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Bestandsaufnahme : Mehr Angebote für ältere Jugendliche

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Erstmals tagte der Jugend-, Kultur- und Sozialausschuss der Stadt unter der Leitung der neuen Vorsitzenden Karin Köhler (Grüne). Und widmete sich ausgiebig der aktuellen Situation im Wyker Jugendzentrum.

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erstellt am 07.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Erstmals tagte der Jugend-, Kultur- und Sozialausschuss der Stadt unter der Leitung der neuen Vorsitzenden Karin Köhler (Grüne). Und widmete sich ausgiebig der aktuellen Situation im Wyker Jugendzentrum (Juz). Dort ist die Stelle des Streetworkers noch immer unbesetzt. Allerdings: „Ich glaube, dass die Art Streetworker, die wir hatten, gezeigt hat, dass es nicht das ist, was wir brauchen“, griff Peter Schaper (SPD) noch einmal das Ergebnis der vorangegangenen Sitzungen auf, in denen im Ausschuss über eine neue Konstellation weitgehend Konsens geherrscht hatte. Angesiedelt soll der Streetworker demnach im Jugendzentrum sein und „Außendienst“ im Bedarsfall wahrnehmen. Daniel Schenck vom Amt Föhr-Amrum betonte, dass die Position, die bereits einmal kurzfristig besetzt war, im Stellenplan vorhanden sei. Zeitnah wollen Fraktionen und Jugendzentrum nun ein Stellenprofil erarbeiten und, wenn möglich, in der nächsten Sitzung den Beschluss für die Ausschreibung fassen.

Nicht die einzige Baustelle im Jugendzentrum, das sich in einem ständigen Wandel befindet und dessen Leiterin Petra Christiansen über die aktuelle Situation berichtete sowie einen Konzeptentwurf vorstellte. Nötig geworden, so Christiansen, da sie und Mechthild Moll als zweite Kraft nicht mehr alle Bereiche abdecken können. So folge der Mittagsbetreuung ein fliegender Wechsel mit den älteren Jugendlichen. 15 bis 20 sind es über den Tag verteilt, an guten Tagen auch 25. Häufig Einzelgänger, die das Gespräch suchen. „Das ist manchmal so, dass ich mit sechs Jugendlichen sitze und jeder wartet ab, bis er dran ist“, schilderte Christiansen den Alltag der Einrichtung, die derzeit überwiegend von Mädchen besucht werde. Schließlich seien mit großem Erfolg die Jungs- und die Mädchengruppe wieder installiert worden und seit anderthalb Jahren finden Kurse der Offenen Ganztagsschule (OGS) statt, die gut angenommen werden.

Da die Schüler mit der OGS ziemlich ausgelastet sind, hatte sich dies auf die Besucherzahlen im Juz ausgewirkt und man wollte gegensteuern. Das Kalkül ist aufgegegangen, denn durch das Kursangebot kommen nun auch nachmittags wieder Jugendliche ins Haus. Als Konkurrenz zur Eilun-Feer-Skuul sehe man sich nicht, betonte Petra Christiansen, vielmehr als Ergänzung. Das Konzept funktioniert: Zum Auftakt wurden Seifenkisten gebaut, mittlerweile gab es auch einen Theaterkurs und ein Kochkurs soll folgen.

Es häufen sich seit der Schließung des Horts der „Inselkinder“ Anfragen von Eltern, insbesondere alleinerziehenden Müttern – nach einem Angebot für Grundschulkinder in den Ferien. Zwar ist das Jugendzentrum auch in der schulfreien Zeit geöffnet, ein Vormittags-Angebot gibt es aber nicht. Hier sieht Christiansen Bedarf, die jedoch gleich darauf hinweist, dass dies mit der derzeitigen Mitarbeitersituation nicht zu schaffen sei.

Die älteren Jugendlichen mehr in das Haus einzubinden müsse das Ziel sein, schlug die Ausschussvorsitzende Karin Köhler, die das Jugendzentrum selbst einmal geleitet hatte, vor. Nötig seien entsprechende, für die Jugendlichen interessante Angebote. Dies könnten Themen wie Zukunftsangst, Mobbing in der Schule, Freundschaft oder Sexualität sein. „Wenn wir das Juz für die Jugendlichen attraktiv machen wollen, müssen wir etwas in diese Richtung finden.“

Nicht einfach aus Sicht Petra Christiansens, die zu bedenken gab, dass Jugendliche mit Angeboten übersättigt sind. So habe man im Spätsommer einen Surf-Kurs angeboten, der, obwohl kostenlos, keinen Anklang fand. Zudem liefen Angeboten ins Leere, wenn die Kinder Alternativen ohne Aufsicht hätten, etwa im Party-Keller des einen oder anderen Elternpaares.

 

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