bereits im Mai eine Informationsveranstaltung für die neuen Gemeindevertretungen vereinbart.

Wie Nebels Bürgermeister Bernd Dell-Missier als Moderator der jüngsten Sitzung erklärte, hat diese Infoveranstaltung inzwischen stattgefunden, sodass der aktuelle Sachstand vermittelt wurde. Die Anwesenden waren nun aufgefordert, die Gelegenheit zu nutzen, und alle Unklarheiten zur klärenden Diskussion zu stellen. Er gab dabei zu bedenken, dass man nicht mehr über irgendwelche Inhalte des Landschaftsplanes diskutieren könne, sondern lediglich die Abwägung zur Diskussion stünde.
Strandsegeln während Brutzeit ohnehin geregelt

Drei Stellungnahmen wurden dabei detailliert diskutiert. Unter anderem galt es den Antrag des Öömrang Ferian auf eine Beschränkung der Segelfläche von Strandseglern auf vier Quadratmeter Segelfläche, sowie den Ausschluss von Kite-Seglern zu erörtern. "Diese Stellungnahme findet keine Berücksichtigung", erklärte dazu Norbert Gades vom Amt Föhr-Amrum. Wie Jens Quedens als Vorsitzender des Vereins erklärte, habe der Naturschutzverein zu dem Zeitpunkt der Stellungnahme nicht gewusst, dass für die Brutzeit der Vögel ohnehin ein Verbot für das Strandsegeln verankert ist. Für die restliche Zeit sehe man auf den ausgewiesenen Flächen keinerlei Bedenken.
Lob für Öömrang Ferian

Eine weitere Stellungnahme, die eine Einrichtung einer Schutzzone 1 für den südlichsten Zipfel des Kniepsandes vorsieht und dort keine flexible Strandnutzung zulässt, wurde kritisch hinterfragt. Die Befürchtung wurde geäußert, dass durch die stetige Veränderung des Kniepsandes, eine spätere Nutzung durch diese Festschreibung stark erschwert werde, wenn nicht durch den jetzt selbst auferlegten Schutzstatus gar unmöglich werde. Dem Öömrang Ferian wurde von Bürgermeister Dell-Missier in diesem Zusammenhang eine hervorragende Naturschutzarbeit attestiert.
Jens Quedens sah vielmehr die Tiere als Indikator für die Abgrenzung von Flächen. "Wenn die Tiere dort nicht mehr rasten, werden wir natürlich reagieren und die Schutzzone verändern beziehungsweise verlegen". Wittdüns Bürgermeister Jürgen Jungclaus sah hierin ein gutes Beispiel für den bestehenden Schutzstatus Natura 2000. Die Vorgaben für Gebiete mit Flora, Fauna Habitat (FFH) Status erscheinen durch solch starke Veränderungen wie auf dem Kniepsand erst lebendig.
Zustimmung

Abschließend stimmten die Gemeindevertreter mit jeweils einer Enthaltung der Abwägung zu und stimmten der Beschlussfassung zur Verabschiedung des Landschaftsplanes Amrum zu. Die Träger der öffentlichen Belange werden informiert.

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