Segellore für die Ketelswarft : Mit der Kraft des Windes zur Hallig

<strong>Der Baumeister</strong>  vor seiner Garagen-Werkstatt.  Foto: ipu
Der Baumeister vor seiner Garagen-Werkstatt. Foto: ipu

Karsten Hansen baut die zweite historische Segellore für die Ketelswarft auf Langeneß. Der erste Nachbau hatte einem Pilz nicht Stand halten können.

shz.de von
31. Mai 2010, 11:52 Uhr

Borgsum | "Als ich vor über sechs Jahren meine erste Segellore baute, verwandte ich so viel Mühe darauf, als ob es mein Meisterstück werden sollte". Doch die Mühen des pensionierten Borgsumer Tischlermeisters Karsten Hansen um dieses Fahrzeug, das als Ausstellungsstück auf der Langeneßer Ketelswarft stand, wurden nach und nach von einem Pilz zunichte gemacht. Das Buchenholz, aus dem die Lore gebaut war, erwies sich so als ungeeignet für diesen Zweck.

Doch Karsten Hansen ließ sich dadurch nicht verdrießen: Er baute nun einfach eine neue Lore für die Museumswarft auf der Hallig. "Schon vor 25 Jahren hatte ich die Idee, einmal mit "Volldampf" über den Lorendamm sausen zu können, berichtet Hansen, der inzwischen seit einigen Jahren als Wattführer auf der Strecke Dagebüll, Oland und Langeneß im Einsatz ist. Seine Erzählungen von dem Verkehr zwischen den Halligen und dem Festland, als die Loren noch ohne Motor, dafür aber mit Hilfe von Segeln oder Muskelkraft bewegt wurden, stieß bei den Teilnehmern der Führungen auf großes Interesse. Dann trat auch noch der Postschiffer und Langeneßer Bürgermeister Fiede Nissen auf den Plan, und er machte Hansen Mut, seine erste Lore zu bauen.

"Ich wollte diese Fahrzeuge natürlich auch für die Nachwelt erhalten", begründet der Borgsumer sein Engagement, wobei er zunächst das Problem hatte, dass es wenig Informationen über die Loren gab. Eine alte Postkarte und die Erinnerungen von Fiede Nissen mussten als Baugrundlage für die erste Lore ausreichen, deren Nachfolgerin nun in der Borgsumer Halle entstanden ist. Die alten Eisenachsen wurden auch für das neue Fahrzeug verwandt, bei dessen Herstellung Karsten Hansen von seinem Freund Dieter Witteck unterstützt wurde. Amerikanische Eiche und sibirische Lärche wurden verbaut, und Karsten Hansen hofft, dass das neue Museumsstück der Witterung besser stand halten wird. Auf seiner Homepage www.karstenhansen.de hat der Borgsumer nicht nur den Werdegang des ersten Fahrzeuges festgehalten, sondern auch Erinnerungen rund um die alten Segelloren und ihre Benutzer.

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