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Amrum-Fotos : Mit Strandschönheiten durchs Jahr

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Insel-Bilder einmal anders: Der Keramik-Künstler Matthias Menk setzt seine witzigen Figuren für einen Kalender in Szene.

Der neue Kalender ist da. Ein sehr schönes Timing, was Keramikkünstler Matthias Menk da immer so hat: Im Frühjahr und Sommer erdenkt und gestaltet er seine Strandschönheiten und fotografiert sie in den schönsten Amrumer Landschaften, zum Herbst kann man sie dann leibhaftig in seinem Laden bewundern (und kaufen), ehe man sich im Winter auf den Start des Kalenders freut, um mit all den gut gelaunten Keramikfrauen durchs neue Jahr zu gleiten. Ein Quotenmann ist auch wieder dabei. Der sieht ein bisschen aus wie Kapitän Haddock aus „Tim und Struppi“.

Figuren und Kalender 2016 stellte Matthias Menk vor ein paar Tagen im Keramiklädchen „Hoonwerk“ (friesisch: Handwerk) vor, das er in Nebel gemeinsam mit Kollegin Cornelia Garbe betreibt. Sein Arbeitsplatz ist allerdings in Norddorf, im Keramikatelier von Cornelia Schau, wo – ganz versteckt – in wochenlanger Arbeit die liebevoll geformten, hübschen Ladies (und Kapitän Haddock) entstehen. Man ahnt die Arbeit, die darin steckt, ehe die rotgepunktete Bikinidame so zauberhaft dem Leben zuwinkt, das Pärchen sich die Badewanne teilt oder die Nixe am Seehund lehnt.

Es ist ein ständiger Wechsel zwischen modellieren (Kopf und Rumpf auf der Drehscheibe; Arme und Beine per Hand), feucht halten und trocknen lassen. „Das Wichtigste sind natürlich die Gesichter, die ganze Emotion darin“, sagt Menk. Im Körper muss es Luftkanäle geben, damit die Figuren ordentlich trocknen können. Nach dem Vorbrand (je acht Stunden heizen und abkühlen) kommen die schönen Glasuren drauf, glänzend für den Bikini, matt für die Haare. Und dann wird nochmal für 24 Stunden der Ofen auf über 1000 Grad erhitzt. Reißt was beim Brennen, kann man wieder von vorn anfangen.

Im Kalender 2016 machen die Strandschönheiten vor Amrum-Kulisse dann eine extrem gute Figur. „Ich mag die knalligen Glasuren im Kontrast zu den zurückhaltenden Farben der Insel“, sagt Menk über seine Schätzchen, die er am Wriak-Hörn-See, am Meersaum, dem Watt oder in den Dünen fotografiert. Manchmal stundenlang wartend auf das richtige Licht und die richtige Möwe. „Ich hatte echt Glück, als am Strand eine Möwe genau neben meine kleine neue Vogelkundlerin spazierte, die ja schon eine tönerne Möwe auf der Schulter sitzen hat.“

Seit knapp sechs Jahren verfolgt Matthias Menk die Idee mit seinen Strandschönheiten. Angefangen hat es, als der 42-Jährige, nach Töpferlehre und Gestalterausbildung, noch in Weimar seinen Laden hatte und besuchsweise auf der Ferieninsel seiner Kindheit weilte, wo er im Atelier bei Cornelia Schau jobbte. Da hat er mal eine seiner kleinen Figuren in die Natur gesetzt und so geschickt fotografiert, dass sich Freunde fragten, wie er so lebensgroße Figuren gemacht hätte. Mit der erzielten Wirkung im Kopf entstanden die ersten Postkarten. Heute gibt es schon zwei Duzend Motive. Jetzt trägt er manche Ideen jahrelang mit sich herum. Was wahrscheinlich sehr gut ist, denn so gibt es auch die kommenden Jahre peu à peu immer neue Hübschheiten aus seiner Hand. Namen gibt er ihnen übrigens nicht. Aber er weiß von seinen Kunden, dass sie es manchmal tun. Einen Namen hat Matthias Menk dieses Jahr dann aber doch vergeben. An die rotgepunktete Bikini-Lady. Sie heißt: Dem Leben zuwinken. Aber eigentlich könnten sie alle so heißen, so positiv, wie sie rüberkommen.


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