Sommerausstellung in Nebel : Maritime Motive in der Mühle

Die Künstlerin (Mitte) im Gespräch auf der Vernissage.
Die Künstlerin (Mitte) im Gespräch auf der Vernissage.

36 Bilder: Bereits zum dritten Mal stellt Susanne Klena ihre Bilder auf Amrum aus.

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28. August 2017, 19:00 Uhr

Im Rahmen der zweiten Sommerausstellung sind in der Amrumer Mühle derzeit Bilder von Susanne Klena zu sehen, die bereits zum dritten Mal auf Amrum ausstellt. 36 Bilder, vorwiegend norddeutsche und maritime Motive in Aquarell-Mischtechnik und Acryl auf Leinwand, Papier und Holz, „die darauf warten, von hier in ein Schlaf- oder Wohnzimmer umzuziehen“, wie Volker Langfeld, Vorsitzender des Amrumer Mühlenvereins, scherzhaft bei der Vernissage formuliert hatte. Irische Volksweisen waren erklungen, gespielt auf der Querflöte von Klenas Schwester Ann-Katrin Lienau. Beide fühlen sich der Insel seit ihren Kindertagen verbunden durch ihren Großvater Joachim Stampa, der in den 1950-er Jahren als Kunst- und Musiklehrer an der alten Schule in Nebel tätig war.

Susanne Klena wurde 1967 in Heide geboren, studierte in Hamburg Grafikdesign, war mehrere Jahre in der Werbung und später als Illustratorin und Textildesignerin in einem Textilunternehmen tätig, bevor sie sich vor zehn Jahren in die freie Kunst wagte. „Man kann nicht hauptberuflich etwas anderes arbeiten, Familie haben und nebenbei Kunst machen, dann kommt man einfach nicht über Volkshochschul-Niveau hinaus“, erzählt Klena. Vielmehr müsse man mit Mut und ganzem Herzblut dabei sein. Die Künstlerin erinnert sich gut an ihre erste jurierte Ausstellung: „Da haben mir richtig die Knie gezittert“. Von Kollegen anerkannt zu werden, sei besonders schwer.

Ihr komme es nicht so sehr auf ein möglichst realistisches Abbild an, sondern eher auf das Einfangen einer gesehenen und gefühlten Stimmung, verriet ihre Schwester. Und da hat Susanne Klena beim Mühlenpublikum in diesem Sommer offenbar ins Schwarze getroffen.

Dass Klena aus der Grafik kommt, ist unverkennbar: Sie bevorzugt kräftige Farben, klare Konturen, arbeitet gern mit Mischtechniken. „Mir werden reine Acrylbilder schnell zu langweilig, und ich geh’ auch gern nochmal in die Bilder rein und verändere etwas“, sagt die Künstlerin freimütig, zeigt und erklärt, wie sie einerseits mit Monotypie, anderseits mit Weiß und Grafit ihr Landschaftsaquarell vom Segelboot im Watt akzentuiert hat.

Für ihre abstrakten Bilder und Objekte oder die Märchen-Serie war in der Mühle kein Platz, und eines ihrer neuen Bilder (Weg mit Kopfweiden), auf dem die Holzmaserung des Untergrunds besonders zur Geltung kommt, war zu groß und passte an keine Mühlenwand. Schade, denn auch die ausgestellten „Wege“ I und II, ein Triptychon und ein Diptychon, auf denen der alltägliche Waldweg, den die Künstlerin zurücklegt, in Mischtechnik auf Holz als eine Art Nebellandschaft erscheint, zeigen eine ganz andere Landschaftsinterpretation als die vielleicht ein wenig von Werbeästhetik Mode beeinflussten Strandimpressionen.

Die Ausstellung kann bis zum 31. Oktober täglich von 10.30 bis 13 und 14.30 bis 17 Uhr (montags bis 16 und sonntags ab 11 Uhr) besucht werden.

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