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Daseinsvorsorge an der Nordseeküste : Inseln und Halligen wollen in den Fokus der Landespolitik

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en Sturmfluten trotzen sie regelmäßig - Mehr noch aber macht den Halligen und Inseln an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste der demografische Wandel zu schaffen. In Kiel wollen sie sich Gehör verschaffen.

Kiel | Der demografische Wandel trifft kleinere Inseln und Halligen besonders hart. „Die Daseinsvorsorge zählt aktuell zu den größten Sorgen und Nöten an der Westküste“, sagte der Vorsitzende der Insel- und Halligkonferenz, Manfred Uekermann. Aber auch für die größeren Insel wie Pellworm und Sylt werde das zunehmend zum Problem. Um sich bei der Lösung von Problemen wie beispielsweise der Sicherstellung einer vernünftigen Gesundheitsversorgung mehr Gehör zu verschaffen, hat der Verein am Donnerstag zu einem parlamentarischen Nachmittag nach Kiel geladen. Gemeinsam mit Umweltminister Robert Habeck (Grüne), Wirtschaftsstaatssekretär Frank Nägele und weiteren Gästen wollen die Inselvertreter im Landeshaus über Chancen und Risiken der Region diskutieren. 

„Wir haben uns entschieden, jetzt einmal direkt auf die Entscheidungsträger in Kiel zuzugehen“, sagte Uekermann. An der schleswig-holsteinischen Nordseeküste herrsche zuweilen das Gefühl vor, „nicht unbedingt im Fokus der Landespolitik zu stehen“. Schließlich komme nur ein kleiner Teil der Abgeordneten von der Westküste. „Wir müssen immer wieder auf uns aufmerksam machen.“ In der Insel- und Halligkonferenz haben sich die 27 Kommunen der nordfriesischen Inseln und Halligen sowie Helgoland zusammengeschlossen.

Welche Perspektiven haben die Inseln und Halligen? Nach Ansicht von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) ist die Westküste „vor allem eine Tourismus- und Energie-Kompetenzregion“. Sie habe große wirtschaftliche Potenziale, sagte er. „Ziel der Westküsten-Initiative ist es, die wirtschaftlichen Stärken insbesondere in den Bereichen Windenergie und Tourismus gezielt auszubauen.“ Mit 30 Millionen Euro an europäischen Fördermitteln wolle das Land bis 2020 mindestens 60 Millionen Euro an Investitionen an der Nordseeküste auslösen.

Uekermann erwartet von dem Treffen zwar keine Sofortlösungen, aber dass die Anliegen der Eilande von der Landespolitik aufgenommen werden. „Unsere sensible Region mit ihrem Nationalpark muss wieder neu in den Fokus kommen“, sagte er. Es gehe um die Chancen und Visionen der Wirtschaftsregion. „Auf den Halligen brauchen wir Arbeitsplätze, damit Menschen dort leben können.“

Einer der Schwerpunkte des Treffens ist die Daseinsfürsorge. Beispiel Sylt: Die Geburtshilfestation auf der Insel wurde geschlossen. „Man kann übertreibend sagen: Auf einen Seite kann man hier nicht mehr geboren werden, anderseits aber auch nicht mehr sterben, weil es zu wenig Pflegeplätze gibt“, sagte Uekermann. Er fügte hinzu: „Wir müssen überlegen, wie auf den anderen Inseln und den Halligen künftig eine vernünftige medizinische Versorgung sichergestellt werden kann.“ Denkbar sei auch eine Nutzung des Internets, um ärztliche Beratung auf dem Festland in Anspruch zu nehmen.

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erstellt am 27.Nov.2014 | 07:13 Uhr

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