Wyk : Ministerium hat pro G 9 entschieden

Kiel übernimmt Argumente der Befürworter

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01. April 2011, 08:40 Uhr

Wyk | Für die Eltern, die sich in den zurückliegenden Wochen und Monaten für die Rückkehr des Föhrer Gymnasiums zum neunjährigen Bildungsgang (G 9) eingesetzt haben, ist es ein Sieg auf der ganzen Linie: Das Kieler Bildungsministerium hat die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit verfügt und sich in seiner Begründung die Argumente der G 9-Fraktion weitgehend zu Eigen gemacht.

Gestern hat Schulleiter Carl Wögens - der selbst den achtjährigen Bildungsgang beibehalten wollte - von Staatssekretär Eckhard Zirkmann die Mittelung bekommen, dass eine rechtssichere Entscheidung pro G 9 gefallen sei. Dies gelte für den kommenden fünften Jahrgang, teilt Wögens mit und ist erleichtert, dass jetzt Klarheit herrscht. Denn heute ist Anmeldeschluss für die künftigen Fünftklässler. "Deren Eltern haben schon sehnlichst auf eine Entscheidung gewartet", berichtet er.

Er selbst, so Carl Wögens weiter, bedauere zwar, dass er sich mit seinen Argumenten für den achtjährigen Bildungsgang nicht habe durchsetzen können. "Aber auf der anderen Seite ist mir der Schulfrieden auch wichtiger", betont er. "Ich hoffe, dass nunmehr alle Beteiligten diese Entscheidung akzeptieren und zu einem sachgerechten Miteinander zurückkehren", so der Schulleiter, "die Bearbeitung der übrigenSchulentwicklungsthemen bedarf unser aller Kraft".

Der Kieler Entscheidung vorausgegangen war eine Anhörung in Niebüll mit drei Vertretern des Ministeriums, an der, wie Wögens berichtet, Vertreter von Schulleitung, Personalrat, Regionalschule, Elternbeirat und Schülerrat teilgenommen hatten. Nach den vorangegangenen hitzigen Diskussionen auf Föhr sei dieses Treffen sehr konstruktiv verlaufen, berichtet der Pressesprecher des Bildunsgministeriums, Thomas Schunck. "Auf beiden Seiten war man bemüht, die Argumente zu sichten und zu bewerten", so Schunck, "diese Sitzung war schon ein Beitrag zur Versachlichung".

Zur Entscheidung selbst sagte Schunck, dass das Ministerium der Auffassung sei, dass bei G 9 die Durchlässigkeit zwischen Regionalschule und Gymnasium eher gegeben sei - also begabte Regionalschüler es leichter hätten, aufs Gymnasium zu wechseln. Auf der anderen Seite könnten begabte Gymnasiasten, in dem sie eine Klasse überspringen, trotzdem nach acht Jahren das Abi tur machen.

Weiter, so Schunck, halte das Bildungsministerium eine langfristige Sicherung der Oberstufe am Föhrer Gymnasium bei G 9 eher für möglich. Und schließlich erleichtere die neunjährige Oberschulzeit "das Ausschöpfen des Bildungspotenzials vor Ort" - gemeint ist damit wohl, dass die Kinder, wenn sie nicht am Nachmittag die Schulbank drücken müssen, wieder mehr Zeit für Musikunterricht oder Vereinssport haben.

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