zur Navigation springen

Vier-Sterne-Hotel für Nieblum : Luxushotel soll Föhr neue Gäste bringen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Nach Wyk plant nun auch Nieblum ein Vier-Sterne-Plus-Haus. Die Gemeindevertreter wollen die Vor- und Nebensaison attraktiver machen.

von
erstellt am 18.Mär.2015 | 11:45 Uhr

Die Idee hört sich reizvoll an: Arbeitsplätze auf Föhr schaffen, die Infrastruktur des Dorfes verbessern und ganz nebenbei Gäste in der Vor- und Nachsaison in Föhrs bekanntestes Friesendorf spülen. Realisiert werden soll das ganze mit einem Vier-Sterne-plus-Hotel, das auf einem 10.000 Quadratmeter großen Grundstück in der Strandstraße seinen Platz finden soll. Der Projektplaner Günter Becker aus Hamburg-Hemding und die Rostocker Architekten Rüdiger Schulz und Steven Och stellten das Vorhaben in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung vor.

Demnach sollen auf rund 3000 Quadratmetern Grundfläche 121 Zimmer und Suiten entstehen. Vorgesehen ist darüber hinaus auf 1500 Quadratmetern ein Wellnessbereich mit Schwimmbad und Sauna sowie Fitness- und Anwendungsangeboten. Abgerundet wird das ehrgeizige Projekt durch ein Restaurant, Tagungsräume, eine Bar und eine Tiefgarage sowie 21 Personalwohnungen, die in einem separaten Gebäudekomplex untergebracht werden sollen. Investor und Betreiber, so Becker, wird die Hospitality Alliance sein. Die privat geführte Hotelgesellschaft aus Hessen kündigt an, dass die Wellness-Bereiche den Insulanern ganzjährig zu günstigen Konditionen zur Verfügung stehen sollen.

Eine große Nummer für die Gemeinde und deren Bürgermeister Friedrich Riewerts, der in Sachen Investitionen und Strandkonzept bisher stets auf Kleinteiligkeit gesetzt hatte. Angesichts fehlender Infrastruktur und Hotels allerdings seien die Probleme programmiert, so Riewerts: „Kein Urlauber lässt sich auf Dauer vom Charme der Ferienwohnungen im 1970er-Jahre-Stil begeistern.“ Um sinkenden Übernachtungszahlen vorzubeugen und die Nebensaison zu beleben, war in der Gemeinde deshalb mehr als einmal nach Alternativen gesucht worden.

Der Zufall brachte Günter Becker, selbst langjähriger Föhr-Urlauber, vor rund zwei Jahren auf den Plan. Allerdings mit einem „völlig indiskutablen Konzept“, erinnert der Bürgermeister, „mit einem viergeschossigen Betonklotz, der an das Wyker Schulzentrum erinnerte“. Wenn schon ein solches Projekt, dann müsse sich dieses an das Ortsbild anpassen, so die Forderung der Gemeindevertreter. In der Folge machte Becker seine Hausaufgaben und am Ende einiger Entwürfe sowie zäher Verhandlungen stand der nun präsentierte Vorschlag.

Friedrich Riewerts beobachtete sehr genau die Reaktionen der anwesenden Bürger. Die aber waren, bis auf einige Fragen zum erwarteten Verkehrsaufkommen, durchweg positiv. Ein wichtiger Aspekt für den Bürgermeister, der die Gemeindevertretung hinter sich weiß. Es gebe keine Gegenstimmen, so Riewerts, zumal die Signale des Landes Schleswig-Holstein positiv gewesen seien.

Der Investor hofft auf einen Baubeginn im kommenden Jahr. Derzeit aber ist man noch ganz am Anfang des Verfahrens, stehen ein vorhabenbezogener Bebauungsplan und eine Änderung des Flächennutzungsplans an. Bei allem Optimismus hat Friedrich Riewerts Respekt vor dem Projekt: „Wir sehen die Größe und das erhöhte Verkehrsaufkommen, glauben aber, das in den Griff zu bekommen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen