Norddorf : Mit Jauchzen und Frohlocken

Der Publikumsandrang war so groß, das Chor und Orchester noch ein Zusatzkonzert gaben.
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Der Publikumsandrang war so groß, das Chor und Orchester noch ein Zusatzkonzert gaben.

Der Deutsche Ärztechor wurde vor zehn Jahren auf Amrum gegründet. Zum Jubiläum erklang Bachs Weihnachtsoratorium.

shz.de von
05. Januar 2018, 16:00 Uhr

Was für ein Erlebnis: 115 Mediziner aus allen Fachrichtungen und ganz Deutschland kamen zum Jahreswechsel auf der Nordseeinsel Amrum zusammen, um für einen guten Zweck zu musizieren. Das Publikum im Norddorfer Gemeindehaus erlebte bei den beiden Benefizkonzerten von Deutschem Ärztechor und Deutschem Ärzteorchester ein musikalisches Feuerwerk.

Aufgrund des großen Zuschauerinteresses fand neben dem bis auf den letzten Platz ausverkauften Abendkonzert ein Zusatzkonzert um 15 Uhr an gleicher Stelle statt. Bei diesem waren auch zahlreiche Familien mit Kindern unter den Zuhörern.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Deutschen Ärztechores, der sich 2007 auf Amrum gegründet hat, wurden unter der Leitung von Alexander Mottok die Kantaten eins bis drei des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach aufgeführt. Als Solisten sangen Hayat Chaoui (Sopran), Nicole Dellabonna (Alt), Michael Connaire (Tenor) sowie Konstantin Heintel (Bass). Darüber hinaus wirkten bei beiden Konzerten auch der Kinderchor der Amrumer St. Clemens Kirche und die Kantorin Anne-Sophie Bunk mit.

Mit Jauchzen und Frohlocken, mit Pauken und Trompeten, mit herrlichen Chören, sehr schönen Arien und der berühmten Hirtenmusik-Sinfonia des Orchesters, vom fulminanten Eingangschor bis zum abschließend zum zweiten Male angestimmten „Herrscher des Himmels“ boten die Musiker und Solisten dem begeisterten Publikum ein sehr überzeugendes und wunderbares Konzerterlebnis.

Auf den Tag genau zehn Jahren zuvor hatten sich Chor und Orchester erstmals auf der Insel Amrum getroffen, um gemeinsam das Weihnachtsoratorium einzustudieren und aufzuführen. Auch damals war das Konzert ein großer Erfolg. Jetzt erklang erstmals wieder das populärste Chor- und Orchesterwerk zur Weihnachtszeit im Norddorfer Gemeindehaus. Es war bereits das sechste Konzert der beiden Ensembles auf der Insel. An keinem anderen Ort traten sie häufiger zusammen auf.

Während ihres Amrum-Aufenthalts, der mit einer dreitägigen Proben- und Vorbereitungszeit begann, wurden Chor und Orchester von der AOK-Nordseeklinik in Norddorf beherbergt und verpflegt. Diese Kooperation ist nicht zufällig. „Singen macht gesund“, die Schnittflächen zwischen der AOK-Nordseeklinik und dem Deutschen Ärztechor sind unübersehbar und sollen in eine Kooperationspartnerschaft münden. Die Nordseeklinik wird Mitte 2018 als erste Mutter-Kind-Klinik Deutschlands als „Singende Klinik“ über den Verein „Singende Krankenhäuser“ zertifiziert, der sich seit neun Jahren international für die Verbreitung heilsamer und gesundheitsfördernder Sing-Angebote in Gesundheitseinrichtungen engagiert.

Der finanzielle Erlös aus den beiden Konzerten kommt diesmal der Lebenshilfe Sylt, vertreten durch Gudrun Hausmann, für Projekte und Erweiterungen der Angebote auf Amrum zugute. Hier ist die Lebenshilfe auch für die Frühförderung aller Kinder bis zu sechs Jahren mit Entwicklungsverzögerungen zuständig.

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