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Sorgenkind Fussgängerzone : Lösung bleibt in weiter Ferne

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Nach fünf Jahren noch immer in der Planungsphase: Wyker Politiker kommen mit der Umgestaltung der Großen Straße kaum voran.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 12:30 Uhr

Alle Jahre wieder steht die Sanierung der Wyker Fußgängerzone auf der Tagesordnung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses der Stadt. Dieses Mal ging es um die weitere Vorgehensweise im Ringen um das „grenzenlose Stadterlebnis“. Der Kieler Landschaftsarchitekt Dr. Jörn Wagner hatte dazu bei einem Ideenwettbewerb vor mehr als sieben Jahren einen Vorschlag erarbeitet, der mit dem ersten Platz ausgezeichnet worden war und in der darauf folgenden Zeit eher in den Schubladen „dümpelte“.

„Ich freue mich, dass es überhaupt weitergeht“, meinte Jörn Wagner, als er jetzt den Ausschussmitgliedern einen Vorentwurf vorstellen konnte, der hauptsächlich die Große Straße betrifft. Denn die Mittelstraßen-Anlieger sind eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Teil der Fußgängerzone und einige Bereiche, wie zum Beispiel die Carl-Häberlin-Straße, tauchen nicht mehr in der Planung auf. Es gelte nun, die Gestaltungsprinzipien festzulegen, die letztlich im Ausführungsentwurf, verbunden mit einer Kostenrechnung auftauchen werden. „Unsere Aufgabe ist es, Identität zu erzeugen und den Orts-Charakter als Alleinstellungsmerkmal abzubilden“, hob der Planer hervor. Zu seinen Überlegungen gehören dabei gestalterische Hinweise auf den Walfang, beleuchtete Stelen, die auf das Biikefeuer verweisen, und auch Tafeln auf der Straße, die von wichtigen Gästen in Wyk berichten. Wichtig ist dabei auch, dass sich die Fußgängerzone optisch vom Sandwall unterscheidet.

Das größte Problem bei der Gestaltung der Großen Straße stellt der Verkehr dar, der bisher trotz aller Bemühungen nicht in den Griff zu bekommen war. Doch nicht nur Autos, sondern auch Fußgänger „rauschen“ nach der Beobachtung von Lars Schmidt die Straße hinunter, ohne länger zu verweilen. Dies zu ändern ist das Ziel von Jörn Wagner, der für die Ausschuss-Sitzung zwei Vorschläge mitgebracht hatte. Dabei stieß jene Variante auf spontane Zustimmung, die auf der Grundüberlegung basiert, dass eine Verkehrsberuhigung am ehesten in einer Straße zu erreichen ist, die nicht wie eine Straße aussieht. Erreichen will dies der Planer unter anderem durch Baumscheiben umgeben von Sitzgelegenheiten und eine gusseiserne, beleuchtete Rinne in der Straßenmitte, wobei insgesamt die Beleuchtung im ganzen Bereich für eine besondere Atmosphäre sorgen soll.

Wichtig sind für den Planer auch die Materialien, die in der Fußgängerzone verarbeitet werden sollen. Vorgeschlagen hatte er in seinem Wettbewerbsbeitrag den Einbau von Granit. „Granit ist ein hochwertiges Material für die Ewigkeit“, so Wagner, der allerdings auch darauf verwies, dass Granit teurer ist als Betonstein, der dafür wiederum nicht so haltbar ist. Die Diskussion um die Gestaltung der Fußgängerzone endete mit der Entscheidung, dass nun die Fraktionen darüber beraten sollen. Dazu schlug Holger Frädrich auch vor, die betroffenen Gewerbetreibenden ebenfalls mit ins Boot zu holen.

In die Planung für ein Strandkonzept sollen nach dem Willen des Ausschusses die Anlieger dieses Bereiches einbezogen werden. Dazu hieß es aber, dass man bereits versucht habe, diese zu befragen, aber nur wenige Rückmeldungen erhalten habe. Es gehe hier um die Gestaltung des Rahmens für die nächsten 30 Jahre, hieß es dazu, was Lars Schmidt veranlasste, an alle Interessenten zu appellieren, sich bei den Planungen einzubringen. Da es letztlich um ein gesamtinsulares Strandkonzept geht, sollte Kontakt mit den anderen Gemeinden aufgenommen werden, um zu verhindern, dass aneinander vorbeigearbeitet wird.

Angesprochen wurde auch das Föhrer Wohnraumkonzept, dass nach fast fünfjähriger Vorbereitung nun vorgelegt wurde und von Gemeinden und Stadtvertretung verabschiedet werden soll. Dazu wurde mitgeteilt, dass das Land zusätzlich zu dieser Planung auch die Erarbeitung eines Wohnraum-Entwicklungskonzeptes fordere.

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