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Insel-Bote

13. Dezember 2017 | 10:34 Uhr

Auf Föhr : Machen Gänse Hasen krank?

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Hegeringsleiter Gerd Ohlsen sieht einen Zusammenhang zwischen einer Magen-Darm-Infektion und Vogelkot. Das Rehwild ist dagegen gesund und kräftig.

Mehr als die Hälfte der 160 Föhrer Jäger trafen sich zur jährlichen Hegeringsversammlung, zu der in diesem Jahr auch wieder eine Gehörnschau gehörte. Als besondere Gäste konnte Hegeringsleiter Gerd Ohlsen den Kreisjägermeister Thomas Carstensen und den Schatzmeister der Kreisjägerschaft, Kurt Beneditz, begrüßen, die sich einen ganzen Tag für die Belange der Föhrer Jäger Zeit genommen hatten.

Nach der musikalischen Begrüßung durch die Jagdhornbläser folgte der Streckenbericht für das abgelaufene Jagdjahr. Dabei fiel die Hasenstrecke mit 202 erlegten Tieren (Vorjahr 1450) besonders niedrig aus. Grund dafür war der Entschluss der Revierinhaber, gar nicht oder nur für den Eigenbedarf zu jagen, da die Hasenbestände durch eine vermeintliche Magen-Darm-Krankheit stark dezimiert waren. Vergleichbare Beobachtungen gab es auch auf Pellworm und auf Eiderstedt, wie Untersuchungen des Landeslabors in Neumünster bestätigten. Ohlsen vermutete einen Zusammenhang zwischen den durch Gänsekot verunreinigten Grünflächen und dem Auftreten der Erkrankung bei den Hasen. Ergebnisse im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung sollen am 28. Mai vorgestellt werden. Graugänse und Nonnengänse (Weißwangengänse) bevölkern die gesamte Insel zu Tausenden. Das Bejagen und das genehmigte Absammeln der Eier können – sehr zum Leidwesen der Landwirte – nur wenig ausrichten.

Beim Rehwild, wo man davon ausgeht, dass das Gehörn der Böcke deren Gesundheitsstatus widerspiegelt, wurde den Föhrern ein gesunder und kräftiger Bestand bescheinigt. Unter den 44 erlegten Böcken waren einige herausragende Gehörne, die mit Medaillen bewertet wurden. Daneben wurden auch 50 Ricken erlegt und 71 Rehe fanden als so genanntes Fallwild meist bei Autounfällen den Tod. Die übrigen Strecken des jagdbaren Wildes bewegten sich im Bereich der Vorjahre.

Hundeobmann Karl-Jürgen Petersen berichtete engagiert von einem ereignisreichen Jahr, in dem eine erfreuliche Anzahl von Jagdhunden erfolgreich auf verschiedenen Prüfungen geführt wurde. Herbstzuchtprüfung (HZP) plus Brauchbarkeitsprüfung gleich fertiger Jagdhund, auf diese Formel brachte es der passionierte Hundetrainer, für den die alljährliche Alterspokalsuche ein Highlight darstellt. Hier können die alten Hunde bei der Wasserarbeit, der Verlorensuche oder bei der Schleppe noch mal zeigen, was sie können. „Dat is mi tu grot, dat mok ik nich!“, mag sich der eine oder andere Hund gedacht haben, mutmaßte Petersen, als dieser nach der Gänseschleppe das Apportieren verweigerte. Auf jeden Fall hätten Hund und Herr viel Spaß an dieser Veranstaltung. Genau wie beim Hegeringsfest, wo fast alle auf Föhr vertretenen Hunderassen vorgestellt werden konnten. Gerade die praktischen Vorführungen wurden von Kindern und Gästen sehr gut angenommen. Petersen bedankte sich bei den Revierinhabern aus Alkersum, Midlum und Nieblum für die tatkräftige Unterstützung.

Schießwart Reinhard Martens konnte von einigen Schießwettbewerben berichten, auf denen sich die Föhrer Jäger achtbar geschlagen hätten. So konnte die so genannte B-Mannschaft erneut Kreismeister werden und die A-Mannschaft erreichte den dritten Platz. Bester Schütze übers Jahr war Hartmut Petersen mit durchschnittlichen 11,75 Tontauben (von 15).

Cornelius Daniels, seit 21 Jahren Bläserobmann des Hegeringes, berichtete von zahlreichen Anlässen, zu denen die Jagdhornbläser geblasen hätten. Er bedankte sich bei seinen Mitstreitern, die wöchentlich zu einer Übungsstunde zusammenkommen.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft im Landesjagdverband wurde der Utersumer Jens Faltings geehrt und auch schon 40 Jahre dabei sind John Huß, Gerhard Ohlsen und Johann Roeloffs. Sie alle erhielten ihre Urkunden aus den Händen von Gerd Ohlsen und Thomas Carstensen, bevor es ans Wählen ging. Die Wahlen waren sehr gut vorbereitet und die Versammlung folgte den Vorschlägen des Vorstandes. Am Ende wurden Gerd Ohlsen (Hegeringsleiter), Jan Carstensen (Schriftführer) und Karl-Jürgen Petersen (Hundeobmann) in ihren Ämtern bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurden: Leif Hänsch (Kassenwart), Hark Carstensen (Bläserobmann) und Dirk Knudsen (Schießwart). Alle Wahlen erfolgten einstimmig und Ohlsen bedankte sich bei seinen ausscheidenden Vorstandskollegen Torben Jacobs, Cornelius Daniels und Reinhard Martens für die gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Kreisjägermeister Thomas Carstensen zeigte sich beeindruckt von der Lockerheit und Geschlossenheit des Föhrer Hegerings. Er berichtete von seiner Verbandsarbeit, der Ausbildung von Jungjägern und von den geplanten Änderungen im Landesnaturschutzgesetz. Auch die Querelen im Vorstand des Landesverbandes, die zu einer kompletten Neubesetzung führten, erläuterte Carstensen. Dass es auch anders geht, hatte er gerade life erlebt.

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