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premiere auf föhr : Mit schwerem Gepäck für den guten Zweck

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Klaus Warning predigt derzeit als Gastpfarrer in der St.-Marien-Kirche. Mit einem gut einen Zentner schweren Flügelaltar angereist, sammelt er Spenden für Hilfsprojekte in Albanien.

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erstellt am 12.Apr.2015 | 09:00 Uhr

Das ganze Jahr über sind es vor allem Gastpriester, die in der zur Pfarrgemeinde St. Gertrud gehörenden Wyker St.-Marien-Kirche die Gottesdienste gestalten. Zu denen zählt auch Klaus Warning, der sich in einem wesentlichen Punkt von seinen Kollegen unterscheidet: Er ist mit schwerem Gepäck unterwegs. Mit dem Pfarrer im Ruhestand ist ein 1,20 mal 1,20 Meter großer und gut einen Zentner schwerer Flügelaltar auf die Insel gereist, der derzeit in dem Gotteshaus am Rebbelstieg zu bewundern ist.

Einmal war Warning bisher als Gastpfarrer auf Amrum, zweimal auf Föhr. Der Altar feiert dagegen seine Inselpremiere. Es handelt sich um eine Kopie, deren Original der vor einigen Wochen im Alter von 90 Jahren verstorbene Künstler und Priester Sieger Köder geschaffen hatte. Der „Prediger mit Bildern“ war überaus vielseitig und einer der bekanntesten deutschen Künstler christlicher Themen. Zu seinen Werken zählten auch drei Flügelaltäre, von denen einer heute in der St.-Heinrich-Kirche in Kiel steht, in der Klaus Warning Pfarrer war. 1992 hatte er dort seinen langjährigen Freund Köder um einen Altar mit zehn Bildern gebeten und der Künstler sagte zu.

Zehn Jahre sollte es bis zur Fertigstellung dauern und 2002 brachte Köder sein Werk selbst in die Landeshauptstadt. Noch im selben Jahr ließ die Gemeinde für Warning ein Duplikat anfertigen, mit dem dieser seit seinem Eintritt in den Ruhestand 2009 unterwegs ist.

Umtriebig war der 72-Jährige schon immer, der als Rundfunkpfarrer in Hamburg, Universitätspfarrer in Kiel und Studentenpfarrer und Jugendseelsorger in Lübeck wirkte, sechs Jahre Latein und Religion an einer Gesamtschule nahe Osnabrück unterrichtete und schließlich Rektor des Ludwig-Windthorst-Hauses in Lingen war. Heute sind es Holzminden, Regensburg oder München und für 2016 ist ein Trip zur deutschsprachigen Gemeinde in Paris in Planung. Denn die Reisetätigkeit hat sich längst herumgesprochen; allein in Wyk wurde Klaus Warning in drei weitere Gemeinden eingeladen.

Und der Pfarrer kommt gern, um den Menschen den außergewöhnlichen Flügelaltar zu präsentieren. Auf dessen Unterbau das Wort Gottes auf einer hebräischen Schriftrolle sowie in griechischen, lateinischen und deutschen Bibeltexten verewigt ist. Auf den Flügeln erzählen alt- und neutestamentliche Szenen die biblische Geschichte. Verknüpft wird die Präsentation mit der Bitte um Spenden, denn Warning unterstützt seit vielen Jahren zwei Hilfsprojekte in Albanien. Ein Mädchen-Internat im Süden, in Delvina, und im Norden, in Shkodra, eine Sozialstation mit Kinderhaus, betrieben von Schweizer Ordensschwestern. Kinder aus den umliegenden Dörfern werden hier vormittags betreut, nachmittags dient die Einrichtung als Anlaufstelle für Jugendliche.

Des Pfarrers Affinität zu Albanien wuchs bei Fahrten mit Jugendlichen in das südosteuropäische Land. Im Rahmen der Firmvorbereitung wurden dort seit 2002 soziale Projekte verwirklicht. Mit dem Ruhestand fielen die Jugendgruppen weg, die Fahrten nach Albanien blieben. „Ursprünglich wollte ich einmal im Jahr dorthin fahren und als Priester tätig sein. Daraus wurde dann das Projekt mit dem Altar, denn irgendwo muss das Geld ja herkommen.“

Die nächste Altar-Präsentation findet am morgigen Sonntag um 16 Uhr in der St.-Marien-Kirche statt.

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