Abwasser-Berechnung : Mindestabnahme wird halbiert

Das ehemalige Norddorfer Klärwerk wird abgerissen. Foto: oe
Das ehemalige Norddorfer Klärwerk wird abgerissen. Foto: oe

Nur noch 40 Kubikmeter veranschlagen die Amrumer Versorgungsbetriebe als jährlichen Mindest-Wasserverbrauch. Das Unternehmen plant, den Grundbetrag wieder einzuführen.

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26. Januar 2009, 12:03 Uhr

Amrum | Um auch Haushalten mit sehr niedrigem Wasserverbrauch eine gerechtere Abrechnung zu gewährleisten, haben die Amrumer Versorgungsbetriebe (AöR) den Mindestverbrauch halbiert. Wie Norbert Gades, Vorstandsmitglied der Versorgungsbetriebe erklärte, sei die bis dato bestehende Gebührensatzung, nach der die Wasserkunden unabhängig vom Verbrauch eine Mindestabnahme von 80 Kubikmetern im Jahr bezahlen müssen, nicht mehr zeitgemäß. Immer mehr Wasser sparende Installationstechnik käme zum Einsatz und unterstütze so den sensiblen Umgang mit dem kostbaren Nass. Gegenüber Haushalten, die im Jahr gerade mal fünf bis acht Kubikmeter Wasser verbrauchten - davon gebe es einige auf Amrum - sei es nicht zu vertreten, diese Regelung beizubehalten.
Wieder Grundgebühr statt Mindestmenge?

Daher einigte sich der Verwaltungsrat der AöR dahin gehend, den Mindestverbrauch auf 40 Kubikmeter zu reduzieren, was einem Betrag von 44,80 Euro netto entspricht. Diese Regelung soll zum 1. Januar 2008 rückwirkend gelten. Um zukünftig eine auskömmliche aber gleichzeitig gerechte Gebührensatzung für Anschlüsse an das zentrale Wasserversorgungsnetz der Insel anzuwenden, wollen die Versorgungsbetriebe anstreben, ab dem Jahr 2010 anstatt der Mindestabnahme wieder - wie schon einmal gehabt - eine Grundgebühr zu erheben.

Für die insular geregelte Abwasserbeseitigung verzichtet man seit dem 1. Januar auf die differenziert geführte Abgabenerhebung in drei Kostenstellen - Nebel, Norddorf und Wittdün - sondern erhebt in allen drei Gemeinden den einheitlichen Satz von 2,60 Euro pro Kubikmeter Abwasser. Die Satzung wird per Beschluss dahin gehend korrigiert, dass bereits seit dem 1. Januar 2007 Hausanschlussleitungen bei Neubauten vom Bauherrn selbst gelegt werden müssen. Vorher waren Anschlussbeiträge erhoben worden und auf Kosten der Gemeinde der Anschluss bis auf einen Meter aufs Grundstück gelegt worden.
Säubern und Prüfen der Abwasserkanäle

Auch bei der Abgabensatzung zur Abwasserentsorgung strebt man eine Grundgebühr an. Für die ehemalige Kläranlage Norddorf seien die Mittel aus der Gebührenausgleichsrücklage der Gemeinde auskömmlich, um den geforderten Rückbau und die Renaturierung des ehemaligen Betriebsgeländes in der Norddorfer Marsch durchzuführen.

Allerdings kommen auf das Amrumer Kommunalunternehmen Kosten zu, die aus der Selbstüberwachungsverordnung, die bis 2012 umgesetzt werden muss, resultieren. Danach müssen die kommunalen Abwasserkanäle gereinigt und gefilmt werden. Hierbei sollen Schäden erkannt werden. Mit dem Ergebnis der Untersuchungen müssen dann Sanierungskonzepte erstellt werden. Eine vorsichtige Schätzung eines Fachmanns für eine solche Untersuchung belief sich auf 200.000 Euro, erklärte Gades.

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