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In BOldixum : Meisterleistung zwischen den Jahren

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Föhrer Publikum war begeistert: Chöre aus Wyk und Hamburg, Musiker und Solisten übertrafen sich unter der Leitung von Martin Bruchwitz bei der Aufführung des Weihnachtsoratoriums selbst.

Es ist wahrscheinlich eines der berühmtesten Werke von Johann Sebastian Bach und das „Jauchzet, frohlocket“ ist auf vielen Weihnachts-CDs zu finden: Als der Barock-Komponist sein „Weihnachtsoratorium“ über die Geburt Jesu Christi vor etwa 280 Jahren schrieb, dürfte er sich so einen Erfolg des sechsteiligen Stückes wohl kaum vorgestellt haben. Doch viele Chöre haben das Werk schon gesungen, darunter auch mehrfach die Kantorei der St.-Nicolai-Kirche in Boldixum.

Als diese jetzt den ersten, sowie die letzten drei Teile des Oratoriums präsentierte, war die Kirche in dem kleinen Ort prall gefüllt. „Es freut mich sehr, dass so viele Menschen gekommen sind. Es zeigt, dass sich unser Konzert etabliert hat und wir uns etwas aufgebaut haben“, sah sich ein überglücklicher Martin Bruchwitz, Kantor der Gemeinde, in seiner Musikauswahl für das jährliche große Weihnachtskonzert der Kantorei bestätigt.

Mit „uns“ meint er neben seinem Ensemble auch Thomas Dahl. Der Leiter des Hamburger Bachchores und des Orchesters „Collegium musicum“ der St.-Petri-Kirche in der Hansestadt, die die Kantorei unterstützten, hatte maßgeblichen Anteil an dem Erfolg der Aufführung. Ihn verbindet eine lange Freundschaft mit dem Boldixumer Kantor. Bereits 1986 wurden erste Konzerte zusammen gespielt, dann wurde gemeinsam gesungen und schließlich kam noch das Orchester dazu.

Für Dahl sind die Auftritte auf Föhr immer wieder etwas Besonderes: „Es ist eine Art Tradition. Wir sind einfach glücklich, dass wir in dieser ruhigen Umgebung Musik machen dürfen. Es ist jedes Mal wie nach Hause zu kommen.“
Mit der Darbietung ihrer Musiker waren beide Chorleiter sehr zufrieden: „Wir haben das Konzert so schon einmal 2001 gespielt, und wir haben uns dieses Mal weit überboten“, freute sich Bruchwitz. Und das Publikum in der voll besetzten Kirche dankte es mit tosendem Applaus und stehenden Ovationen und vielen Glückwünschen für die Protagonisten.

Einen großen Anteil an dem Erfolg hatten auch die Solisten Tanya Aspelmeier (Sopran), Ute Weitkämper (Alt), Knut Schoch (Tenor) und Ralf Grobe (Bass) aus Hamburg, die teilweise auch schon bei vorangegangenen Konzerten in Boldixum mitgewirkt hatten. Und auch dieses Mal überzeugten sie wieder mit ihren klaren Stimmen und beeindruckenden Melodieläufen.

Am Ende des Konzertes gab es außerdem noch eine Überraschung für Martin Bruchwitz: Als er als Zugabe noch einmal „Jauchzet, frohlocket“ anstimmen wollte, leisteten ihm die Chöre keine Gefolgschaft, sondern sangen eine Dankeshymne anlässlich des 50-jährigen Kantoren-Jubiläums von Bruchwitz. Dieser zeigte sich sichtlich bewegt: „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Aber das war eine schöne Idee und die haben das alle perfekt gemacht.“

Was Thomas Dahl und Martin Bruchwitz dem Publikum im nächsten Jahr präsentieren werden, ist noch nicht ganz klar. „Es wird wieder etwas Großes werden.“, versicherte der Föhrer. Spätestens Pfingsten wird dies aber feststehen, denn dann beginnen die Proben für die nächste Meisterleistung zwischen den Jahren.


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