Hamburger Kinderkurheim : Lösung scheint zum Greifen nahe

Neues Finanzierungsmodell: Hamburger Kinderheim in Wyk kann wieder hoffen

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28. Juli 2012, 08:18 Uhr

Wyk | Licht am Ende des Tunnels sehen die Verantwortlichen des Hamburger Kinderkurheimes (HKH) und der Rudolf-Ballin-Stiftung als Träger des Wyker Traditionshauses. Derzeit wird ein Finanzierungsmodell verhandelt, dessen Umsetzung die drohende Schließung der Wyker Einrichtung abwenden könnte.

"Es soll eine Zukunft für das Haus geben", bestätigte Harald Clemens, Geschäftsführer der Ballin-Stiftung, Gespräche des geschäftsführenden Vorstands mit der Hamburger Sozialbehörde, "durch die Umwandlung von einer Zuwendungs- auf eine auslastungsorientierte Entgeltfinanzierung". So sei ein Modell zur Sprache gekommen, das künftig Tagessätze statt der Pauschalzahlung in Höhe von zwei Millionen Euro jährlich vorsieht. Vorschläge, die derzeit noch nicht in schriftlicher Form vorliegen und über deren Konditionen sich beide Seiten noch verständigen müssen.

Um zwei Millionen Euro jährlich einzusparen, hatte Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) den Fortbestand des HKH zur Disposition gestellt (wir berichteten). Jährlich kommen 600 hochbedürftige Kinder aus sozial benachteiligten Familien in den Genuss eines für sie kostenlosen Kuraufenthaltes in Wyk. Der betrage pro Kind 110 Euro, so der HKH-Leiter Detlef Ermisch, und helfe, in späteren Jahren ein Vielfaches der Kosten einzusparen. Entsprechend groß waren die Proteste als Reaktion auf den Vorschlag Scheeles, dem die in der Hamburger Bürgerschaft vertretenen Oppositionsparteien unisono eine Abfuhr erteilten.

Über Unterstützung konnte sich das HKH nicht beklagen, denn Unterschriftensammlungen in Wyk und der Hansestadt waren die Folge und auch die insularen Politiker wurden aktiv. Zudem hatte der Landesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in einem Schreiben an die Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) auf die Qualität des gesundheitlichen und sozialpolitischen Ansatzes der Kinderkuren verwiesen. Deren Beitrag sei als Prävention und zur Entlastung stark belasteter Familien unschätzbar.

Nun scheint die erneute Rettung des HKH, das 2004 schon einmal von der Schließung bedroht war, zum Greifen nah. Die Höhe der Tagessätze allerdings stand noch nicht zur Debatte. Die bisherige Regelung der Pauschalzahlung barg den Vorteil, dass die Stiftung mit der fixen Summe von zwei Millionen Euro rechnen konnte. Eine Planungssicherheit für die Gebäude- und Verpflegungs- sowie Personalkosten des HKH, deren weitere Gewährleistung für den Fall einer auslastungsorientierten Finanzierung noch zu prüfen ist. "Belastbare Zahlen", so Clemens, "werden derzeit erarbeitet".

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