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Bilderflut im Wyker Kurgartensaal : Manchmal ist weniger mehr

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Mit seiner Cartoon-Comedy-Show präsentierte Peter Butschkow einen launigen Abend ohne besondere Höhepunkte.

Sein wahrscheinlich berühmtestes Cartoon kennen wohl alle: Ein Mann und eine Frau im Seniorenalter sitzen auf einer Hollywood-Schaukel. Der Mann telefoniert und grinst: „Was wir jetzt machen? Wir chillen!“ Peter Butschkow erklärt dem Publikum dazu: „Mein Chef vom Dienst hat mir mal verraten, dass er sich über Jahre mit dieser Zeichnung auf den Ruhestand gefreut hat. Das fand ich schon lustig.“

Es sind solche Anekdoten, mit denen Peter Butschkow sein Publikum zum Lachen bringt. Neben seinen Cartoons natürlich. Und davon hatte er sehr viele im Gepäck, als er wieder einmal mit seiner Cartoon-Comedy-Show auf Föhr zu Gast war. „Darüber lacht der Lehrer“ oder „Darüber lachen Eltern“ waren die Kategorien überschrieben, in denen er seine Zeichnungen dem Publikum präsentierte. Dahinter verbargen sich dann Bilder, die mehr oder weniger gut zur Überschrift passten. Außerdem präsentierte der Cartoonist aus Langenhorn eine Auswahl seiner besten Kalauer oder auch seiner persönlichen Favoriten aus dem Archiv.

Das Publikum ließ sich unterhalten, auch wenn wahrlich nicht alle präsentierten Cartoons als Schenkelklopfer taugten. Auffällig häufig blieb es bei Bildern ruhig, über die sich gerade Peter Butschkow prächtig amüsierte. Vielleicht sorgte aber auch der Umstand, dass der Vortragende viele der abgebildeten Witze erklären musste, dafür, dass das Lachen oftmals im Keim erstickt wurde. Eigentlich führten nur Cartoons, die mehr oder weniger deutlich unter die Gürtellinie zielten, zu lautem und anhaltendem Gelächter. Das merkte auch der Zeichner selbst: „Bei den Bildern lachen wirklich immer alle.“

Für Peter Butschkow sind seine regelmäßigen Cartoon-Shows immer auch ein Testlauf. Der Künstler will nach eigenen Angaben herausfinden, welche Zeichnungen für das breiteste Lachen sorgen und welche eben nicht. „Wenn die Leute eine Zeitschrift aufschlagen, kann ich ja nicht sehen, ob sie lachen oder nicht. Deshalb mache ich die Show“, erklärt der Zeichner. Seit drei Jahren macht er das nun schon. Ein Klacks, wenn man vergleicht, dass er eigentlich sein ganzes Leben lang gezeichnet hat und seit 1980 von seiner Kunst lebt.

Seiner langen Zeichnerkarriere entsprechend haben sich naturgemäß einige Cartoons in seinem Archiv angesammelt. Und teilweise wirkte es im Verlauf des Abends so, als habe sich der Künstler einfach nicht entscheiden können, welche Werke aus diesem reichhaltigen Fundus er präsentieren sollte. Denn anstatt genauer auf einzelne Bilder einzugehen, wurde ein Cartoon ans nächste gereiht. Und das immerhin gute zwei Stunden lang. Am Ende hatte das Publikum zwar das Gefühl, durchaus gut unterhalten worden zu sein. Doch gleichzeitig waren die Zuschauer von der Bilderflut auch ganz schön ermattet.

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erstellt am 24.Apr.2017 | 13:30 Uhr

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