Wyk : Literatursommer mit "Happy End"

Mit der Lebensgeschichte von Jens Jacob Eschels begeisterten Torsten Tews (links) und Michael Steuer das Publikum. Foto: psz
Mit der Lebensgeschichte von Jens Jacob Eschels begeisterten Torsten Tews (links) und Michael Steuer das Publikum. Foto: psz

Organisatoren der Veranstaltungsreihe ziehen zufrieden Bilanz / Reges Zuhörer-Interesse und gelungene Kooperationen

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15. Oktober 2011, 07:44 Uhr

Wyk | Er ist wieder da, der "Föhrer Literatursommer", und sorgte bei den Veranstaltern im Jahr eins nach seiner Wiederauferstehung für zufriedene Gesichter. Ein "Happy End", das so nicht vorhersehbar war, als der Kultursalon "Alte Druckerei", die Stadtbücherei und die "Wyker Buchhandlung" zu Beginn des Jahres den Verein "Föhrer Blickwinkel" gründeten, das Alkersumer Museum Kunst der Westküste als Partner gewinnen konnten und sich auf die Fahne schrieben, die Traditionsveranstaltung nach einem Jahr Zwangspause wieder zu beleben.

Eher schleppend hatte sich die Auftaktveranstaltung gestaltet, als Elisabeth Herrmann vor überschaubarem Publikum aus ihrem Roman "Zeugin der Toten" las. Dabei gehörte die Autorin zweifellos zum Besten, das der Literatursommer zu bieten hatte. Deutsch-deutsche Geschichte mit Gänsehaut-Garantie, hervorragend geschrieben und ebenso gelesen. Ausverkauft dagegen die Abschlussveranstaltung, die sich nicht nur in diesem Punkt von der Herrmannschen Lesung unterschied. Volkmar Joswig und Henning von Melle stellten ihr Krimi-Debüt "Stahlhart" vor und taten dies im Rahmen einer "Entertainment-Lesung".

Zu kurz kam das Buch und die gelesenen Passagen gingen im Rahmenprogramm unter. Durch das sich die Autoren kalauerten und witzelten und so um die Chance brachten, dem Publikum ihr Erstlingswerk wirklich schmackhaft zu machen. In dem es viele Tote gibt und in dessen Mittelpunkt der Gerichtsreporter Rainer West steht, der durch seine Scheidung emotionell und finanziell in der Krise steckt. Als es durch eine neue Beziehung wieder aufwärts geht, wird er der Beteiligung an einer Serie brutaler Banküberfälle verdächtigt und die Suche nach der Wahrheit erweist sich als nicht ganz ungefährlich.

Nicht nur eine Lesung soll es sein, so die Begründung Joswigs für die eher atypische Buchvorstellung, mit deren Gestaltung die Autoren neue Wege beschreiten wollen. "Wir stellen uns mit heiteren Dialogen und Texten in den Vordergrund und lesen nebenbei aus unserem Buch". Und für die hohe Zahl an Morden und deren detaillierte Schilderungen hat von Melle die Erklärung parat: "Angesichts der vielen Bäume, die für die Erstellung der Bücher sterben müssen, sollten es mindestens zehn Leichen sein". Einig sind sich beide, dass Krimis mit nur einem Mord und langen Schilderungen der Ermittlungen langweilig sind.

Nicht langweilig war der Literatursommer. In Anlehnung an das Kieler Literaturhaus und das Schleswig-Holstein Musik Festival lag der Schwerpunkt auf der Türkei. Neben ihren türkischen Kollegen bereicherten deutsche Autoren die Veranstaltung und der Nieblumer Kapitän Jens Jacob Eschels beeindruckte einmal mehr mit seiner Biographie. Unter anderem auch im Alkersumer Museum, wo die szenische Lesung mit Michael Steuer und Torsten Tews ebenfalls restlos ausverkauft war und sich gut in das Ambiente des Hauses einfügte. "Die Qualität und das Besucheraufkommen betreffend waren "die Veranstaltungen in unserem Haus sehr erfolgreich", betonte Pressesprecher Lucas Haberkorn, dass sich das Museum auf die Neuauflage in der nunmehr bewährten Partnerschaft freue.

"Kulturell ein Erfolg auf der ganzen Linie", zog auch Steuer, mit Tews Betreiber des Kultursalons und künstlerischer Motor des Ganzen, zufrieden Bilanz. Die Konzeption habe sich bewährt, die Veranstaltung finanziell getragen und einige "Ecken und Kanten", im Premierenjahr der kurzfristigen Planung geschuldet, werde es im kommenden Jahr nicht mehr geben. Denn die Vorplanung für den Literatursommer 2012, in dessen Mittelpunkt China stehen wird, hat bereits begonnen. Wir werden uns intensiv mit Büchern und Werken chinesischer Autoren befassen und versuchen, so Steuer, "mit unserer Auswahl die vielen Facetten dieses riesigen Landes zu beleuchten".

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